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U21-Europameisterschaft:Nübel als Nummer 1 und Tah als Kapitän

Da ist der Bremer Maximilian Eggestein, 22. Während um seinen jüngeren Bruder Johannes, ebenfalls im EM-Kader, wegen seiner vielen Tore als Nachwuchsstürmer früh ein Hype entstand, entwickelte er sich in Ruhe zu einem verlässlichen Mittelfeldspieler. Eggestein war einer der Gewinner der vergangenen Saison, wurde einmal für die A-Nationalelf nominiert.

Oder Marco Richter, 21, der Offensivspieler vom FC Augsburg: Einerseits galt er immer als besonders talentiert, ein Dribbler und begabter Techniker. Andererseits frühstückte er bis vor Kurzem nicht vor dem Training, weil er gerne lange schlief. Er schoss einmal in der Regionalliga sieben Tore in einem Spiel. Ein anderes Mal spielte er zur Strafe in einem ungewaschenen Trikot, weil er seines zuvor nicht in die Tasche gelegt hatte. Erst spät in der vergangenen Saison zeigte er regelmäßig seine Fähigkeiten. Wenn man ihn auf seine Laufbahn anspricht und fragt, ob er sich die Spiele der deutschen U21-Europameister 2017 im Fernsehen angesehen habe, dann lacht er, verneint und begründet es fast rührend ehrlich: "Ich war nicht so drin im Thema Nationalmannschaft."

Große Ambitionen, aber es geht auch um Erfahrungswerte

Für die U21 geht es in Italien und San Marino auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020, die wäre mit dem Halbfinaleinzug als Gruppenerster oder bester Gruppenzweiter sicher. Die deutsche Mannschaft hat logischerweise mit der von 2017 nicht viel gemein, aber sie ist trotzdem Titelverteidiger. In der Gruppe ist Deutschland mindestens gegen Dänemark (mit Dortmunds Stürmer Jacob Bruun Larsen), und im letzten Gruppenspiel gegen Österreich Favorit. Dritter Vorrundengegner ist Serbien - mit dem bisherigen Eintracht-Frankfurt-Torjäger Luka Jovic als herausragendem Akteur.

Trainer Stefan Kuntz, der sich am Wochenende auf Schalkes Torwart Alexander Nübel als Nummer 1 und Verteidiger Jonathan Tah als Kapitän festlegte, hat vorsorglich im Kicker-Interview schon mal angedeutet, dass es bei der Bewertung eines möglichen Ausscheidens auch auf die Art und Weise ankomme. Die Ambitionen sind groß, aber es soll auch um Erfahrungen gehen, gerade für die Spätstarter. Denen, sagt Schönweitz, könne so ein Turnier einen "Riesenschub" geben.

Florian Neuhaus, der in Kaufering in Oberbayern mit dem Fußball begann, auf einem Hartplatz aus Gummi Tricks lernte und etwas länger brauchte, bis er auf den wichtigsten Rasenplätzen des Landes ankam, soll als Europameister zurückkehren, wenn es nach seinem Manager geht. Und dann? "Flo soll lange in Gladbach sein", sagt Max Eberl, "und hier Nationalspieler werden."

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