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Dritter Tag der US Open:Dominik Koepfer kommt in New York an

US Open - Night Session

Dominik Köpfer freut sich über seinen Sieg.

(Foto: Adam Hunger/dpa)

Der Qualifikant steht in der dritten Runde, an diesem Donnerstag spielen gleich sechs Deutsche, Nick Kyrgios schimpft und Venus Williams lässt sich während der Partie eine Tasse Kaffee servieren. Das US-Open-Telegramm.

Es regnet. Grundsätzlich keine schlechte Sache, es soll sogar Leute geben, die den Regen lieber mögen als Sonnenschein. Für ein Tennisturnier freilich ist Regen fatal, weshalb an diesem Tag nur Partien in den beiden Arenen mit Dach ausgetragen werden (Alle Ergebnisse finden Sie hier). Das Match von Dominic Koepfer wird deshalb von Court 17 in eines dieser Stadien verlegt, und das führt zum

Match des Tages:

Dominik Koepfer darf wegen des Regens und auch wegen des verletzungsbedingten Rückzugs von Borna Coric im Louis Armstrong Stadium spielen. Das ist nicht schlecht für einen, der in diesem Jahr schon an Turnieren in Sarasota (USA), Francavilla (Italien) und Ostrava (Tschechien) teilgenommen hat - aber auch eine Umstellung: Auf einem normalen Tennisplatz sehen die Spieler beim Aufschlag: Spielfeld, Werbebande, Himmel. In dieser Arena: Spielfeld, Werbebande, Zuschauer, Anzeigebande, Zuschauer, Anzeigetafel, VIP-Boxen, rote Wand, Dach. "Ich bin ein bisschen nervöser geworden, als ich erfahren habe: die Abendpartie in diesem Stadion", sagte Koepfer danach: "Davon träumt man doch als kleiner Junge."

Koepfer gewöhnt sich recht schnell an diese Bedingungen, er serviert zuverlässig und schafft es, seinen Gegner, den Aufschlag-Kanonier Reilly Opelka, zu bewegen und ihm tatsächlich drei Mal den Aufschlag abzunehmen. "Es ist verrückt, was in den letzten Monaten passiert ist", sagt er nach dem 6:4, 6:4, 7:6(2), während aus den Lautsprechern das Lied "New York Groove" dröhnt. Er ist angekommen in dieser Stadt.

Mitarbeiter des Tages:

Cecilia Alberti, Schiedsrichterin bei der Partie zwischen Kristina Mladenovic und Fiona Ferri. Nach einem gespielten Punkt brach sie die Partie ab. Regen. Zählt als Arbeitstag.

Die Deutschen:

Es gab nur eine Partie mit deutscher Beteiligung.

(siehe "Match des Tages")

Ballwechsel für die Ewigkeit:

Der geblockte Vorhand-Return von Roger Federer die Linie lang am Ende des vierten Satzes gegen Damir Dzumhur. Sieht nicht besonders spektakulär aus, ist aber wegen des 190-km/h-Aufschlages und der Präzision von Federer ein unfassbar komplizierter Schlag.

Hingucker:

Die Aufwärmjacken eines Ausrüsters, oder besser: der aufgedruckte Buchstabe. Alles kann personalisiert werden in den Geschäften auf der Tennisanlage, und naive Beobachter dachten beim Anblick von Angelique Kerber, dass dieses "A" den Anfangsbuchstaben des Vornamens repräsentieren könnte. Dann aber kamen auch Kristina Mladenovic und Carolina Wozniaki mit "A" auf der linken Brust zu ihren Partien. Es steht also einzig für den Hersteller - was ja auch etwas aussagt.

Aufreger

Nick Kyrgios, wer sonst? Der hatte sich über die Strafe (167.000 Dollar) für seinen Ausraster beim Turnier in Cincinnati (er hatte in Richtung Schiedsrichter gespuckt) beschwert: "Die ATP ist sowieso korrupt." Der Weltverband der Männer hat nun eine Untersuchung eingeleitet, und Kyrgios hat seine Aussagen relativiert: "Ich weiß, dass mein Verhalten manchmal kontrovers ist und mich auch in Schwierigkeiten gebracht hat."

Das bringt der Donnerstag

Partien der deutschen Teilnehmer: Andrea Petkovic (17 Uhr gegen Petra Kvitova), Laura Siegemund (17 Uhr gegen Sofia Kenin), Alexander Zverev (18 Uhr deutscher Zeit gegen Frances Tiafoe), Julia Görges (gegen Francesca di Lorenzo, dritte Partie auf Court 4), Jan-Lennard Struff (gegen John Isner, dritte Partie im Louis Armstrong Stadium) und Cedrik-Michael Stebe (gegen Marin Cilic, letzte Partie im Louis Armstrong Stadium).

Spruch des Tages:

"Die Leute haben wie verrückt gebrüllt, und ich habe mir eingeredet, dass sie mich anfeuern würden - aber ich weiß schon, dass das nicht stimmt." (Elina Switolina nach ihrem Sieg gegen Venus Williams)

Witziger Moment:

Venus Williams ließ sich während ihrer Partie gegen Elina Switolina eine Tasse Kaffee bringen - wollte danach aber partout nicht erklären, warum sie das getan an. Mögen die Spekulationen beginnen.

© SZ.de/csi/bix
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