Torhüter Jordan Pickford Vorbei an renommierten Konkurrenten zur Nummer 1

Für knapp 35 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen wechselte Pickford 2017 von Absteiger Sunderland zum FC Everton. Die Ablöse machte ihn auf Anhieb zum teuersten britischen Keeper und zum drittteuersten überhaupt nach dem Brasilianer Ederson und Gianluigi Buffon aus Italien, der zu Beginn des Jahrtausends für mehr als 50 Millionen Euro den AC Parma für Juventus Turin verließ.

Der damals weit über dem Marktwert des Spielers ausgehandelte Preis resultierte aus Pickfords für einen englischen Schlussmann seltenen Fähigkeit, mit dem Ball am Fuß ähnlich gut agieren zu können wie ein Feldspieler. Mit seinem linken Fuß ist er in der Lage, den Ball präzise und fast aus dem Stand heraus überall auf dem Platz hinzuspielen. Diese Qualität ermöglicht England bei Bedarf eine schnelle Spielfortsetzung, die den Gegner umgehend nach hinten drängt.

Seine geringe Reichweite mit bloß 1,85 Meter an Körperlänge versucht Pickford über Beweglichkeit und Sprungkraft auszugleichen. Sein Verständnis fürs Spiel und seine Auffassungsgabe helfen ihm bei der richtigen Positionierung im Strafraum. In 69 Spielen in der Premier League hat Pickford bisher 109 Gegentore hinnehmen müssen, in der vergangenen Saison kam er bei 38 Ligaeinsätzen auf zehn Partien ohne Gegentor. In der Gruppenphase der Europa League, in der Everton auf dem dritten Platz hängen blieb, gab er sein Debüt in einem europäischen Wettbewerb.

Der internationale Durchbruch gelang dem selbstsicheren Pickford bei seinem Debüt im Trikot der Three Lions im November 2017. Beim 0:0 im Test gegen Deutschland bewahrte er sein Team im Wembley-Stadion vor einer Niederlage, indem er mehrmals die Torschüsse der deutschen Angreifer Timo Werner und Leroy Sané abwehrte, einmal sogar zwei direkt nacheinander. Dieser Einstand ermöglichte es Nationaltrainer Gareth Southgate, Pickford an dessen renommierteren Konkurrenten vorbei zur Nummer 1 zu machen. Seitdem sind die Engländer mit Pickford im Tor dabei, die früheren Ansichten der anderen Länder über ihre Nationalmannschaft zu revidieren.

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