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Sport kompakt:Maniche zum 1. FC Köln

Portugiese in die Bundesliga, tödlicher Unfall im Motorsport, Millionenklage gegen Ribéry abgewiesen, Stuttgart wartet auf Huntelaar-Entscheidung. Sport kompakt

Der Wechsel des portugiesischen Fußball-Nationalspielers Maniche zum Bundesligisten 1. FC Köln ist perfekt. Am Montagnachmittag wird der zuletzt vereinslose 31-Jährige bei einer Pressekonferenz im Kölner Trainingslager im österreichischen Velden von FC-Manager Michael Meier offiziell vorgestellt. Der Mittelfeldspieler hatte zuvor in Köln erfolgreich die sportmedizinische Untersuchung absolviert. "Guter Name, gute Verpflichtung", kommentierte Nationalstürmer Lukas Podolski den Zugang. Maniche ist der zweite Portugiese im Kölner Kader nach EM-Teilnehmer Petit, der im Sommer 2008 an den Rhein wechselte, und nach Lukas Podolski (Bayern München) und Sebastian Freis (Karlsruher SC) die dritte Kölner Verpflichtung für die kommende Saison. Maniche war im April dieses Jahres beim spanischen Ex-Meister Atletico Madrid aus disziplinarischen Gründen suspendiert worden. Unter Trainerstar Jose Mourinho wurde er mit dem FC Porto 2003 UEFA-Cup-Sieger sowie 2004 Champions-League- und Weltpokalsieger. Bei der EM 2004 im eigenen Land stand er mit Portugal im EM-Finale, bei der WM 2006 in Deutschland wurde er mit den "Brasilianern Europas" Vierter. Neben Porto und Atletico Madrid spielte Maniche auch beim portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon, dem FC Chelsea und Inter Mailand. Insgesamt absolvierte er 52 Länderspiele.

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Das Transfer-Theater um Franck Ribéry ist vorbei - jetzt ist auch eine Millionenklage gegen den Fußballstar von Bayern München vorerst vom Tisch. Das luxemburgische Bezirksgericht hat die Klage von Ribérys ehemaligem Berater Bruno Heiderscheid für unzulässig erklärt, sagte Ribérys Luxemburger Anwalt Jean-Jacques Schonckert am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa unter Berufung auf das Gerichtsurteil (194/2009/AZ 119.064) vom 14. Juli. Heiderscheid hatte von seinem ehemaligen Klienten 2.665.840 Euro gefordert und Ribéry vorgeworfen, bei dessen Wechsel von Olympique Marseille zu den Bayern die getroffene Provisionsvereinbarung gebrochen zu haben. Heiderscheid kann gegen das Urteil Berufung einlegen. Im April 2008 hatte Heiderscheid einen Prozess vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verloren, damals hatte der Luxemburger Spielerberater den französischen Nationalspieler auf Zahlung von 600.000 Euro verklagt. Danach wurde Heiderscheid, von dem sich Ribéry 2007 getrennt hatte, verurteilt, dem Fußballer eine Summe von 340 600 Euro zurückzuerstatten. Den Betrag habe Ribéry bis heute nicht erhalten.

Die russische Synchronschwimm-Weltmeisterin Natalia Ischtschenko hat ihren Titel in der Technischen Kür verteidigt. Sie setzte sich am Montag in Rom mit 98,667 Punkten vor der Spanierin Gemma Mengual (97,833) und der Kanadierin Marie-Pier Boudreau-Gagnon (96,000) durch. Melanie Zillich aus Bochum hatte tags zuvor trotz einer guten Leistung als 15. der Qualifikation das Finale der besten Zwölf verpasst.

Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat den Poker um Wunschstürmer Klaas-Jan Huntelaar angeblich gewonnen. Nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung vom Montag soll der niederländische Nationalstürmer von Real Madrid an den Neckar wechseln. "Wir sind sehr optimistisch", wird VfB-Sportdirektor Horst Heldt zitiert. Die Entscheidung Huntelaars pro oder contra VfB war für Montag erwartet worden, nachdem der Angreifer sich weitere Bedenkzeit erbeten hatte. Huntelaars Berater Arnold Oosterver wollte die Einigung jedoch noch nicht bestätigen. "Amtlich ist nur, dass er heute Ja oder Nein sagen wird", sagte Oosterver am Montag. VfB-Teamchef Markus Babbel nannte den 25 Jahre alten Angreifer indes erneut seinen "Wunschspieler, weil er sowohl sportlich als auch menschlich hervorragend zu uns passt". Stuttgart soll mit Madrid bereits vor Tagen Einigung über eine Ablösesumme in Höhe von (zunächst) 18 Millionen Euro für Huntelaar erzielt haben. Der Transfer stand aber auf der Kippe, weil Huntelaar beim VfB deutlich weniger verdienen würde als bei Real. Ein Angebot von Tottenham Hotspur erwies sich aber als nicht konkret genug, und das Interesse des FC Arsenal war letztlich auch nicht sehr groß.

Der tödliche Unfall des Sohns von Formel-1- und Motorrad-Weltmeister John Surtees, Henry Surtees, erschüttert die Motorsport-Welt. Der 18-Jährige starb nach einem schweren Unfall bei einem Lauf der neuen Formel-2-Serie im britischen Brands Hatch. Henry Surtees war von einem herumfliegenden Rad eines anderen Wagens am Kopf getroffen worden. Der 18-Jährige war daraufhin am Sonntag wohl bereits bewusstlos und ungebremst in der darauffolgenden Kurve mit seinem Auto in die Streckenbegrenzung gekracht. In der 9. von 19 Runden auf dem britischen Kurs passierte der Horror-Unfall, als der Wagen des vor Surtees fahrenden Jack Clarke in der Rechtskurve Westfield Bend von der Strecke abkam und seitlich in die Leitplanken einschlug. Dabei löste sich unter anderem das linke Hinterrad, das anschließend quer über die Strecke rollte und Henry Surtees am Kopf traf. Wie in der Formel 1 ist auch in der Formel 2 das offene Cockpit der größte Gefahrenbereich für die Piloten. Dort sind sie - mit Ausnahme durch den Helm - weitgehend ungeschützt vor herumfliegenden Trümmerteilen oder Rädern.

Der kroatische Fußball-Nationaltrainer Slaven Bilic hat Bayern München eine Verpflichtung seines Landsmanns Darijo Srna ans Herz gelegt. "Darijo passt perfekt zu den Bayern und zur Bundesliga", sagte er dem nternetportal Spox. Der 27-Jährige von Schachtjor Donezk hatte bereits vor dem geplatzten Transfer des Portugiesen Jose Bosingwa vom FC Chelsea als Kandidat für die rechte Außenverteidiger-Position beim deutschen Rekordmeister gegolten. Srna spielt seit 2003 in der Ukraine. Sein Vertrag läuft noch bis 2011. Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte im Mai erklärt, dass der Kroate "ein Spieler ist, mit dem wir uns beschäftigen". Die Ablöse dürfte allerdings deutlich über zehn Millionen Euro liegen. "Wenn ein Klub kommt und eine Ablöse bietet, die Donezk zufriedenstellt und eine Vision skizziert, die Darijo zufriedenstellt, dann ist ein Wechsel absolut denkbar", sagt Bilic. Srna ist auf der rechten Seite flexibel einsetzbar. In der kroatischen Nationalmannschaft, für die er bislang 64 Länderspiele bestritt, spielt er im Mittelfeld. Bei UEFA-Pokalsieger Donezk wird er als Verteidiger eingesetzt. In beiden Mannschaften fungiert der auch als Freistoßschütze gefürchtete Srna als Kapitän.

Deutschlands Wasserballer haben sich mit dem erwarteten Kantersieg gegen Südafrika für die nun anstehenden Schlüsselspiele bei der Weltmeisterschaft warmgeworfen. Durch das 14:4 (4:1, 4:0, 3:2, 3:1) steht die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm so gut wie sicher in der Zwischenrunde. "Das war genau der richtige Gegner, um die Nervosität in den Griff zu kriegen", sagte Moritz Oeler von Spandau 04 Berlin, der am Montag in Rom mit fünf Toren erfolgreichster deutscher Werfer war. Der Olympia-Zehnte Deutschland trifft in der Gruppe A am Mittwoch auf Rekord-Olympiasieger Ungarn und spielt am Freitag gegen Kanada. Zum Erreichen der Zwischenrunde bei der Schwimm-WM ist mindestens Platz drei notwendig.

Teammanager Oliver Bierhoff vermisst in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika trotz Michael Ballack einen Spieler von Weltklasseformat. "Wir müssen auch mal zusehen, dass wir wie in den neunziger Jahren wieder Weltstars hervorbringen. Das ist das Ziel des deutschen Fußballs. Zurzeit leben wir mehr vom Mannschaftsgeist. Wir haben sehr gute Spieler, aber die Ausnahmespieler sind derzeit nicht bei uns in der Mannschaft", sagte der 41-Jährige in einem Interview auf der Website des Weltverbandes FIFA.com. Auch ohne einen deutschen Ausnahmespieler zählt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der ersten WM auf dem afrikanischen Kontinent für Bierhoff jedoch zu den Titelkandidaten. "Ich denke schon, dass wir dazugehören. Denn: Wir sind bei der WM 2006 Dritter geworden und bei der EM 2008 sogar Zweiter. Die europäischen Mannschaften werden eine ganz bedeutende Rolle spielen", sagte der Europameister von 1996. Allerdings muss sich die DFB-Auswahl noch für die WM in Südafrika qualifizieren. Am 10. Oktober kommt es in Moskau auf Kunstrasen zum voraussichtlich entscheidenden Duell zwischen Russland und Deutschland, da sich nur der Erstplazierte direkt für die WM 2010 in Südafrika qualifiziert. Der Zweite muss in die Playoffs.

Der Berliner Fußball-Verband (BFV) will mit aller Härte gegen Gewalttäter vorgehen, die am Wochenende im Reinickendorfer Bezirkspokal einen Torhüter von Alemannia 90-Wacker geschlagen und verletzt haben. Nach einem Bericht der Fußball-Woche hatten "drei Angehörige von BSC Reinickendorf II nach einem Spiel die Kabine des sportlichen Kontrahenten gestürmt". Der Torhüter des BSC habe einen Jochbeinbruch erlitten und müsse im Krankenhaus operiert werden. "Wir werden strafrechtlich und parallel im Verband dagegen hart vorgehen", kündigte BFV-Präsident Bernd Schultz an.

Der Spanier Jaime Alguersuari übernimmt beim Formel-1-Team Toro Rosso erwartungsgemäß das vakante Cockpit des entlassenen Franzosen Sebastien Bourdais. Nach Angaben des Rennstalles kommt der 19-Jährige erstmals beim bevorstehenden Großen Preis von Ungarn in Budapest zum Einsatz. Alguersuari wird am Sonntag mit 19 Jahren und 125 Tagen der jüngste Fahrer in der Formel-1-Geschichte.

In Brasilien sind nach einer Studie in den vergangenen zehn Jahren 42 Fußball-Fans in oder vor den Stadien bei gewaltsamen Auseinandersetzungen ums Leben gekommen. Damit sei der Gastgeber der WM 2014 das Land mit den meisten Fußball-Todesopfern, sagte Maurício Murad von der Universität des Bundesstaates Rio de Janeiro (UERJ) bei der Vorstellung einer Studie für den Zeitraum von 1999 bis 2008. "Eine traurige, perverse Errungenschaft." "Als wir die Studie begannen, stand Brasilien im Vergleich mit anderen Ländern noch auf dem dritten Platz bei den Todesfällen. Die Reihenfolge war Italien, Argentinien und Brasilien", erläuterte Murad der staatlichen Nachrichtenagentur Agência Brasil. Zehn Jahre nach Beginn der Untersuchung führe Brasilien die Liste an. Ein Grund für die negative Entwicklung sieht der Wissenschaftler unter anderem darin, dass Brasilien in der Vergangenheit nur unzureichend mit Gesetzesänderungen auf die Gewalt zwischen rivalisierenden Fan-Gruppen geantwortet habe. Beunruhigend sei, dass die Zahl der Todesopfer im Lauf der Jahre gestiegen sei. Im Durchschnitt der zehn Jahre seien pro Jahr statistisch gesehen 4,2 Fans ums Leben gekommen. Zwischen 2004 und 2008 habe diese Zahl bei 5,6 und 2007 und 2008 jeweils sogar bei 7 gelegen. Murad: "Die Gewalt im Fußball wächst, weil die Gewalt im Land zunimmt, und die Gewalt im Land wächst, weil Straflosigkeit und Korruption immer weiter um sich greifen."

Der Wechsel des Rumänen Florin Lovin von Steaua Bukarest zum TSV 1860 München ist perfekt. Nach der medizinischen Untersuchung unterschrieb der 27-jährige Mittelfeldspieler einen Dreijahresvertrag beim Fußball-Zweitligisten. Der Klub hatte am Sonntag mit Bukarest Einigung über die Ablösemodalitäten erzielt. "Er ist ein klassischer Sechser: ruhig am Ball, gute Übersicht, zweikampf- und kopfballstark. Lovin war unsere erste Option für die wichtige Position im zentralen defensiven Mittelfeld", sagte Sportdirektor Miroslav Stevic über den Rumänen, der für Steaua 103 Ligaspiele bestritt und 28 Einsätze in der Champions League hatte. Laut der französischen Sportzeitung L'Equipe planten die "Löwen" eine weitere Verpflichtung. So soll der französische Stürmer Nicolas Fauvergue vom OSC Lille für die kommende Saison ausgeliehen werden. Medienberichten zu Folge ist 1860 auch an dem Brasilianer Leandro dos Santos interessiert. Der Linksverteidiger spielte zuletzt bei Chernomorets Burgas in Bulgarien und ist seit Montag Trainingsgast bei den Münchner.

Dem Sport droht eine "Kapitulation vor den Doping-Sündern". Dies stellt Harm Beyer, Vorsitzender des Doping-Panels des Schwimm-Weltverbandes FINA, fest. Der Hamburger Richter und frühere Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) beklagt den weltweit halbherzigen Anti-Doping-Kampf und fordert "zumindest mehr Kontrollen, mehr Geld für die Kontrollen und vor allem mehr Ehrlichkeit". Zugleich mahnt er die Geschlossenheit der nationalen und internationalen Verbände an. "Der bestrafende Verband darf nicht alleingelassen werden. Wenn das nicht funktioniert, dann ist das die Kapitulation", sagte Beyer der dpa bei der Schwimm-WM in Rom.

Ein Zwölfjähriger hat in Bolivien als wohl jüngster Spieler in der Geschichte des Profi-Fußballs sein Erstligadebüt gefeiert. Mauricio Baldivieso wurde am Sonntagabend in der 81. Minute der Begegnung zwischen Aurora Cochabamba und La Paz FC (0:1) bei den Gastgebern eingewechselt. "Das ist historisch", jubelte die Zeitung La Prensa. Der bisherige Rekord gehörte nach südamerikanischen Medienberichten dem Peruaner Fernando Garcia, der im Jahr 2001 mit 13 Jahren und elf Monaten im Trikot des Erstligateams Juan Aurich aufs Feld geschickt worden war. Baldivieso, Sohn des langjährigen Nationalspielers und aktuellen Aurora-Trainers Julio César Baldivieso, hatte allerdings nicht nur wegen der Niederlage am ersten Spieltag des Nationalturniers wenig Grund zum Lachen. Nach fünf Minuten wurde er von Gegenspieler Henry Alaca brutal am rechten Knöchel gefoult. Der kleine Mauricio, der am Mittwoch 13 Jahre alt wird, brach in Tränen aus, konnte aber weiterspielen.

Schwimm-WM 2009

Durch Wasser und Luft