Vor dem Duell Bayern gegen BVB:Hopfner bezichtigt Watzke der Lüge

Lesezeit: 2 min

Karl Hopfner

Karl Hopfner, hier bei der Jahreshauptversammlung im November 2013

(Foto: dpa)

Er war der ruhige, nüchterne Stratege des FC Bayern. Doch nun ist Karl Hopfner Nachfolger von Uli Hoeneß - und teilt heftig aus: Ziel seiner ersten öffentlichen Attacke ist BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der wehrt sich.

Bislang hat sich Karl Hopfner stets gerne im Hintergrund gehalten. Als nüchterner Stratege kümmerte er sich um die Finanzen des FC Bayern, das Poltern überließ er anderen. Nun hat Hopfner das Amt als Nachfolger von Uli Hoeneß angetreten, im Mai wird er aller Voraussicht nach auf der Mitgliederversammlung auch offiziell bestätigt. Und als Vereinspräsident wählt Hopfner ganz andere Worte.

Vor dem Bundesligaduell zwischen Bayern und Borussia Dortmund echauffiert sich der designierte Präsident gegen die Konkurrenz - und bezeichnet in einem Interview mit Sport Bild den BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke als Lügner. "Um es sehr vorsichtig auszudrücken: Was Herr Watzke da behauptet hat, ist die absolute Unwahrheit", sagte Hopfner.

Hintergrund ist ein Kredit über zwei Millionen Euro, den die Münchner den finanziell angeschlagenen Dortmundern im Jahr 2004 gewährt hatten. Nach Angaben von Watzke waren dafür acht Prozent Zinsen fällig. Hoeneß, hatte der BVB-Geschäftsführer in einem Interview gesagt, könne daher auch nicht als "Mutter Teresa" bezeichnet werden.

Hopfner, beim FC Bayern früher Finanzvorstand, entgegnete nun, die angebliche Verzinsung von acht Prozent entspreche nicht der Wahrheit. Darüber hinaus bezeichnete er die Kommentare zu Hoeneß als "äußerst diskreditierend" und "beschämend". Mit der fiktiven Figur des "Baron Münchhausen" wollte Hopfner den BVB-Geschäftsführer nicht vergleichen. "Eine Unwahrheit bleibt eine Unwahrheit. Den Baron von Münchhausen sehe ich da schon als eine andere Figur. Damit wäre Herrn Watzke ja noch geschmeichelt. Und das will ich in diesem Falle absolut vermeiden."

Watzke wehrt sich prompt

Die Reaktion von Watzke ließ nicht lange auf sich warten. "Ich bleibe bei meiner Kernaussage, auf die Herr Hopfner nicht eingegangen ist. Der FC Bayern hat keinen Beitrag zur Rettung von Borussia Dortmund im Frühjahr 2005 geleistet. Wir haben dieses Darlehen, das damals wie von Zauberhand und sicher nicht von ungefähr an die Öffentlichkeit gelangte, sehr zeitnah restlos zurückgeführt", sagte der BVB-Geschäftsführer dem Kicker.

Zwar räumte Watzke ein, dass der Zinssatz niedriger gewesen sei als in "einer spontanen Reaktion" behauptet, hält die Kritik von Hopfner aber für überzogen: "Ich kann ehrlich gesagt mit Blick auf unsere Geschichte und die Vita der handelnden Personen allerdings in keiner Weise erkennen, dass Borussia Dortmunds Verantwortliche - im Vergleich mit denen des FC Bayern München - ein Glaubwürdigkeitsdefizit aufweisen würden."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB