Trainersuche bei 1860 München Abrechnung direkt aus dem Urlaub

Vizepräsident Helfer, Geschäftsführer Schäfer und Sportchef Hinterberger suchen als Findungskommission den neuen Trainer für den TSV 1860 München. Präsident Mayrhofer wirft Ex-Trainer Schmidt mangelnde soziale Kompetenz vor.

Von Markus Schäflein

Am Montagmorgen versammelten sich die Zweitliga-Fußballer des TSV 1860 München auf einem Sportplatz im Olympiapark zum Laktattest. Die Einheit wurde von Assistenztrainer Markus von Ahlen geleitet, der die Verantwortung übergangsweise vom geschassten Chef Alexander Schmidt übernommen hat. Zur Situation wollte sich von Ahlen nicht äußern, seine persönliche Lage ist ja klar: Er wird den Posten nicht übernehmen, 1860 sucht einen erfahrenen Nachfolger.

Ganz im Sinne von Noor Basha, dem Cousin von Investor Hasan Ismaik, der am Montag mal wieder zur Sache twitterte: "Diejenigen, die sich nicht an die Vergangenheit erinnern, sind dazu verurteilt, sie zu wiederholen." Es ist also von Ahlens Pech, dass er wie sein erfolgloser Vorgänger aus der U21 kommt und eine solche interne Lösung bei Sechzig offenbar erstmal nicht mehr vermittelbar ist.

Also fährt die so genannte Trainerfindungskommission, bestehend aus Vizepräsident Peter Helfer, Geschäftsführer Robert Schäfer und Sportchef Florian Hinterberger, derzeit durch die Lande und trifft Übungsleiter. Als Sprecher der Kommission trat ausschließlich Helfer in Erscheinung - Schäfer und Hinterberger, die KGaA-Vertreter, schotteten sich ab. Eine bewusste Arbeitsteilung soll das sein.

TSV 1860 München in der Einzelkritik

Tatenlos zugeschaut

Nicht dabei ist Präsident Gerhard Mayrhofer, der in Dänemark ist und keine Veranlassung sah, seinen Urlaub sofort abzubrechen; am Wochenende wird er wohl zurückkehren, und er steht ohnehin in ständigem Telefonkontakt mit seinem Kollegen Helfer. Die ausführliche Erklärung für den Trainerwechsel ließ sich Mayrhofer aber auch im Urlaub nicht nehmen.

Am Montag rechnete er via tz überraschend deutlich mit Schmidt ab. "Es gab ja genügend Ressentiments bei vielen Leuten, aber ich bin jemand, der sich erst etwas anschauen will, bevor er urteilt", sagte Mayrhofer. Und nachdem er sich alles angeschaut hatte, urteilte er so: "Schmidt mag vielleicht ein guter Trainer sein, aber seine soziale Kompetenz, was den Umgang mit Menschen betrifft, war nicht gut." Als Beispiel nannte er "das Szenario mit dem Benny".