Thorsten Fink wechselt zum HSV Vision FC Bayern

Ottmar Hitzfeld, der Fink beim FC Bayern trainierte, hat dessen Entwicklung "nicht überrascht". Er habe schon als Profi wie ein Trainer gedacht, meint Hitzfeld. Und Hannes Bongartz, bei dem Fink im Team von Wattenscheid 09 seine ersten Schritte als Profi unternahm, sagt: "Er hat etwas, was andere Trainer nicht haben."

Applaus, Applaus: Thorsten Fink, 43, beglückwünscht sich zu seinem Wechsel nach Hamburg.

(Foto: dpa)

Die sogenannte Philosophie des Fußballlehrers, der mit dem FC Basel in zwei Jahren zweimal den Titel und einmal den Schweizer Pokal gewann und zuletzt eine prima Rolle in der Champions League spielte (gerade gab es ein 3:3 bei Manchester United), deckt sich ziemlich genau mit der Philosophie und der Mentalität von Arnesen. Beide sind freundlich und kontaktfreudig, aber keine Kumpeltypen.

Notfalls schrecken sie vor unpopulären Maßnahmen nicht zurück und nehmen auf große Namen keine Rücksicht. Fink - die alte Hitzfeld-Schule! - rotiert gerne, und er mag, wie Arnesen, freche Spieler. Wobei er gerade jungen Profis, die der HSV im Moment zur Genüge beschäftigt, Fehler zugesteht. Beide stärken ihre Mitarbeiter und Führungsspieler durch großes Vertrauen.

Und beide haben die gleiche Idee vom Fußball. In Basel spielte Fink am liebsten ein 4-4-2-System mit drei offensiven Mittelfeldspielern und zwei offensiven Außenverteidigern. Eine sehr dominante Variante, die - zumindest so lange sich der HSV im Abstiegskampf befindet - auch mal nach hinten losgehen kann. Natürlich, sagte Fink dem Internetportal Sport1, sei erst einmal der Klassenerhalt wichtig, aber dann folgte schon seine erweiterte Zielsetzung: "Am Saisonende sollten wir es bis ins Mittelfeld schaffen, aber ins obere, bitte schön."

Dass er das schaffen könne, davon sind die Spieler des FC Basel überzeugt. HSV-Stürmer Mladen Petric, der einst in Basel spielte, bekam schon am Donnerstagmorgen einige SMS von früheren Kollegen. Einer schrieb, jetzt kriege er ja endlich mal einen guten Trainer, ein anderer, er habe nie einen besseren Coach gehabt.

Bleibt nur die Frage, ob die angestrebte Kontinuität über das Jahr 2014 hinaus reicht. Frank Arnesen stellt sich eine Zusammenarbeit von "mindestens zweieinhalb Jahren vor". Doch Fink, der Wahrsager in eigener Sache, hat ja noch eine andere Vision: Irgendwann möchte er mal Trainer des FC Bayern sein. Die Chance, dass er auch dieses Ziel erreicht, scheint nach seiner bisherigen Vita durchaus gegeben zu sein.