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Ehemaliger Team-Telekom-Betreuer:D'hont nennt Zabel den "größten Schauspieler von allen"

File picture of leader's Yellow jersey holder German Jan Ullrich and green sprinter jersey holder team mate and compatriot Erik Zabel waiting for the start of the 190,5km 8th stage of the Tour de France Cycling race

Jan Ullrich und Erik Zabel bei der Tour de France 1998.

(Foto: Reuters)

Der einstige Masseur des Team Telekoms äußert sich zu den jüngsten Doping-Enthüllungen. US-Trainer Jürgen Klinsmann muss seiner Mannschaft im Finale des Gold Cups gegen Panama von der Tribüne aus zusehen. Auch die B-Probe von Sprinter Tyson Gay ist positiv.

Doping, Team Telekom: Der ehemalige Team-Telekom-Betreuer Jef D'hont hat den Ex-Radprofi Erik Zabel nach den jüngsten Doping-Enthüllungen den "größten Schauspieler von allen" genannt. "Sie haben einfach alle gelogen, Ullrich, Zabel und auch Teamchef Walter Godefroot, und der größte Schauspieler von allen ist Erik Zabel", sagte D'hont dem Nachrichtenmagazin Focus, ohne Details zu nennen. Der 71-jährige Belgier d'Hont war zwischen 1992 und 1996 als Masseur beim Team Telekom angestellt. Er erhielt wegen Beteiligung an der Festina-Affäre während der Tour de France 1998 eine Bewährungsstrafe. Im April 2007 berichtete er in einem Buch über systematisches Doping im Team Telekom und trat später vor Gericht als Kronzeuge gegen Jan Ullrich auf.

Zabel (43) hatte im Mai 2007 während einer Pressekonferenz unter Tränen Dopingmissbrauch gestanden. Er betonte damals aber, nur 1996 kurzzeitig Epo genommen zu haben. Am Mittwoch enttarnte ihn die Anti-Doping-Kommission des französischen Senats als Dopingsünder der Tour de France 1998 - genau wie den 97er-Sieger Jan Ullrich, Marco Pantani und zahlreiche weitere damalige Spitzenfahrer. Ullrich hat Epo-Gebrauch stets bestritten. Der renommierte Kölner Dopingexperte Wilhelm Schänzer geht davon aus, "dass 1998 und 1999 noch deutlich mehr Fahrer als die nun Überführten Epo im Blut hatten". Nach der Entwicklung eines Nachweisverfahrens im Jahr 2000 seien die "gleichen Fahrer dann auf Eigenblut-Doping umgestiegen", sagte Schänzer dem Focus: "Zabel und Ullrich sollten endlich die Konsequenzen ziehen und reinen Tisch machen."

FC Bayern beim Uli-Hoeneß-Cup in der Einzelkritik

Kopfballungeheuer Philipp Lahm

Jürgen Klinsmann, Gold-Cup: US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann ist für das Finale des Gold Cups gesperrt worden. Das teilte der zuständige CONCACAF-Verband einen Tag vor der Partie an diesem Sonntag in Chicago gegen Panama mit. Klinsmann war in der Halbfinalpartie gegen Honduras aus der Coaching Zone verwiesen worden. "Ich habe nur aus Wut den Ball auf den Boden geknallt, weil unser Kapitän zuvor mehrmals brutal gefoult wurde. Die Fernsehbilder zeigen dies auch sehr deutlich", hatte Klinsmann vor der Urteilsentscheidung in einem dpa-Interview erklärt.

Die Disziplinarkommission des Fußball-Kontinentalverbandes wertete Klinsmanns Wutausbruch etwas anders. Klinsmann sei aus dem technischen Bereich verwiesen worden, nachdem er seine abweichende Meinung gegenüber dem Schiedsrichter zum Ausdruck gebracht habe, indem er den Ball in "tätlicher Weise" geworfen habe. Gegen die Entscheidung kann keine Berufung eingelegt werden, hieß es in einer Mitteilung auf der CONCACAF-Homepage. Klinsmann hatte schon vorher bekundet, wie er einen Ausschluss für das Finale finden würde: "Das wäre einfach schade." Wer ihn kenne, wisse, dass er zwar immer engagiert mitgehe, aber nichts gegen Schiedsrichter oder Gegenspieler sage oder mache, betonte der ehemalige Nationalspieler und - Trainer, der als US-Coach vor dem ersten Titelgewinn steht.

Tyson Gay: Nach der A-Probe ist auch die B-Probe des Sprinters Tyson Gay (USA) positiv ausgefallen. Dies berichten US-Medien unter Berufung auf Informationen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur (USADA). Zudem sei der Jahresweltbeste über 100 m (9,75 Sekunden) im Rahmen eines weiteren Wettkampfes Ende Juni positiv auf eine verbotene, aber nicht näher definierte Substanz getestet worden. Der 30 Jahre alte Dreifach-Weltmeister von 2007 hatte nach dem positiven Befund in einer Telefonkonferenz seinen Verzicht auf die Weltmeisterschaften in Moskau (10. bis 18. August) erklärt.

Schwimm-WM: Svenja Zihsler und Christian Reichert haben bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Barcelona das Freiwasser-Rennen über 25 Kilometer entkräftet aufgeben müssen. Zihsler wurde am Samstag von Bundestrainer Stefan Lurz nach etwa dreieinhalb Stunden im Hafenbecken zur Aufgabe geraten. Die 19-jährige Würzburgerin musste zunächst im Rollstuhl zur medizinischen Versorgung gebracht werden, erholte sich aber schnell. Auch Reichert wurde von einem Rettungsboot an Land gebracht. "Ich konnte nicht mehr, bin von einer Sekunde auf die andere leergelaufen. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr bewegen, hab mich körperlich total erschöpft gefühlt", sagte der 28 Jahre alte Polizist aus Wiesbaden.

Er bestritt wie Rekord-Weltmeister Thomas Lurz sein erstes Rennen über 25 Kilometer überhaupt. Beide hatten sich in den Dienst der Mannschaft gestellt, um in der Champions Trophy des besten WM-Teams die führenden Brasilianer doch noch abzufangen. Nach etwa vier Stunden lagen Lurz und Angela Maurer noch gut im Rennen.

Fußball, Manipulation: Im Skandal um manipulierte Spiele im italienischen Fußball hat ein Gericht die langjährige Sperre für den früheren belgische Nationaltorwart Jean-Francois Gillet bestätigt. Auch die Einsprüche elf weiterer gesperrter Spieler lehnte das Gericht ab, wie der italienische Fußballverband am Samstag mitteilte. Der neunmalige Nationalspieler Gillet war vor rund eineinhalb Wochen wegen Spielmanipulationen für drei Jahre und sieben Monate gesperrt worden. Er hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Gillet, der mittlerweile für den Serie-A-Club FC Turin spielt, soll in seiner Zeit beim AS Bari in den Partien gegen Treviso (2008) und Salernitana (2009) manipuliert oder Wissen um Manipulationen nicht weitergegeben haben. Ebenfalls gesperrt wurde am Samstag der frühere Treviso-Profi William Pianu, gegen dessen Freispruch der Staatsanwalt Berufung eingelegt hatte. Die Sperren für zwei weitere Spieler reduzierte das Gericht.

Formel 1, Rahmenvertrag: Bei der Einigung über ein neues Concorde Agreement für die Formel 1 ist ein weiterer wichtiger Schritt erfolgt. Der Internationale Automobilverband FIA teilte am Samstag in Budapest vor dem Großen Preis von Ungarn mit, dass die Formel-1-Gruppe und die FIA ein Abkommen unterzeichnet hätten. Darin sei der Rahmen für einen neuen Vertrag festgelegt. Im Concorde Agreement werden unter anderem die Verteilung der TV-Gelder und zahlreiche weitere grundlegende Richtlinien in der Formel 1 geregelt. Dabei gibt es angesichts teilweise extrem konträrer Interessen immer große Diskussionen. Wie die FIA in der knappen Pressemitteilung weiter bekanntgab, tritt das Abkommen in Kraft, wenn es die jeweiligen Entscheidungsgremien der beiden Parteien in den kommenden Wochen unterzeichnet hätten.

Fußball, Manipulation: Im Skandal um manipulierte Spiele im italienischen Fußball hat ein Gericht die langjährige Sperre für den früheren belgische Nationaltorwart Jean-Francois Gillet bestätigt. Auch die Einsprüche elf weiterer gesperrter Spieler lehnte das Gericht ab, wie der italienische Fußballverband am Samstag mitteilte. Der neunmalige Nationalspieler Gillet war vor rund eineinhalb Wochen wegen Spielmanipulationen für drei Jahre und sieben Monate gesperrt worden. Er hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Gillet, der mittlerweile für den Serie-A-Club FC Turin spielt, soll in seiner Zeit beim AS Bari in den Partien gegen Treviso (2008) und Salernitana (2009) manipuliert oder Wissen um Manipulationen nicht weitergegeben haben. Ebenfalls gesperrt wurde am Samstag der frühere Treviso-Profi William Pianu, gegen dessen Freispruch der Staatsanwalt Berufung eingelegt hatte. Die Sperren für zwei weitere Spieler reduzierte das Gericht.

NBA, Elias Harris: Der NBA-Traum von Basketball-Nationalspieler Elias Harris geht in Erfüllung. Der 24-Jährige unterzeichnete einen Zweijahresvertrag bei den Los Angeles Lakers. Das bestätigte Medienberichten zufolge sein Agent Mark Bartelstein. "Ich möchte allen danken, die auf diesem Weg an mich geglaubt und mich unterstützt haben", twitterte Harris selbst: "Nun ist es an der Zeit, noch härter zu arbeiten." Laut Los Angeles Times einigten sich der 16-malige Meister und Harris auf einen Minimum-Gehaltsvertrag. Konkret bekommt der 24-Jährige demnach garantierte 490 180 US-Dollar (369 175 Euro) in seiner ersten Saison.

Ob er letztlich auch in der kommenden Spielzeit in dem Team um den derzeit noch verletzten Kapitän Kobe Bryant auflaufen wird, ist damit aber noch nicht sicher. Das Lakers-Aufgebot soll erst nach den anstehenden Trainingscamps bekanntgegeben werden. Empfohlen hatte sich Harris durch seine Auftritte in der Summer League der nordamerikanischen Profiliga, nachdem er beim Draft nichts berücksichtigt worden war. Harris ist nach Superstar Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks), Tim Ohlbrecht (Philadeplhia 76ers) und Dennis Schröder (Atlanta Hawks) sowie seinem neuen Teamkollegen Chris Kaman aktuell der fünfte Deutsche mit einem NBA-Vertrag.

Zehn schnellste 100-Meter-Sprinter

Jede Menge Lug und Trug

Usain Bolt, Diamond League: Weltrekordler Usain Bolt hat beim Diamond League-Meeting in London die 100 Meter in persönlicher Saisonbestzeit sicher gewonnen. Der Jamaikaner setzte sich am Freitagabend im Olympiastadion in 9,85 Sekunden durch, blieb dabei aber über der Bestmarke des US-Dopingsünders Tyson Gay (9,75) für dieses Jahr. Zwei Wochen vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau kam Michael Rodgers (USA) in 9,98 Sekunden auf Rang zwei vor Nesta Carter (Jamaika/9,99). Für Bolt war es der erste Auftritt in London nach seinem Dreifach-Triumph im vergangenen Jahr bei den Sommerspielen und sein erster Start nach Bekanntwerden der positiven Proben seiner Sprintrivalen Gay und Asafa Powell (ebenfalls Jamaika) am 14. Juli.

FC Bayern München: Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng hat Uli Hoeneß' mahnenden Worten beigepflichtet. "Wir können selbstbewusst sein, aber Arroganz wäre total fehl am Platz", sagte der Verteidiger des Triple-Siegers FC Bayern München in einem Interview der Bild-Zeitung (Samstag). Das Schwierigste sei es, oben zu bleiben, meinte Boateng, nachdem der deutsche Rekordmeister in der vergangenen Saison praktisch alles abgeräumt hatte. "Wenn man ganz oben ist, kommt die Höhenluft. Von der dürfen wir nicht zu viel einatmen. Die Höhenluft ist unser größter Gegner", hatte Bayerns Präsident Hoeneß zuvor gewarnt. Boateng ist sich aber sicher: "Wir haben nicht die Typen, die zu Zufriedenheit neigen." Die Voraussetzungen für eine weitere große Saison seien da, "aber wir müssen so bescheiden bleiben wie letztes Jahr", forderte Boateng vom "stärksten Bayern-Kader aller Zeiten".

Beachvolleyball: Die deutschen Beachvolleyball-Meisterinnen Katrin Holtwick und Ilka Semmler (Essen) haben das Grand Slam im kalifornischen Long Beach mit einem Sieg und auf dem dritten Platz abgeschlossen. Das an Position sieben gesetzte Duo bezwang im "kleinen Finale" Summer Ross/Emily Day (USA) nach 39 Minuten mit 2:0 (21:18, 25:23). Den Turniererfolg sicherten sich die Brasilianerinnen Talita/Lima. Bei den Männern hatten Markus Böckermann/Mischa Urbatzka (Kiel) als einzige deutsche Paarung die K.o.-Runde erreicht. Im Achtelfinale mussten sich die WM-Neunten allerdings dem topgesetzten US-Duo Casey Patterson/Jacob Gibb mit 0:2 (12:21, 15:21) geschlagen geben.

Golf, Canadian Open: Golf-Profi Marcel Siem ist auch nach der zweiten Runde der Canadian Open in Oakville im Mittelfeld stecken geblieben. Der 33 Jahre alte Ratinger spielte am Freitag (Ortszeit) eine 70er Runde. Siem blieb damit zwei Schläge unter dem Platzstandard. Er liegt mit 141 Gesamtschlägen auf dem geteilten 42. Platz des mit 5,6 Millionen Dollar dotierten Turniers der PGA-Serie. "Jetzt noch die Par 5 ein bisschen besser und ein paar Putts reinmachen. Dann wird es noch was", sagte Siem, der Ende März die Hassan II Trophy in Marokko gewonnen hatte. Die Führung übernahm der Amerikaner Hunter Mahan (131) vor seinen Landsleuten John Merrick (133), der mit zehn unter Par die beste Runde des Tages spielte, und Bubba Watson (135). Indes führt Bernhard Langer auch nach dem zweiten Tag der British Open der Senior-Tour in Southport. Der 55-Jährige Anhausener spielte auf dem Par 70-Platz drei unter Par und liegt gemeinsam mit dem Amerikaner Mark Wiebe auf Rang eins. Beide haben jeweils 135 Schläge für die beiden Runden benötigt. "Es lief ganz gut. Ich habe heute auch besser geputtet", sagte Langer.

Raúl Bobadilla: Der ehemalige Gladbacher Bundesliga-Profi Raúl Bobadilla ist in der Schweiz als Temposünder aufgefallen und vom Meister FC Basel suspendiert worden. Der Fußball-Profi aus Argentinien war zuvor nach Informationen der Tageszeitung Blick mit seinem Wagen in einer 50er-Zone mit 111 km/h erwischt worden. "Es tut mir leid, dass ich durch mein Verhalten Mitmenschen gefährdet habe. Als Fußballprofi habe ich meine Vorbildfunktion gegenüber Kindern und Jugendlichen verletzt und dem Ruf des Klubs Schaden zugefügt. Dafür möchte ich mich entschuldigen", wird der 26-Jährige auf der FCB-Homepage zitiert. Bobadilla erhielt vom Verein eine nicht genannte Strafe, darf vorerst nicht am Training teilnehmen und wurde für das Spiel gegen den FC Lausanne am Samstag aus dem Aufgebot gestrichen. "Ein solches Verhalten können wir nicht tolerieren. Wir erwarten auch abseits des Spielfeldes ein Benehmen, das rot-blauen Charakter zeigt", sagte Klub-Präsident Bernhard Heusler.

Tennis, ATP-Tour: Für Daniel Brands hat die Freude über den großen Tennis-Erfolg gegen Roger Federer nicht lange angehalten. Der Bayer scheiterte am Freitag im Viertelfinale des ATP-Turniers in Gstaad mit 3:6, 4:6 am Rumänen Victor Hanescu. Nach dem Verlust des ersten Satzes lief Brands auch im zweiten früh einem Rückstand hinterher und verließ nach 70 Minuten diesmal als Verlierer den Platz. Zuvor vergab Brands noch Breakchancen zum möglichen 5:5-Ausgleich.

Am Donnerstag hatte er noch den unter Rückenschmerzen leidenden Lokalmatador Federer bezwungen. Hanescu steht als 54. in der Weltrangliste direkt vor Brands und feierte seinen bislang einzigen Turniersieg auf der ATP-Tour vor fünf Jahren in Gstaad. Das Sandplatzturnier im Berner Oberland ist mit knapp 470 000 Euro dotiert.