Vierschanzentournee in Oberstdorf Auftaktspringen wegen starker Winde abgesagt

Die Zuschauer harrten im starken Schneefall aus - bis das Auftaktspringen für diesen Sonntag abgesagt wurde.

(Foto: AP)
  • Das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf ist abgesagt worden. Grund sind die widrigen Witterungsverhältnisse. Es soll stattdessen am Montag stattfinden.
  • Bundestrainer Werner Schuster begrüßte die Absage.
  • Es ist das erste Mal, dass der Auftakt in Oberstdorf verschoben wurde.

Auftaktspringen in Oberstdorf verschoben

Starker Wind hat erstmals in der Geschichte der Vierschanzentournee zu einer Absage des Auftaktspringens in Oberstdorf geführt. Böen von bis zu 50 Kilometer pro Stunde ließen in Kombination mit starkem Schneefall keinen weiteren Sprung zu, mehr als 20 000 Zuschauer warteten und froren vergeblich.

Der Wettkampf hatte mit gut anderhalbstündiger Verspätung begonnen und wurde dann nach elf Springern und erneuten Verschiebungen vorzeitig beendet. Wegen der widrigen Witterungsverhältnisse war bereits der Probedurchgang abgesagt worden. Das Springen soll an gleicher Stelle am Montag ausgetragen werden.

Sportler begrüßen Absage

"Ich bin schon erleichtert, alles andere hätte keinen Sinn gemacht. Da hätten wir auch würfeln können", sagte Bundestrainer Werner Schuster in der ARD. Zuvor hatte sein Athlet Marinus Kraus einen Sturz nur knapp verhindern können, weil er von einer starken Böe erfasst wurde. "Die Bedingungen waren kritisch. Ich hatte Glück, dass ich nicht auf die Nase gefallen bin", sagte der 22-Jährige nach seiner Landung bei 101 Metern. "Die Jury hat im Viertelstundentakt verschoben. Das ist der Horror pur", so Kraus weiter.

Erste Absage in Geschichte der Tournee

Es war das erste Mal, dass ein Tournee-Auftaktspringen in Oberstdorf abgebrochen wurde. Die komplette Absage eines Springens hatte es zuvor in der Tournee-Geschichte erst dreimal gegeben: 1956 wurde der Wettbewerb in Bischofshofen wegen Schneemangels gestrichen und ins nahe Hallein verlegt, 1979 musste das Neujahrspringen auf den 2. Januar verschoben werden. 2008 gab es schließlich die erste "Dreischanzentournee": Ein Föhnsturm in Innsbruck hielt die Athleten am Boden, in Bischofshofen fanden zwei Wettbewerbe statt.