Sport kompakt:Klubbosse dementieren Pizarro-Wechsel nach München

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Eine Münchner Zeitung hatte berichtet, der Wechsel des Bremers zum FCB sei perfekt, jetzt dementieren Rummenigge und Allofs. Der Radfahrer Riccardo Ricco wird zum wiederholten Mal des Dopings überführt. Der Kieler Handball-Prozess geht wohl in die Verlängerung, zwei Mitglieder des Formel-1-Teams Force India fliegen nach Hause nachdem sie in Bahrain knapp einem Anschlag entgehen. Sport kompakt

FC Bayern, Claudio Pizarro: Wirbel um Claudio Pizarro vor dem Spiel von Werder Bremen gegen den FC Bayern München: Nachdem der Münchner Merkur den Transfer des Werder-Stürmers zu den Bayern als perfekt gemeldet hatte, dementierten am Freitag umgehend die Vereinsvertreter. "Die Meldung ist definitiv falsch", sagte der Münchner Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge der Bild-Zeitung. "Wenn bei Claudio etwas passiert, würden wir es als erste erfahren", sagte der Bremer Sportchef Klaus Allofs ebenfalls der Bild.

Der Merkur hatte in seiner Freitagausgabe berichtet, dass die Rückkehr Pizarros nach München im Sommer beschlossene Sache sei, die Entscheidung aber aus Rücksicht auf die anstehende Bundesliga-Begegnung der beiden Teams (Samstag, 15.30 Uhr) noch unter Verschluss gehalten werden solle.

Pizarro hatte seinen Vertrag bei den Norddeutschen gekündigt und ist damit ablösefrei. Der 33 Jahre alte Peruaner spielte bereits von 2001 bis 2007 bei den Bayern. Werder Geschäftsführer Klaus Allofs hatte sich bis zuletzt optimistisch gezeigt, einen neuen Vertrag mit Pizarro abschließen zu können.

Formel 1, Force India: Nach dem Benzinbomben-Anschlag in Bahrains Hauptstadt Manama sind zwei Mitglieder des nur knapp verschont gebliebenen Teams Force India nach Hause geflogen. Zuerst hatte nur ein Angehöriger des Teams die Heimreise angekündigt. Schließlich entschieden sich ein Data-Ingenieur und ein Funkkontakter des Force-India-Teams für die Abreise nach Großbritannien. Am Mittwochabend Ortszeit waren vier Mechaniker des indischen Teams mit Sitz im englischen Silverstone nur knapp dem Anschlag entgangen. Force-India-Teamchef Bob Fernley arrangierte Treffen mit der lokalen Renn-Organisation, Polizeichef John Yates sowie Pasquale Lattuneddu, der rechten Hand von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. "Wir wollten klar machen, dass alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen", sagte Fernley. Britische Parlamentarier hatten bereits den Rückzug vom Rennen empfohlen. Etliche Teams haben inzwischen die Aufkleber an den Frontscheiben ihrer Fahrzeuge entfernt, um nicht gleich als Angehörige des Formel-1-Trosses erkannt und möglicherweise Opfer weiterer Anschläge zu werden.

Radsport, Riccardo Ricco: Der italienische Radprofi Riccardo Ricco ist vom italienischen Anti-Doping-Tribunal des Nationalen Olympischen Komitees CONI für zwölf Jahre gesperrt worden. Das wurde am Donnerstag bekannt. Der 28-jährige Bergspezialist, der seine Karriere mittlerweile für beendet erklärt hat und keinem Team angehört, gilt als Doping-Wiederholungstäter. Der Profi hatte zugegeben, sich durch eine fehlgeschlagene Blut-Transfusion selbst in Lebensgefahr gebracht zu haben. Er behauptete jedoch, dass ihm die Behandlung ärztlich verschrieben worden war. Damit änderte Ricco seine Version über die Vorfälle im Februar 2011, als er den Vorwurf des Eigenblut-Dopings stets bestritten hatte. Erstmals war Ricco wegen Dopings bei der Tour de France 2008 für 20 Monate gesperrt worden.

Handball, Korruptionsprozess: Der Kieler Handball-Prozess gegen das ehemalige Erfolgsduo des THW Kiel, Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic, geht nach Medieninformationen in die Verlängerung. Nach Informationen des Nachrichtensenders NDR Info vom Donnerstag hat die Kieler Staatsanwaltschaft Zweifel an der Urteilsbegründung des Landgerichts und deshalb Revision eingelegt. Knackpunkt bei der Prüfung des Urteils durch den Oberstaatsanwalt Axel Goos soll die Beweiswürdigung des Landgerichts sein. Das Kieler Gericht hatte die beiden Angeklagten Ende Januar freigesprochen, wenn auch mit Zweifeln an ihrer Unschuld. Der ehemalige Manager Schwenker und der frühere Trainer Serdarusic mussten sich wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr und wegen Betrugs verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, beim Champions- League-Erfolg 2007 die Schiedsrichter manipuliert zu haben. Die Prozess-Unterlagen werden jetzt an den Bundesgerichtshof (BGH) weitergeleitet. Dort überprüft ein Strafsenat den Richterspruch ausschließlich auf mögliche Rechtsfehler. Eine solche Prüfung dauert üblicherweise drei bis sechs Monate. Zu einer Wiederholung des Prozesses kommt es allerdings nur, sollte der BGH Fehler entdecken.

Beachvolleyball, Weltserie: Die Beachvolleyballerinnen Sara Goller und Laura Ludwig haben beim Auftakt der Weltserie in Brasilia den Einzug ins Halbfinale verpasst. Die zweimaligen Europameisterinnen unterlagen in der entscheidenen Partie gegen die italienischen Europameisterinnen Greta Cicolari/Marta Menegatti nach 66 Minuten Spielzeit äußerst knapp mit 21:15, 27:29, 14:16. Goller/Ludwig beendeten das Turnier in der brasilianischen Hauptstadt als Fünfte. Die beiden deutschen Männerteams gewannen am Donnerstag ihre Auftaktspiele und zogen in die zweite Runde ein. Jonathan Erdmann und Kay Matysik aus Berlin bezwangen Ben Saxton/Christian Redmann aus Kanada mit 21:14, 25:13. Die Hamburger Sebastian Dollinger und Stefan Windscheif setzten sich das neusseländische Duop Jason Lochhead/Kirk Pitman 21:18, 21:15 durch. In der zweiten Runde am Donnerstagabend trafen Erdmann/Matysik auf die US-Amerikaner Jake Gibb/Jean Rosenthal, Dollinger/Windscheif spielten gegen Matt Fuerbringer/Nick Lucena (USA).

Tennis, ATP-Tour: Der Weltranglistenerste Novak Djokovic und Andy Murray haben beim ATP-Turnier in Monte Carlo das Viertelfinale erreicht. Der topgesetzte Serbe Djokovic mühte sich gegen den Ukrainer Aleksander Dolgopolow zu einem 2:6, 6:1, 6:4. In der Runde der letzten Acht trifft der "Joker" entweder auf den Niederländer Robin Haase oder Thomas Bellucci aus Brasilien. Der an Position drei gesetzte Schotte Murray profitierte von der verletzungsbedingten Aufgabe seines Kontrahenten Julien Benneteau. Der Franzose musste beim Stand von 5:6 im ersten Satz wegen einer Verletzung am rechten Sprunggelenk aufgeben. Benneteau knickte im zehnten Spiel um und konnte die Partie nicht mehr fortsetzen. Bis dahin lieferten sich der 30 Jahre alte Franzose und Murray 85 Minuten lang ein packendes Duell. "Er hat wirklich gut gespielt und mich viel laufen lassen", sagte Murray. Im Viertelfinale trifft der Halbfinalist der Australian Open auf den Tschechen Tomas Berdych, der gegen den Japaner Kei Nishikori mit 2:6, 6:2, 6:4 die Oberhand behielt. Die deutschen Starter Florian Mayer (Bayreuth) und Philipp Kohlschreiber (Augsburg) waren bei der mit 2,4 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung bereits frühzeitig gescheitert.

Langlauf, Bundestrainer: Der ehemalige Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich wird neuer Chefcoach der deutschen Skilangläufer. Der 54-Jährige tritt die Nachfolge von Jochen Behle an, der Ende März überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. "Das war keine einfache Entscheidung. Ich freue mich über das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und auf die Zusammenarbeit mit meinem neuen Team", sagt Ullrich, der in der vergangenen Saison bereits die Trainingspläne für Axel Teichmann und Jens Filbrich erstellt hatte. "Frank Ullrich war nach dem Rücktritt von Jochen Behle von Anfang an einer unserer Wunschkandidaten", sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller: "Ich bin mir sicher, dass er mit seiner Erfahrung und seinem Fachverstand auch im Langlauf-Bereich für neue Impulse sorgen wird." Ullrich war von 1998 bis 2010 als Biathlon-Bundestrainer und anschließend als Cheftrainer für den Biathlonnachwuchs verantwortlich. Der Thüringer gilt als mutige Wahl: Zuletzt musste sich der ehemalige Trainer der DDR-Nationalmannschaft gegen Doping-Vorwürfe zur Wehr setzen.

Eishockey, DEL-Finale: Die Adler Mannheim haben in der Endspielserie der Deutschen Eishockey Liga den 1:1-Ausgleich erzielt. Am Mittwoch siegten die Kurpfälzer vor 13.600 Zuschauern in der SAP-Arena gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin mit 4:1 (1:1, 1:0, 2:0). Bereits am Freitag treffen beide Mannschaften im dritten Finale in Berlin erneut aufeinander. Meister wird das Team, das drei Spiele gewinnt kann. Nach einem ausgeglichenen Beginn gingen die Adler durch Christoph Ullmann (12.) in Führung, als er mit einem Nachschuss traf. In der Folge gerieten die Eisbären mächtig unter Druck und hatten reichlich Glück, nicht noch weitere Gegentore kassiert zu haben.

Einem Fehlpass von James Sifers verdankten die Eisbären den überraschenden Ausgleich durch Barry Tallackson (14.). Die erneute Führung im zweiten Drittel gelang Kenneth Magowan (32.) ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als der Meister aus Berlin das Spiel eigentlich in seine Kontrolle gebracht hatte, jedoch zuwenig Druck auf das Mannheimer Tor ausübte. Von diesem Rückstand erholten sich die Eisbären nicht mehr. Ein Doppelschlag von Adam Mitchell (46., 47.) brachte Mannheim endgültig auf den Weg zum Sieg.

Kanu-Sport, Birgit Fischer: Der Traum von der siebten Olympia-Teilnahme ist für Birgit Fischer geplatzt. Das bestätigte die achtmalige Olympiasiegerin in einem Interview mit der Zeitung Die Welt. "Ich habe eine leichte Herzmuskelentzündung und der Facharzt sagte mir klipp und klar, dass ich keine Starterlaubnis bekomme und Training nur in den alleruntersten Herzfrequenzbereichen machen darf, sozusagen nur noch Wohlfühlpaddeln", sagte die 50-Jährige, die inzwischen "klug genug" sei, auf die Ärzte zu hören: "Gesundheit ist wichtiger als jedes um die Wette paddeln und jede Medaille." Fischer, die wegen Herzrhythmusstörungen bereits Anfang April die nationale Olympiaqualifikation in Duisburg absagen musste und nur noch eine theoretische Chance auf ein London-Ticket hatte, kennt seit Dienstag dieser Woche die Ursache für ihre Herzprobleme. "Ein von mir nicht richtig ernst genommener Reizhusten" im Trainingslager in Australien sei verantwortlich für "mein Herzstolpern", wie es die Ausnahmeathletin nennt. "Nach den gründlichen Untersuchungen kann ich einerseits nun aufatmen, andererseits bin ich ziemlich traurig", sagte Fischer.

Eishockey, EHC München: Der EHC München denkt über den Verkauf seiner DEL-Lizenz nach. Das bestätigte der Eishockey-Erstligist in einer Mitteilung auf seiner Homepage. "Die Konzeptionen für die kommende Saison sind bereits sehr weit fortgeschritten. Aus gesamtwirtschaftlichen Gründen prüfen die Gesellschafter des EHC München auch weitere Optionen. Dazu zählt unter anderem ein möglicher Verkauf der DEL-Lizenz", hieß es. Zuvor hatten Münchner Zeitungen übereinstimmend von Verhandlungen mit dem Zweitliga-Club Schwenninger Wild Wings berichtet. Laut Abendzeitung sollen die Gespräche aber zu keinem Abschluss geführt haben. Daraufhin hätten die EHC-Gesellschafter den Auftrag erteilt, die Kader- und Etat-Planungen für die nächste Saison voranzutreiben. Aus Sicht der Bild-Zeitung sei der Spielbetrieb im Olympia-Eisstadion aber auf Dauer nicht mehr zu finanzieren. Der EHC schreibe seit Jahren rote Zahlen, hieß es. 2010 war der EHC München in die DEL aufgestiegen. In dieser Saison, in der die Münchner bereits ohne Hauptsponsor über die Runde kommen mussten, verpasste der Club als Tabellenelfter den Einzug in die Playoffs.

Bundesliga, Hannover 96: Lars Stindl bleibt für längere Zeit in Hannover. Der Mittelfeldspieler wird seinen bis Sommer 2013 laufenden Vertrag beim Fußball-Bundesligaclub um drei Jahre verlängern. "Er wird diese Woche noch einen Vertrag bis 2016 unterschreiben", kündigte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke am Mittwoch an. Er habe die Zusage von dem Fußball-Profi bekommen. Zuvor hatten bereits die Stammspieler Jan Schlaudraff, Manuel Schmiedebach, Emanuel Pogatetz und Christian Pander ihre Verträge beim Europa-League-Teilnehmer und aktuellen Tabellensiebten verlängert. Um den derzeit verletzten Stindl hatten sich auch andere Vereine bemüht. Unter anderem soll Borussia Mönchengladbach ein Interesse an dem ehemaligen Karlsruher gehabt haben.

Motorsport, Bahrain: Wegen Sicherheitsbedenken beim Rennwochenende in Bahrain hat der erste Rennstall seinen Start abgesagt. Das deutsche MRS-Team wird nicht wie geplant am Porsche-Supercup teilnehmen, der zum Rahmenprogramm des Formel-1-Rennens gehört. Dafür riskiert der Rennstall sogar, möglicherweise für den Rest der Saison nicht mehr nicht mehr punktberechtigt zu sein und auch kein Preisgeld mehr zu bekommen. "Das ist das erste Mal in unserer Geschichte, dass wir ein für Rennen des Porsche-Supercups absagen müssen. Aber letztlich sind wir für die Sicherheit unserer Mitarbeiter verantwortlich", sagte Teamchef Karsten Molitor: "Bahrain ist eines der Saison-Highlights, entsprechend schwer ist uns die Entscheidung gefallen. Aber wir haben sie gemeinsam mit unseren Fahrern und Partnern getroffen."

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