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VfB Stuttgart im Abstiegskampf:Hoffnung machen zwei Rückkehrer

Fredi Bobic steht weiter zu seinem Trainer. Doch die Zweifel wachsen von Niederlage zu Niederlage, ob die Aufgabe, diese Krise zu bewältigen, für Schneider nicht zu groß ist. Nach innen verschärfte der junge Trainer vergangene Woche Ton und Trainingsintensität, er hat schon oft personell gewechselt, Spieler wie Niedermeier und Harnik degradiert und jetzt wieder integriert. Aber vom System her hält er an einer offensiven Ausrichtung mit entweder zwei Spitzen und zwei offensiven Außenbahnspielern wie in Hoffenheim oder einer Spitze und drei weiteren offensiven Kräften wie gegen Hertha stoisch fest.

Talente wie Werner verlieren die Unbekümmertheit

So aber schafft es die Mannschaft nicht, kompakt aufzutreten. Talente wie der im zentralen Mittelfeld überforderte Rani Khedira oder vorne Timo Werner haben ihre Unbekümmertheit verloren. Und hinten scheint es egal, wo Niedermeier, Schwaab oder Rüdiger in der Viererkette spielen - in der aktuellen Situation fehlt auch ihnen die erforderliche mentale Härte, um wenigstens ein 1:1 über die Zeit zu verteidigen.

Schneider sagt, für ihn sei wichtig gewesen zu sehen, dass die Mannschaft lebe, er sei überzeugt, dass man die Aufgabe gemeinsam stemmen könne. Dass die Geduld des Vereins endlich ist, ahnt aber auch Schneider, nachdem Präsident Bernd Wahler in der vergangenen Woche erklärt hatte, in der Bundesliga gebe es auf ewig generell keine Jobgarantie. Die nächsten Gegner heißen Frankfurt, Braunschweig und Hamburg, der Druck wird auch für Schneider immer größer.

Hoffnung setzt der Trainer in die Rückkehr der Leistungsträger Christian Gentner und Moritz Leitner, die nächste Woche wieder einsatzbereit sind; auf Stürmer Vedad Ibisevic (gesperrt) müssen die Schwaben allerdings noch drei Spiele warten. Doch ob diese zweifellos wichtigen Kräfte auch sofort Stärke und Stabilität zeigen?

Schneiders Vorgänger Bruno Labbadia hatte im Kern ja recht, als er zum Verdruss von Spielern, Funktionären und Publikum immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass diese Mannschaft nicht gut genug sei für höhere Ambitionen. Sie ist aber auch sicher nicht so schlecht, wie sie derzeit unter Schneider spielt. Nur muss sie jetzt plötzlich beweisen, ob sie Kraft genug hat, einen möglichen Abstieg zu vermeiden. Umbrüche können schmerzhaft verlaufen - für den VfB in dieser Saison vielleicht zu schmerzhaft.

© SZ vom 24.02.2014/bwa
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