TSV 1860 München: Einzelkritik:Lauth knackt den Liga-Krösus

Ein Torwart, der auch für 20 Prozent Gehalt spielt. Ein Abwehrspieler, dem sogar das Trikot gekürzt wurde. Und ein Stürmer, der traumhaft in den Winkel trifft. Wer hat beim 1:0 gegen Hertha überzeugt? Die Einzelkritik mit Vote.

Albert Linner, Fröttmaning

TSV 1860 München: Einzelkritik

Gabor Kiraly

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(Foto: dpa)

Ein Torwart, der auch für 20 Prozent Gehalt spielt. Ein Abwehrspieler, dem sogar das Trikot gekürzt wurde. Und ein Stürmer, der traumhaft in den Winkel trifft. Wer hat beim 1:0 gegen Hertha überzeugt? Die Einzelkritik mit Vote. An ihm scheint die Diskussion um die Gehaltskürzung spurlos vorbeigegangen zu sein. Strahlte eine Ruhe aus, als könnte ihm auch eine Kürzung um 80 Prozent nichts anhaben. Machte selbst bei kleineren Unsicherheiten noch einen souveränen Eindruck. Tröstete, da zeitweise unterbeschäftigt, zwischendurch noch Aleksandar Ignjovski nach einem Fehlpass.

TSV 1860 München: Einzelkritik

Antonio Rukavina

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(Foto: imago sportfotodienst)

Hatte in der Anfangsphase einige Unkonzentriertheiten, was im Laufe des Spiels besser wurde. Die meisten gefährlichen Angriffe der Hertha liefen über seine Abwehrseite. Ließ sich mehrmals von Ramos und Rukavytsya überlaufen. Auch im Spiel nach vorne kaum präsent. Gehaltskürzung heute eher gerechtfertigt.

TSV 1860 München: Einzelkritik

Stefan Bell

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(Foto: imago sportfotodienst)

Wirkte auf dem Platz nicht wie ein 19-Jähriger, sondern strahlte eher die Ruhe eines 35-Jährigen aus. War vor allem in der Luft omnipräsent. Bell gewann beinah alle seine Zweikämpfe und Kopfballduelle und war damit hauptverantwortlich dafür, dass Berlins wütender werdende Angriffe in der zweiten Halbzeit verpufften. Nahezu fehlerlos.

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Kai Bülow

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(Foto: imago sportfotodienst)

Spielte kurzärmlig, als sei ihm nicht nur das Gehalt, sondern auch das Trikot gekürzt worden. Entsprechend steifgefroren und hölzern wirkte er zu Beginn in einigen Situationen. Nicht ganz so souverän wie Kollege Bell. Wurde in der zweiten Halbzeit mehr gefordert und steigerte sich. Kaum Fehler.

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Stefan Buck

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Hatte seine auffälligste Szene, als er kurz nach der Halbzeit einen Ball von der Linie grätschte. Buck (hier im Spiel gegen Frankfurt) überzeugte ansonsten durch sein Stellungsspiel und hatte deutlich weniger Probleme als Außenverteidiger-Kollege Rukavina auf der Gegenseite. War sein Geld heute wert.

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Aleksander Ignjovski

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War der gewohnt emsige Balleroberer im Mittelfeld , hatte aber auch einige Schwächen im Aufbauspiel. Starkes Zweikampfverhalten. Wenn er mal einen Ball verlor, holte er ihn sich umgehend zurück. Sein Einsatzwille hätte eher eine Gehaltserhöhung denn eine Kürzung verdient.

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Wieselte gleich von Beginn an des öfteren die Linie entlang. Das wurde jedoch zwischenzeitlich vom Schiedsrichtergespann unterbunden, das Bierofka nach einer Behandlung an der Seitenlinie minutenlang nicht wieder mitspielen ließ. Wieselte auch nach der Halbzeitpause wieder und hatte eine gute Aktion samt Torschuss. Mit zunehmender Spieldauer und steigendem Berliner Druck jedoch immer mehr in der Defensive gefordert.

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Daniel Halfar

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(Foto: dapd)

Kam meist über rechts, tauschte aber ab und an die Position mit Alexander Ludwig und zog nach innen, was dem Spiel der Löwen eine gewisse Variabilität verlieh. Halfar (hier im Spiel gegen Köln) trickste sich einige Male um seine Gegenspieler herum, was zwar nett anzusehen war, jedoch nur bedingt effektiv. Machte in der 55. Minute für den defensiveren Schindler Platz.

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Alexander Ludwig

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(Foto: imago sportfotodienst)

Hat eine interessante Entwicklung hinter sich gebracht und könnte langsam tatsächlich als "Kämpfernatur" durchgehen. Kaum Kabinettstückchen (die kosten extra), dafür einige Grätschen und gewonnene Zweikämpfe. Seine Standardsituationen flogen meist gefährlich in den Berliner Strafraum, fanden aber nur selten einen Abnehmer. Wurde in der 75. Minute mit wärmendem Applaus vom Münchner Publikum verabschiedet.

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Djordje Rakic

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Lief kurzärmlig auf und ging entsprechend lange Wege, um sich warm zu halten. Verlor so gut wie kein Kopfballduell und harmonierte gut mit seinem Sturmpartner Lauth. Seine Mähne war stets in Wallung, da Rakic (in der Bildmitte) entweder sprang, sprintete oder grätschte. Die Gehaltskürzung scheint ihn nur noch mehr motiviert zu haben. Bezeichnend für seine starke Leistung war, als er einem eigentlich viel zu weiten Ball nachjagte, ihn erhaschte und damit die rote Karte von Berlins Torwart Marco Sejna provozierte.

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Benjamin Lauth

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(Foto: dpa)

Packte mit der ersten Ballberührung gleich einen feinen Hackentrick aus. Machte genauso inspiriert weiter und brachte die Löwen in der 11. Minute mit einem traumhaft schönen Tor aus 20 Metern in Führung. Tauchte mit Fortlauf des Spiels zunehmend unter und taute erst in den letzten zehn Minuten wieder auf, scheiterte in diesen jedoch mehrmals an Berlins Aushilfstorwart Fabian Lustenberger. Wurde bei seiner Auswechslung in der letzten Minute frenetisch gefeiert. Allein wegen seines Tores jeden Cent wert.

TSV 1860 München: Einzelkritik

Christopher Schindler

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(Foto: imago sportfotodienst)

Kam in der 55. Minute für Daniel Halfar ins Spiel. War die Antwort von Rainer Maurer auf den steigenden Berliner Druck. Agierte unauffällig vor der Abwehr und machte seine Sache ordentlich.

TSV 1860 München: Einzelkritik

Moritz Leitner

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(Foto: Bongarts/Getty Images)

Wurde in der 75. Minute für Alexander Ludwig eingewechselt. Brachte nochmal Schwung ins Spiel von 1860 und scheiterte mit einem schönen Schlenzer am Querbalken.

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