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TSV 1860 München in Ingolstadt:Bandowskis Lauf macht Sechzig froh

FC Ingolstadt v 1860 Muenchen  - 2. Bundesliga

Schon wieder ein Tor: Jannik Bandowski (rechts) trifft auch in Ingolstadt.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Thorsten Fröhling saß aufrecht, seine Schultern hingen lässig vom Körper herab. Die innere Anspannung sah man dem 48-Jährigen nicht an. Der Frage, ob der Job als Cheftrainer des abstiegsbedrohten Zweitligisten TSV 1860 München nicht ziemlich nervenaufreibend sei, entgegnete Fröhling verschmitzt: "Also wenn wir so punkten, bin ich zwar zehn Jahre älter. Aber das ist dann auch egal."

Verdient war das 1:1 seiner Mannschaft beim FC Ingolstadt nicht gerade, doch Fröhling war es schnuppe. Er freue sich über die Effektivität seiner Mannschaft, "schließlich haben wir gegen den Tabellenführer gespielt." Jannik Bandowski war es in der 83. Minute gelungen, den Führungstreffer des Ingolstädters Danilo Soares (41.) auszugleichen. Auf Platz 15 sind die Sechziger vorerst gesprungen, zwar noch nicht frei von Abstiegssorgen, aber immerhin: über dem Strich. Der unerwartete Punkt beim Liga-Primus kann im Abstiegskampf noch wichtig werden.

Kritik an Rubin Okotie

Zwar resümierte Fröhling, er habe spielerisch eine Steigerung gegenüber dem St.-Pauli-Spiel gesehen: "Heute haben wir uns schon mal zwei Ecken erspielt." Trotzdem war seine Mannschaft zumeist ideenlos und ohne jeglichen Spielwitz über die Grünfläche gerannt. Vor allem die Offensivkräfte wirkten völlig abwesend. "Wir haben es verpasst uns Chancen auszuspielen, weil wir die Bälle nicht effektiv weitergeleitet haben", so der Coach.

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Damit zielte Fröhling besonders auf Stürmer Rubin Okotie ab, der verletzungsbedingt nur eine Halbzeit mitwirken konnte. Schon in den vergangenen Partien schien es, als fände Okotie nur schwer Zugang zum Spiel. "Hätte Rubin den Ball heute zweimal weitergeleitet, hätten wir mehr Chancen gehabt", bilanzierte Fröhling.

Dass der TSV 1860 dem Tabellenführer doch noch einen Punkt abspenstig machen konnte, hatte Fröhling Bandowski zu verdanken. Der Zugang hatte mit einem wuchtigen Schuss von halblinks den überraschenden Ausgleichstreffer erzielt, damit gelang dem 20-Jährigen in seinem vierten Saisonspiel bereits sein zweites Tor. "Der Junge hat einen kleinen Lauf", lobte Sportvorstand Gerhard Poschner seinen Linksverteidiger, "ich hoffe, der geht weiter." Bandowski erklärte seine Tat mit nahezu banalen Worten: "Wenn der Ball einigermaßen gut kommt, dann treffe ich halt."

Bandowski spielt gerne in der Offensive

Dass er mit Maximilian Wittek eigentlich um einen Stammplatz in der Abwehr buhlen sollte, nun aber mit ihm das offensive Mittelfeld verstärkt, freut Bandowski. Er spiele gerne offensiver, vor allem "wenn die Mitspieler mir so gute Bälle zupassen wie heute. Außerdem finde ich, dass es im Mittelfeld mit Wittek und mir gut harmoniert."

Ebenfalls positiv war Bandowski der Rückhalt der mitgereisten 1860-Fans aufgefallen. Mehr als 3000 hatten sich trotz des ungeliebten Montagabendtermins unter die 15.000 Zuschauer in der Ingolstädter Arena gemischt. "Das war heute wie ein Heimspiel mit den Fans", befand Bandowski. Die Leidenschaft der Fans entspannte auch den neuen Cheftrainers. "Auch wenn der Punktgewinn glücklich war, das war Leidenschaft", sagte Fröhling. Er fügte hinzu: "Auch von den Fans."