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Turn-Olympiasieger:Hambüchen: "Sind Sie bescheuert, gnädige Frau?"

Fabian Hambüchen

"Das Wasser wird plötzlich grün, und dann kriegen alle eine Bindehautentzündung. Das geht gar nicht": Fabian Hambüchen hat in Rio nicht besonders komfortabel gewohnt.

(Foto: dpa)
  • Olympiasieger Fabian Hambüchen äußert sich in einem Interview kritisch zu den Zuständen im olympischen Dorf in Rio.
  • "Organisation, Hygiene, Unterbringung und Verpflegung" seien grenzwertig gewesen, sagt der Turner.
  • Noch im Wettkampf sei er außerdem durch kleinkarierte IOC-Regeln gestört worden.

Turner Fabian Hambüchen hat sich kritisch zur Organisation der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro geäußert. "Die Organisation, Hygiene, Unterbringung und Verpflegung - das war schon grenzwertig", sagte der Gewinner der Goldmedaille am Reck dem Magazin Stern. "Wir sind europäischen Standard gewohnt. Ich habe keinen Tag erlebt, an dem es im olympischen Dorf sauber war", kritisierte Hambüchen.

"Wir mussten das Toilettenpapier in den Mülleimer werfen, weil sonst die Rohre verstopfen. Und dieser Eimer wurde nur alle paar Tage geleert", fügte er hinzu. "Das Wasser wird plötzlich grün, und dann kriegen alle eine Bindehautentzündung. Das geht gar nicht."

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Die "Krönung" seien die kleinkarierten Regeln des IOC gewesen: "Du bist in der Halle und dann kommt plötzlich so 'ne IOC-Frau und vermisst die Logos auf Deinem Trikot mit einem Zentimeterband. Ich habe sie später nur noch Sheriff genannt. Ich sag: Sind Sie bescheuert, gnädige Frau? Ich muss gleich in den Wettkampf. Das ist kleinkarierte Kacke", beschwerte sich der Reck-Spezialist und fügte hinzu: "Es gibt tausend Regeln, und wenn Du bei Facebook bist, merkst Du, dass sich keiner daran hält. Nur wir Deutschen."

"Auf den Tisch hauen. So geht es einfach nicht weiter"

Der Olympia-Held beschwerte sich auch über pingeliges Verhalten der Teamführung. "Mahnungen gab es hin und wieder, weil Leute falsche Kleidung bei der Siegerehrung oder Pressekonferenz trugen. Jemand von uns ist abends in privater Kleidung rausgegangen. Er wurde erwischt, und prompt hatte er einen Zettel an der Tür: Wenn das noch mal passiert, zahlst Du 10 000 Euro Strafe", so Hambüchen.

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Zur Entscheidung, Russland nicht komplett von den Olympischen Spielen auszuschließen, sagte er: "Ich bin eigentlich kein Fan davon, alle zu verbannen. Aber wenn zuverlässige Dopingkontrollen nicht gewährleistet werden, muss man vielleicht eine ganze Nation sperren. Auf den Tisch hauen. So geht es einfach nicht weiter."

An der Stelle sprach Hambüchen auch kritische Worte in Richtung des umstrittenen IOC-Präsidenten Thomas Bach: "Persönlich war es immer nett mit ihm. Aber diese Doping-Problematik ist halt brutal, und da hat er nicht gerade gepunktet."

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