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Sport kompakt:Fünf Spiele Sperre für Guerrero

Paolo Guerrero wird für seinen Flaschenwurf hart bestraft, 1860 denkt über die "Alternative Olympiastadion" nach, Juve-Präsident droht Spielern. Sport kompakt

Paolo Guerrero vom Hamburger SV ist wegen des Flaschenwurfs auf einen Zuschauer vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einer Sperre von fünf Punktspielen belegt worden. Zusätzlich erhielt der Stürmer eine Geldstrafe von 20.000 Euro. Damit ist die Bundesliga-Saison angesichts des Restprogramms von fünf Spielen für den Peruaner vorzeitig beendet. Allerdings haben die Hanseaten eine Einspruchsfrist von 24 Stunden. Die Sperre wirkt sich nicht auf die Europa League aus, in der der HSV am Donnerstagabend im Viertelfinal-Rückspiel bei Standard Lüttich einen 2:1-Vorsprung verteidigen musste. Das Sportgericht sperrte Guerrero "wegen einer Tätlichkeit gegen einen Zuschauer nach einer vorausgegangenen verbalen Provokation". Der 26-Jährige hatte nach Ende des Punktspiels zwischen dem HSV und Hannover 96 (0:0) vor dem Eingang des Spielertunnels stehend eine zum Teil gefüllte Plastik-Trinkflasche in Richtung eines auf der Tribüne stehenden Zuschauers geworfen und diesen im Gesicht getroffen.

Die Clubspitze des TSV 1860 München beschäftigt sich bei der Suche nach einer neuen Heimat mit der Rückkehr ins Olympiastadion. "Wir denken über die Alternative Olympiastadion nach", bestätigte Vizepräsident Franz Maget vom Fußball-Zweitligisten aus München in der Bild-Zeitung (Mittwoch) entsprechende Überlegungen: "Die Arena passt wunderbar zum FC Bayern. Aber für 1860 ist dieses Stadion zu groß und vor allem zu teuer. Deswegen muss das Olympiastadion geprüft werden". Der Umzug von der Allianz Arena ins Olympiastadion würde die Kosten für den Spielbetrieb erheblich senken. In der Arena zahlen die "Löwen" pro Jahr 5,3 Millionen Euro. Der Mietvertrag mit dem FC Bayern läuft noch bis zum Jahr 2025. Die rechtliche Lage verhindert derzeit einen Umzug. Der Mietvertrag mit den Bayern und ein Kontrakt zwischen der Stadt München und der Allianz Arena Stadion GmbH legen fest, dass im Olympiastadion keine Profi-Fußballspiele stattfinden dürfen. Deshalb schließt 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers eine Rückkehr ins Olympiastadion noch aus. Maget fordert die Vertreter beider Seiten auf, sich zusammenzusetzen und zu prüfen, ob es eine Lösung gibt.

Ex-Nationalspieler Sebastian Kehl vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund bleibt das Verletzungspech treu. Der Kapitän der Schwarz-Gelben erlitt im Spiel gegen Werder Bremen (2:1) am Ostersamstag nach Klub-Angaben einen Faserriss auf der linken Seite des Adduktorenansatzes und fällt damit drei bis vier Wochen aus. Damit kann die Borussia im Kampf um einen Startplatz im internationalen Geschäft möglicherweise nicht mehr auf den 30-Jährigen zurückgreifen. Kehl hatte erst im März nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback in der Startelf gegeben. Dagegen steht BVB-Trainer Jürgen Klopp im Punktspiel am Samstag beim FSV Mainz 05 Torjäger Lucas Barrios zur Verfüging. Der Argentinier war am Dienstag im Training lange an der Wade behandelt worden. Die Verletzung stellte sich allerdings nur als leichter Bluterguss heraus.

Aus Verärgerung über die enttäuschenden Leistungen von Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin, der nach zwölf Liga-Pleiten in der laufenden Saison auf Tabellenrang sieben abgerutscht ist, hat Klubpräsident Jean-Claude Blanc seinen Spielern mit der Aussetzung der Gehaltszahlung gedroht. Eine Zahlung soll erst erfolgen, wenn die Mannschaft wieder einen Sieg landet. Dies berichtete die Turiner Tageszeitung La Stampa am Mittwoch. "Unsere Aufgabe, ist die Gehälter zu zahlen, eure Pflicht ist, gut zu spielen", sagte der Präsident den Spielern. Bei einem Treffen mit der Mannschaft verlangte Blanc "Engagement und professionelles Verhalten". Das Minimalziel für die Saison, der sportlich wie finanziell wichtige Einzug in die Champions League, ist nach dem 0:3-Debakel von Juve in Udine am vergangenen Samstag fast verspielt. Blanc muss sich auch mit der Enttäuschung der Fans auseinandersetzen. Er wurde unter Polizeischutz gestellt, nachdem ihn einige Hooligans bedroht hatten.

Großer Erfolg für den deutschen Eishockey-Nationalspieler Jochen Hecht: Der 32-Jährige markierte beim 5:2-Sieg der Buffalo Sabres gegen die New York Rangers sein 20. Saisontor und war somit maßgeblich am 44. Erfolg der Sabres in der laufenden Saison der nordamerikanischen Profiliga NHL beteiligt (25 Niederlagen). Damit ist der Klub des deutschen Kufen-Cracks Sieger der Northwest Division.

Tennis-Legende Martina Navratilova ist an Brustkrebs erkrankt . "Es war der totale Schock für mich, weil ich in meinem ganzen Leben eigentlich immer gesund war", sagte die langjährige Weltranglistenerste der Tageszeitung USA Today. Navratilova ist am 15. März operiert worden und beginnt im Mai mit einer vier- bis sechswöchigen Bestrahlungstherapie. Der Krebs in ihrer linken Brust sei bei einer Routine-Mammografie Anfang Januar in einem sehr frühen Stadium entdeckt worden und habe noch nicht gestreut, sagte die 53-Jährige.

© dpa/sid

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