Trainerfrage in Stuttgart Magath läuft sich beim VfB warm

Ein Engagement von Felix Magath beim VfB Stuttgart wäre kurios.

(Foto: dpa)
Von Frieder Pfeiffer, Stuttgart

Leicht erklomm er die Stufen, mit einem breiten Lächeln, das die Spieler, die für ihn in all den Jahren mit Medizin- bällen bepackt Treppen hinaufgesprintet waren, eher selten auf den Lippen hatten. Felix Magath genoss seinen Auftritt in Stuttgart, denn natürlich hörte man die Zuschauer auf der Haupttribüne hier und da raunen: "Genau so einen brauchen wir."

Im Ländle wächst die Sehnsucht nach traditioneller Malocher-Mentalität auf der Bank. Mehr Medizinball wagen - dieser bei den schwäbischen Bruddlern verbreiteten Meinung ist auch der Fußballlehrer Magath selbst. Vor gut zehn Jahren hatte er den VfB in die Champions League geführt. Nun bringt sich Magath so kompromisslos offensiv in Stellung wie Alexander Zorniger die Stuttgarter zu Saisonbeginn auf Abwehrreihen zustürmen ließ. Letzteres ging letztlich nicht gut. Und auch Magaths Chancen sind eher gering.

Robin Dutt spielt auf Zeit

Die VfB-Verantwortlichen würden grundsätzlich gerne an ihrem mit Zorniger eingeschlagenen offensiven Weg festhalten. Und deswegen halten sie vorerst auch an Interimscoach Jürgen Kramny fest, der am kommenden Freitag in Mainz wieder auf der Bank sitzen wird. Sportdirektor Robin Dutt lässt sich nicht hetzen bei der Trainersuche. Er weiß, die Entscheidung dürfte die wichtigste seiner bisherigen Zeit in Stuttgart sein.

Die Täuscher des Spieltags

Außerirdisch? Doch nicht die Bayern!

Die solide Übergangs- lösung Kramny verschafft ihm Zeit, also versucht er sie wo es geht zu stärken. Den richtigen Ton im Umgang mit den Spielern treffe der frühere Coach der zweiten Mannschaft, lobte Dutt, und verriet damit mehr über Zorniger als über Kramny.

Auf dem Platz sind die Unterschiede zwischen beiden Trainern offensichtlich. Das Team habe Geschenke verteilt wie der Nikolaus, ließen die Fans während des Spiels via Banner wissen. Beim 1:1 gegen durchaus nicht übermächtige Bremer agierten die Stuttgarter nun phasenweise in einem vorsichtigen 4-3-2-1. Das war an diesem zweiten Advent auch in seiner Umsetzung ein betont schlichter Tannenbaum.