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Statistiken der WM:Thomas Müller läuft zwei Marathons

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Thomas Müller: Dauerläufer bei der WM

(Foto: AFP)

Niemand rannte so viel wie Thomas Müller. Keiner hielt mehr Bälle als Manuel Neuer. Und präziser als Philipp Lahm spielte kein anderer Spieler bei diesem Turnier. Dass die deutsche Mannschaft der logische Weltmeister ist, beweisen auch die Zahlen.

So ein WM-Turnier ist für Zahlen-Fetischisten das reinste Paradies. Unmengen an Daten und Fakten werden in jedem Spiel gesammelt, bei bis zu vier Spielen pro Abend verliert man jedoch schnell den Überblick. Dabei finden sich im Dickicht der Zahlen einige verblüffende Informationen.

  • Verdienter Weltmeister

Alle vier Jahre herrscht in England große Tristesse. Nämlich dann, wenn die Nationalmannschaft mal wieder vorzeitig von einer Weltmeisterschaft heimfahren darf. Das Turnier 2014 änderte daran wenig, nach der Gruppenphase war Schluss. Die Erfolglosigkeit spiegelt sich auch in der Torausbeute wider, nur 17 Tore erzielte England in vier WM-Turnieren seit 2002 - und damit einen Treffer weniger als Deutschland allein in Brasilien.

Löws Mannschaft ist 2014 nicht nur einfach Weltmeister geworden, sie ist es verdient geworden. Sie stellt - auch dank freundlicher Mithilfe der brasilianischen Defensive - mit 18 Toren die beste Offensive, mit nur vier Gegentoren stimmt zudem die Abwehrleistung. Mit den erzielten Treffern stellt die DFB-Auswahl den bisherigen Rekord Brasiliens bei der WM in Japan und Südkorea 2002 ein. Großen Anteil am Titel hat aber auch der Mann im Tor, Manuel Neuer. Seine 25 Paraden sind Höchstwert bei diesem Turnier, ebenso wie die 83,975 mit Stutzen auf Halbmast gelaufenen Kilometer von Thomas Müller. Mit Philipp Lahm stellt die passfreudigste Mannschaft (insgesamt 4157 Zuspiele, 82 Prozent angekommen) zudem auch den Passkönig. 562 Mal spielte der Kapitän seine Mitspieler an, 86,3 Prozent seiner Pässe kamen an.

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  • Die anderen Auszeichungen

Neben dem WM-Pokal, vergibt die Fifa am Finaltag der Weltmeisterschaft noch allerlei andere Trophäen in diversen Edelmetall-Legierungen. Im besten Fall sind es aber Trostpreise, wie Messis leerer Blick bei der Übergabe des Goldenen Balls für den besten Spieler unterstreicht. Den Silbernen Ball erhält Thomas Müller, mit dem dritten Platz begnügen muss sich auch hier Arjen Robben.

Passend zum Silbernen Ball bekommt Müller auch den Silbernen Schuh. Den Goldenen für den besten Torschützen geht an James Rodríguez, der für Kolumbien sechs Treffer erzielte. Für den besten Torhüter gibt es den Goldenen Handschuh, den kriegte Manuel Neuer. Den Preis als "Bester Junger Spieler" bekommt Frankreichs Paul Pogba in die Ferien geschickt. Die letzte Fifa-Auszeichnung kommt dann ein wenig zynisch daher: Kolumbien wird mit dem Fairplay-Preis ausgezeichnet. Es ist davon auszugehen, dass die rüde Knie-Attacke von Juan Zúñiga gegen Neymars Rücken keinen Eingang in die Bewertung gefunden hat, da sie nicht als Foul gepfiffen wurde.

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