VfB-Profi Daniel Didavi Didavi ist Zornigers wichtigster Mann

Daniel Didavi ist zum Teilzeit-Zidane geworden beim VfB, aber das hat gereicht, um (neben Favre) zum Lieblingsspieler weiterer Trainer aufzusteigen. Armin Veh liebt lässigen Spielmacherfußball, Huub Stevens liebt bärbeißigen Abwehrspielerfußball, aber in ihrer hemmungslosen Schwärmerei für Didavi waren sie sich einig. Didavi kann Veh glücklich machen, weil er coole Spielmacherpässe spielt. Und er kann Stevens glücklich machen, weil er nicht wie ein anständiger Spielmacher stehen bleibt, wenn er seinen Pass gespielt hat. Er haut sich rein, er grätscht und rempelt und fürchtet weder eine gelbe Karte noch die Knorpel im linken Knie.

Im Moment mache Didavis Knie "einen stabilen Eindruck", sagt Robin Dutt, der Sportvorstand des VfB. Es hat ja eine gewisse Ironie, dass Ginczek und Kostic zurzeit verletzt fehlen, während Didavi, der vermeintlich anfälligste der drei Favre-Helden, den VfB retten muss. Ein Blick in die Statistik hilft, um den Wert dieses Profis für seinen grundsätzlich kriselnden Heimatverein zu verstehen: Er hat bisher tatsächlich alle zehn Saisonspiele bestritten, und nur in zwei dieser zehn Spiele gab es kein Didavi-Tor oder keine Didavi-Vorlage zu protokollieren.

Vier Tore hat er erzielt, vier hat er vorbereitet, und das, obwohl er in der fanatischen Spielidee des Trainers Alexander Zorniger nicht nur als Passgeber, Dribbler und Torschütze eingeteilt ist, sondern auch als Balljäger, Abwehrspieler-Anläufer und Torwart-Attackierer. Dass das alles etwas viel verlangt ist, sieht man am Punktestand des VfB und an den dazugehörigen Profis, die mitunter überfordert wirken von diesem radikalen Multitasking. Nur Didavis Spiel sieht man die Überforderung kaum an.

Wechelt er im Sommer nach Leverkusen?

Man darf die These wagen, dass der VfB vielleicht gar kein grundsätzlich kriselnder Klub wäre, wenn sein bester Spieler in den letzten Jahren statt sieben immer 27 Spiele gemacht hätte. Der Schwabe Didavi hätte zum Gesicht eines neuen VfB werden können, aber ohne ihn ist der Klub auf ein Maß geschrumpft, das dem Spieler nicht mehr gerecht wird. Im Juni 2016 endet Didavis Vertrag, und beim VfB ahnen sie, dass sie ihm nichts Begabungsadäquates bieten können.

Schon diesen Sommer wäre Didavi gern zu Bayer Leverkusen übergelaufen, aber Dutt hat ihn nicht gehen lassen. "Wir wollen ihn immer noch halten, wir müssen unser neues Vertragsangebot nur ausdrucken", sagt Dutt; aber alle gehen davon, dass der Trainerlieblingsspieler den Wechsel nach Leverkusen im Sommer 2016 nachholen wird.

Wenn das Knie hält, hat Daniel Didavi noch viel Karriere vor sich. Seit sieben Jahren ist er Profi, aber wegen des Knies hat er erst 62 Erstligaspiele absolviert - neun weniger als sein 19-jähriger Teamkollege Timo Werner.

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