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Topnews:WM-Countdown: Frankreich weint, England schimpft

Hamburg (dpa) - England beschwert sich über den WM-Ball, Frankreich beklagt das Aus von Mittelfeld-Motor Lassana Diarra und Brasilien testet die Fitness: Eine Woche vor der endgültigen Kadernominierung für die Fußball-WM in Südafrika wartet auf die Nationaltrainertrainer noch viel Arbeit.

Bis spätestens zum 26. Mai heißt es dann auch für die Teams mit Champions-League-Finalisten endlich: "Alle Mann an Bord". Mit neuem Kapitän und der Finalteilnahme als erklärtem Ziel beendeten die Engländer Teil eins der WM-Vorbereitung in Österreich. Während des Höhentrainingslagers in der Steiermark hat Coach Fabio Capello Verteidiger Rio Ferdinand (Manchester United) zum Nachfolger des als Kapitän abgesetzten John Terry erklärt. In der "Times" war der Italiener zwar mit den Leistungen zufrieden, beklagte sich aber über den WM-Ball: "Für Torhüter ist der Ball fürchterlich, er bewegt sich dauernd. Auch meine Spieler haben Schwierigkeiten mit der Ballkontrolle, wenn der Ball hart gespielt wird."

Trotz der technischen Probleme zählt der Star-Trainer sein Team zu den WM-Favoriten: "Meine Mannschaft, die englische Mannschaft, kann jeden Gegner schlagen. Ich habe großes Vertrauen in mein Team. Mein Ziel ist das Finale." Auch Europameister Spanien hat mit seinem 23-Mann-Kader den Feinschliff begonnen. Am 28. Mai fährt die Elf von Trainer Vicente del Bosque von Madrid nach Österreich, um dort in Tests gegen Saudi-Arabien und Südkorea an der WM-Form zu feilen.

Während Brasilien noch ohne die drei Champions-League-Sieger Lucio, Maicon und Julio Cesar von Inter Mailand bei einem Fitness- Test in Curitiba den Zustand der WM-Fahrer überprüfte, muss Vize-Weltmeister Frankreich den Ausfall von Stratege Diarra verkraften. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid sei "ausgelaugt" und habe im Trainingslager im rund 2000 Meter hoch gelegenen Alpen-Dorf Tignes mit Magenschmerzen "sehr gelitten", sagte Trainer Raymond Domenech.

Dafür kehrte Franck Ribéry nach seiner Vertragsverlängerung bei Bayern München bis 2015 ohne Zukunftssorgen nach Tignes zurück und nahm kurz nach seiner Ankunft auch an einer Trainingseinheit teil. Für Domenech ist der Verlust Diarras ein "schwerer Schlag für alle, aber so etwas schweißt die Gruppe zusammen". Seinem verletzten Kapitän William Gallas will der Coach noch eine Chance geben. Der Verteidiger des FC Arsenal laboriert noch an einer Ende März erlittenen Wadenverletzung. Am 1. Juni müssen alle Teams dem Weltverband FIFA ihre endgültigen 23-Mann-Kader für die WM-Endrunde vom 11. Juni bis 11. Juli in Südafrika mitteilen.

Für HSV-Star Ruud van Nistelrooy sind die Chancen weiter gesunken, als Nachrücker doch noch mit der niederländischen Elf nach Südafrika zu fliegen. Nach der Oberschenkelverletzung von Ryan Babel ist Bondscoach Bert van Marwijk optimistisch, dass der Stürmer des FC Liverpool rechtzeitig zu alter Stärke findet. Am Montag trainierte Babel erstmals wieder. Nach der verpassten WM-Teilnahme 2006 träumt die "Elftal" diesmal vom großen Coup: "Wir haben bei der letzten EM gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft haben. Ich denke, dass wir Möglichkeiten haben", sagte Babels Club-Kollege Dirk Kuyt, "wenn wir einen guten Tag haben, sind wir in der Lage, jedes Land zu schlagen."