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Sport kompakt:Hertha muss auf Kraft, Lell und Lasogga verzichten

Personalprobleme machen der alten Dame vor dem letzten Saisonspiel gegen Hoffenheim schwer zu schaffen. Wegen einer Rangelei muss Lazio Rom auf Marchetti und Dias verzichten und in Madrid versucht Mourinho, Ibrahimovic nach anzulocken. Sport kompakt

Fußball, Hertha BSC: Personalprobleme machen dem stark abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hertha BSC vor dem letzten Saisonspiel gegen 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr) schwer zu schaffen. Am Dienstag mussten die Berliner von Trainer Otto Rehhagel bei der ersten Trainingseinheit der Woche auf Torhüter Thomas Kraft (leichte muskuläre Probleme), Abwehrspieler Christian Lell (schwere Fußprellung) und Stürmer Pierre-Michel Lasogga (Schlag aufs Knie) verzichten. Alle drei absolvierten ein Rehabilitationsprogramm. Die Hauptstädter schotten sich vor dem 34. Spieltag komplett ab, alle Trainingseinheiten finden in dieser Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur mit einem Sieg über Hoffenheim um Herthas Ex-Trainer Markus Babbel und einem zeitgleichen Patzer des 1. FC Köln gegen Bayern München kann der Aufsteiger den Sprung auf den Relegationsplatz noch schaffen. Sonst droht der "alten Dame" der bittere Gang zurück in die 2. Liga.

Unmittelbar vor dem brisanten mit dem Abstiegskandidat Hertha BSC hat Hoffenheims Trainer Markus Babbel mit seinem Ex-Verein aus der Hauptstadt abgerechnet. "Hertha BSC fehlt die nötige Demut. Nach einem Sieg wird von der Champions League geredet, nach einer Niederlage vom Abstieg. Der Mittelweg fehlt im Verein", sagte Babbel der Sport Bild. In Richtung Hertha-Manager Michael Preetz fügte er hinzu, "das Trainerteam und die Spieler standen immer zusammen. Unsere Einheit ist auseinandergerissen worden. Die Folgen sind nun schwerwiegender als man sich das gedacht hat. Ein Abstieg tut mir für Spieler und Fans sehr leid." Babbel kündigte jedoch an, Preetz schweigend die Hand reichen. "Ich bin ein höflicher Mensch. Wenn er vor mir steht, werde ich ihm die Hand geben. Aber es gibt keine Gründe, miteinander zu sprechen."

Fußball, Italien: Lazio Rom muss einen weiteren harten Schlag hinnehmen: Nach der Verletzung des deutschen Fußball-Nationalspielers Miroslav Klose muss der römische Erstligist im Saison-Endspurt der Serie A auch noch auf Torhüter Federico Marchetti sowie Abwehrspieler Andre Dias verzichten. Marchetti wurde wegen einer Rangelei nach der 0:2-Niederlage am Sonntagabend in Udine vom italienischen Fußballverband zu einer Sperre von vier Spielen verurteilt, Dias muss drei Spiele aussetzen. Der Verein, der seit vier Spielen auf einen Sieg wartet, muss außerdem eine Geldstrafe von 20.000 Euro zahlen. Auslöser für die Rangelei der Lazio-Spieler war ein Pfiff von der Tribüne, der von den Römern als Abpfiff bewertet wurde. Als sie aufhörten zu spielen, erzielte der Udinese-Kicker Roberto Pereyra in der Nachspielzeit das Tor zum 2:0. Das löste den heftigen Protest der Lazio-Spieler aus, die den Schiedsrichter attackierten und auf die Gegenspieler losgingen.

Fußball, Italien: Klassestürmer Zlatan Ibrahimovic vom italienischen Fußball-Meister AC Mailand steht möglicherweise vor einer spektakulären Rückkehr nach Spanien. Wie mehrere spanische Medien unter Berufung auf die Madrider Internet-Tageszeitung El Confidencial berichten, will Trainer Jose Mourinho von Real Madrid den exzentrischen Schweden zu den Königlichen locken. Ibrahimovic, der in der Saison 2009/10 für den FC Barcelona auflief, spielte bereits 2008/09 in seiner Zeit bei Inter Mailand unter Mourinho. Im Tausch für den 30-Jährigen sollen der ehemalige brasilianische Weltfußballer Kaka, der für rund 65 Millionen Euro 2009 vom AC Mailand zu Real gegangen war, und der argentinische Nationalspieler Gonzalo Higuain in die Lombardei wechseln

Tennis, ATP-Turnier: Tobias Kamke (Lübeck) und Cedric-Marcel Stebe (Vaihingen/Enz) sind beim ATP-Turnier in München als erste der neun deutschen Tennis-Profis im Hauptfeld ausgeschieden. Kamke unterlag dem an Nummer acht gesetzten ehemaligen Australian-Open-Finalisten Marcos Baghdatis aus Zypern mit 1:6, 6:3, 3:6, Stebe verlor gegen Sergej Stachowski aus der Ukraine 6:7 (3:7), 3:6. Baghdatis trifft in der zweiten Runde auf Dustin Brown (Winsen/Aller) oder Daniel Brands (Deggendorf), Stachowski auf den an Nummer zwei gesetzten Feliciano Lopez aus Spanien. Nach seinem 6:4, 6:2 gegen Xavier Malisse aus Belgien ist der Lette Ernests Gulbis im Achtelfinale Gegner von Philipp Kohlschreiber. Der an Nummer vier gesetzte Augsburger hatte in der ersten Runde ein Freilos.

Eishockey, Freezers: Die Hamburg Freezers haben Eishockey-Nationaltorhüter Dimitrij Kotschnew verpflichtet. Der 30-Jährige unterschrieb beim DEL-Club einen Vertrag bis 2013. In der vergangenen Spielzeit stand er für Atlant Mytischtschi Moskau in der russischen Kontinental Hockey League auf dem Eis und wies eine Fangquote von 92,5 Prozent, teilte der Verein am Dienstag mit. "Ich hatte sehr tolle Jahre in Russland, aber es war an der Zeit, in meine Heimat zurückzukehren", sagte Kotschnew. Zudem nahmen die Freezers Stürmer Ralf Rinke bis 2014 unter Vertrag. Der 18-Jährige stand in der vergangenen Saison beim EV Landshut in der DNL auf dem Eis. "Für mich kam für eine Rückkehr in die DEL nur Hamburg in Frage. Ich habe mir immer gewünscht, irgendwann mal für die Freezers spielen zu können", betonte Kotschnew. 2007 debütierte er in der Nationalmannschaft, stand bislang 68 Mal für die DEB-Auswahl auf dem Eis und gehört zum WM-Kader in Finnland und Schweden. "Mit Dimitrij haben wir einen internationalen Top-Mann und einen würdigen Nachfolger für John Curry geholt", sagte Sportdirektor Stéphane Richer. "Er hat sowohl in der DEL als auch in der KHL über viele Spielzeiten bewiesen, welch sicherer Rückhalt er ist. Zudem zählt er seit Jahren zum Stamm der deutschen Nationalmannschaft." Kotschnew wurde in Kasachstan geboren, kam im Alter von zehn Jahren nach Deutschland und startete im Jahr 2000 seine Karriere bei den Crocodiles Hamburg in der Oberliga Nord. Von 2001 bis 2007 stand er bei den Iserlohn Roosters in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf dem Eis, bevor er für eine Saison das Trikot der Nürnberg Ice Tigers trug. Von 2002 bis 2005 war Kotschnew zudem für Straubing und Duisburg in der zweiten Bundesliga aktiv. 2008 wechselte er in die KHL und hütete das Tor von Spartak Moskau, Lokomotive Jaroslawl und Atlant Mytischtschi Moskau.

Fußball, Schalke 04: Jose Manuel Jurado vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 verhandelt angeblich mit seinem ehemaligen Verein Atletico Madrid über eine Rückkehr. Das berichtet die spanische Sporttageszeitung AS am Dienstag: "Der Spieler wurde vor drei Wochen von Atletico kontaktiert." Jurado, der 2010 für geschätzte 13 Millionen Euro vom diesjährigen Europa-League-Finalisten Atletico nach Gelsenkirchen gewechselt war, hatte sich zuletzt mehrfach über seine Rolle bei den Königsblauen beklagt und auch Wechselabsichten geäußert. Angeblich ist auch Inter Mailand an einer Verpflichtung des 25-Jährigen interessiert. Schalkes Sportdirektor Horst Heldt war für eine Reaktion am Dienstag zunächst nicht zu erreichen. Bei Atletico könnte Jurado den Brasilianer Diego ersetzen, dessen Leihvertrag am Saisonende ausläuft. Die Leihgabe des VfL Wolfsburg soll den Spaniern zu teuer sein. Jurado besitzt in Schalke noch einen Vertrag bis 2014. Der nach dem Niederländer Klaas-Jan Huntelaar zweitteuerste Einkauf der Klubgeschichte kam in der laufenden Bundesliga-Saison nur 17-mal zum Einsatz und spielte nur einmal über die komplette Spielzeit.

Basektball, NBA: Der Frust über die zweite Play-off-Pleite der New York Knicks in der us-amerikanischen Basketball-Profiliga NBA gegen die Miami Heat (94:104) hat für Amar'e Stoudemire schmerzhafte Folgen. Der Knicks-Forward schlug aus Ärger über die Niederlage am Montagabend gegen ein Glasfenster vor einem Feuerlöscher und zog sich dabei eine heftige Schnittwunde zu. Die Halle verließ Stoudemire kurze Zeit später mit dick bandagierter linker Hand und einer Schlinge um den Arm. Ob der Leistungsträger den Knicks für den Rest der Best-of-seven-Serie zur Verfügung steht, ist fraglich. "Ich bin so wütend auf mich selbst", schrieb Stoudemire, der am Montag 18 Punkte erzielt hatte, bei Twitter, "ich möchte mich bei den Fans und meiner Mannschaft entschuldigen." Ein Ausfall würde die Mannschaft im Duell mit Vize-Meister Miami schwer treffen. "Das ist natürlich hart. Amar'e ist ein großer Teil dieses Teams. Ohne ihn wird es noch schwerer", sagte Center Tyson Chandler.

Fußball, Arsenal London: Per Mertesacker hat seinen Fußball-Nationalmannschaftskollegen Lukas Podolski mit einer Videobotschaft beim FC Arsenal begrüßt. "Hey Poldi, herzlich willkommen bei Arsenal London. Das ist ein großer Schritt für Dich zum neuen Club. Ich bin hier sehr glücklich, ich werde Dich so gut wie möglich unterstützen", sagte Innenverteidiger Mertesacker in dem Clip eines Sponsors. Er versprach sogar: "Ich werde auch mit Dir zur ersten Englischstunde gehen. Ich hoffe, dass wir viel Erfolg haben zusammen bei dem Club und wünsche Dir viel Spaß." Podolskis Wechsel vom 1. FC Köln zu den Gunners in die Premier League zur neuen Saison wurde am Montag von den Kölnern und Arsenal vermeldet. Der 26 Jahre alte 95-fache Nationalspieler erhält in Nord-London einen langfristigen Vertrag. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Biathlon: Die Oberhofer Biathletin Sabrina Buchholz beendet ihre Laufbahn. Das gab die 32 Jahre alte Mixedstaffel-Weltmeisterin von 2008 am Dienstag bekannt. "Ich bin nicht mehr motiviert genug, um nochmals mit vollem Engagement anzugreifen", sagte Buchholz, die im vergangenen Winter wie schon 2004 die Teilnahme an der Heim-WM verpasst hatte. Von September an wird die Thüringerin als Sportlehrerin bei der Bundespolizei in Oerlenbach in der Nähe von Bad Kissingen arbeiten. Für die dreimalige Junioren-Weltmeisterin des Jahres 2000 war neben WM-Gold von 2008 ein EM-Sieg 2002 der größter Erfolg.

Boxen: Der ehemalige Box-Weltmeister Dimitri Sartison hat auf seinem Weg zurück auf den WM-Thron einen erneuten Rückschlag hinnehmen müssen. Der Supermittelgewichtler ließ sich am Montag zum dritten Mal am rechten Knie operieren und fällt mindestens bis Oktober aus. Bei dem Eingriff wurden dem Gifhorner der Innen- und Außenmeniskus gekürzt sowie das lädierte Kreuzband verstärkt. "Ich hoffe, dass dies die letzte Operation war", sagte Sartison, "auch wenn es mir schwerfällt, werde ich meinem Knie nun die nötige Ruhe einräumen." Sartison war am 21. April bei dem Versuch gescheitert, sich den WM-Titel der WBA zurückzuholen. In Schwerin unterlag er gegen Titelverteidiger Karoly Balzsay aus Ungarn durch technischem K.o. in der zwölften Runde. 2010 war Sartison Weltmeister in dem Limit, musste den Gürtel wegen einer schweren Knie-Verletzung aber im vergangenen Jahr niederlegen.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/sid/infu
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