Robert Kraft beim Super Bowl:Der mächtigste Patriot

September 17 2017 New England Patriots quarterback Tom Brady 12 shakes hands with owner Robert; Robert Kraft und Tom Brady

Schmiede des Patriots-Erfolgs: Besitzer Robert Kraft (r.) und Quarterback Tom Brady.

(Foto: imago/ZUMA Press)
  • Robert Kraft ist einer der reichsten Männer der USA - und der Besitzer der New England Patriots.
  • Vor 25 Jahren riskierte er alles, um seinen Lieblingsklub zu kaufen und zum Erfolg zu führen.
  • Beim Super Bowl am Sonntag wird er sich auf die Leistung seiner kongenialen Partner Brady und Belichick verlassen müssen.

Von Felix Meininghaus, Atlanta

Mitte Januar ist Robert Kraft einmal mehr ins Rampenlicht getreten: Der schwerreiche Geschäftsmann aus Massachusetts wurde mit dem Genesis-Preis ausgezeichnet, der auch als "jüdischer Nobelpreis" bezeichnet wird. Umgehend kündigte Kraft an, den ausgelobten Scheck über eine Million Dollar einzusetzen, "um den zunehmenden Antisemitismus zu bekämpfen". Der 77-Jährige benötigt das Geld nicht, er hat mehr als genug davon. Als junger Heranwachsender sollte Kraft nach dem Willen seines Vaters Rabbi werden, er entschied sich aber für eine Laufbahn in der Papier- und Verpackungsbranche und wurde zum Milliardär.

Berühmtheit erlangte Kraft allerdings vor allem dadurch, dass er die New England Patriots übernahm und zum mit Abstand erfolgreichsten Footballteam der Gegenwart formte. In einem Alter, in dem die meisten Menschen längst ihren Ruhestand genießen, gefällt sich dieser Geschäftsmann immer noch in seiner Lieblingsrolle als Macher. Bei der Eröffnungsveranstaltung des Super Bowl am Montag präsentierte sich Kraft in jugendlichem Outfit: hellblaues Sakko und Sneakers, so tritt niemand auf, der daran denkt, in Kürze abzudanken.

Von der Dauerkarte zum Besitzer

Doch der Reihe nach: 25 Jahre ist es her, dass Robert Kraft bei den Patriots das Zepter übernahm. Seitdem gibt es für diesen Klub nur eine Richtung: bergauf. Kraft war seit Kindheitstagen ein glühender Fan der Patriots, 1971 kaufte er seine erste Dauerkarte. Als die Geschäfte anfingen, gut zu laufen, orderte er sechs Saisonkarten, um die gesamte Familie zu versorgen. Was ihm Ärger mit seiner 2011 verstorbenen Ehefrau Myra einbrachte, die schimpfte, der Gatte möge das mühsam erarbeitete Geld nicht zum Fenster rauswerfen.

Aus heutiger Sicht ist das eine Anekdote zum Schmunzeln, denn schnell häufte Kraft Millionen an, mit denen er sich zunächst die Rechte an den Parkplätzen am Stadion und danach an der alten Spielstätte sicherte. Es war sein Faustpfand, mit dem vehementen Pochen auf bestehende Mietverträge verhinderte der bekennende Lokalpatriot den Umzug des chronisch erfolglosen Teams nach Jacksonville.

Die jahrelangen Streitigkeiten endeten damit, dass die Eigner der Patriots 1994 entnervt aufgaben und Kraft die Möglichkeit bekam, das Team zu kaufen. Der damalige Kaufpreis von 172 Millionen Dollar war der höchste, der bis dato in der NFL gezahlt worden war. Ein enormes Wagnis, aber auch eine schlaue Investition. Heute listet das Wirtschaftsmagazins Forbes die Patriots mit 3,8 Milliarden Dollar. Er habe für die Erfüllung seines Traums "sämtliche persönliche Regeln außer Kraft gesetzt", berichtete Kraft Jahre später.

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