bedeckt München 13°
vgwortpixel

Sport kompakt:Argentinischer Albtraum

Brasilien qualifiziert sich mit einem 3:1 beim Erzrivalen Argentinien für die WM, Andy Roddick und Maria Scharapowa scheitern bei den US-Open, Gomez und Ribéry angeschlagen. Sport kompakt

Die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft hat den Klassiker gegen Argentinien mit 3:1 (0:2) gewonnen und sich damit endgültig für die WM in Südafrika qualifiziert. Argentiniens Ausgangsposition für die WM im kommenden Jahr verschlechterte sich hingegen weiter. Vor heimischer Kulisse im Stadion "Gigante de Arroyito" in Rosario traf am Samstagabend (Ortszeit) nur Jésus Dátalo (64.) das Tor für die Elf des argentinischen Fußball-Idols Diego Maradona. Die Tore für die "Seleção" schossen Luis Fabiano (30., 67.) und Luisão (23.). Die "Gauchos" bleiben damit auf dem vierten Tabellenplatz, eng bedrängt von Ecuador und Kolumbien. Maradona sagte nach dem Spiel: "Wir haben das Spiel leichtfertig verschenkt. Es bleibt die Hoffnung, dass wir es doch noch schaffen." Dazu bräuchten die Argentinier aber unbedingt einen Sieg im nächsten Spiel in Paraguay. Zuvor waren bereits drei Partien in der südamerikanischen Qualifikationsgruppe ausgespielt worden. Kolumbien gewann mit 2:0 gegen Ecuador und rückt auf den fünften Platz der Tabelle vor. Paraguay besiegte die Elf aus Bolivien mit 1:0 und schob sich damit vor auf den zweiten Tabellenplatz. Uruguay kassierte gegen die in der Qualifikation bereits chancenlose Mannschaft von Peru eine schmerzhafte 0:1-Niederlage und rutscht auf Platz sieben ab.

Not amused: Argentiniens Trainer Diego Maradona (re.) steht die Pleite gegen Kakas Brasilianer ins Gesicht geschrieben.

(Foto: Foto: AFP)

Einen trüben Tag erlebten bei den US-Open in New York Tennis-Beauty Maria Scharapowa, Publikumsliebling Andy Roddick und in der Nachtschicht Dinara Safina. Hochgelobt und hochgehandelt scheiterte das Trio in der dritten Runde. Die Weltranglisten-Erste Safina muss nach dem 4:6, 6:2, 6:7 (5:7) gegen die 19-jährige Tschechin Petra Kvitova weiter auf ihren ersten Grand-Slam-Titel warten. Ihre Vorgängerin Scharapowa (beide Russland) stolperte mit 6:3, 4:6, 5:7 über die 17-jährige Amerikanerin Melanie Oudin. Für den Tennis-Teenie war es das zweite Highlight bei den US Open nach dem Sieg gegen Olympiasiegerin Jelena Dementjewa. In Nadja Petrowa trifft sie nun erneut auf eine Russin. Andy Roddick schied nach einem Marathon gegen seinen Landsmann John Isner aus. Fast vier Stunden lang überboten sich die Amerikaner mit hammerharten Aufschlägen - bis der 2,06 Meter große Isner mit 7:6 (7:3), 6:3, 3;6, 5:7, 7:6 (7:5) die Oberhand behielt.

Einen Tag nach dem 2:0-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Südafrika musste Mario Gomez das Training am Sonntag abbrechen. Der Münchner Stürmer musste wegen Beschwerden im rechten Knie beim sogenannten Auslaufen im Kölner Südstadion vorzeitig aufhören und wurde vorsichtshalber ins Mannschaftshotel zurückgefahren. Ob der Einsatz von Gomez, der gegen den WM-Gastgeber das 1:0 erzielt hatte, im WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Hannover gegen Aserbaidschan (20.45 Uhr/live im ZDF) gefährdet ist, stand am Sonntagvormittag noch nicht fest. Bis auf die Spieler, die gegen Südafrika 90 Minuten durchgespielt haben, nahmen alle anderen an der lockeren Trainingseinheit teil.

Franck Ribéry wird vom Verletzungspech verfolgt und ist erneut angeschlagen. Vor dem Schicksalsduell in der Fußball-WM-Qualifikation am Mittwoch in Serbien zittert Frankreich deshalb um den Bayern-Star. Ribéry werde gegen Serbien möglicherweise nicht eingesetzt werden können, erklärte der Trainer der "Equipe Tricolore", Raymond Domenech, am Sonntag in der Sendung "Telefoot" des französischen TV-Senders TF1. Eine Entscheidung darüber, ob der Regisseur mit dem Team des Weltmeisters von 1998 nach Belgrad fliegt, wolle man am Montag treffen. "Das ist ein harter Schlag für die französische Mannschaft, da die Reise nach Belgrad die letzte Hoffnung darstellt, doch noch den ersten Platz in der Gruppe 7 zu ergattern und sich für die nächste WM zu qualifizieren, ohne die Relegation durchmachen zu müssen", kommentierte die Sportzeitung L'Equipe in der Onlineausgabe. Ribéry hatte beim enttäuschenden 1:1 der Franzosen am Samstag in Paris gegen Rumänien nach seiner Einwechslung in der 57. Minute einen Schlag an der Wade bekommen. Wie schlimm der 26-Jährige verletzt ist, wurde zunächst nicht bekannt. Ribéry hatte erst vor einer Woche sein Comeback bei Bayern München gefeiert.

Die Fußball-Nationalmannschaft der Elfenbeinküste hat ihr WM-Ticket so gut wie in der Tasche. Der Afrikameister von 1992 fertigte Burkina Faso am Samstag in Abidjan mit 5:0 (1:0) ab und liegt zwei Spieltage vor dem Abschluss der Qualifikationsgruppe E als Spitzenreiter jetzt sechs Punkte und 15 Tore vor dem Gegner und einzigen Verfolger. Am 10. Oktober kann die Elfenbeinküste, für die Kader Keita (12./68.), Didier Drogba (48./65.) und Yaya Toure (55.) trafen, in Malawi den Sprung zur Endrunde 2010 in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) mit einem Punktgewinn perfekt machen. Kamerun meldete sich in der Gruppe A mit einem Sieg bei Tabellenführer Gabun zurück. In Libreville gewann der erste afrikanische WM-Viertelfinalist (1990) 2:0 (0:0) und feierte den ersten Dreier im dritten Spiel. Auch Afrikameister Ägypten wahrte seine WM-Chance. In der Gruppe C setzte sich das Team des Dortmunder Bundesliga-Profis Mohamed Zidan mit 1:0 (0:0) in Ruanda durch. Damit schloss Ägypten zumindest nach Punkten zum Tabellenführer Algerien auf, der ein Spiel weniger absolviert hat.

Etwa 500 aufgebrachte Fußball-Anhänger haben am Samstag gegen die Führung des italienischen Serie-A-Klubs AS Rom protestiert. Vor dem Trainingsgelände warfen sie Rauchbomben und Knallkörper. Zudem hielten die Fans Schilder mit Aufschriften wie "Genug ist genug" und "Rosella muss weg" in die Höhe. Präsidentin Rosella Sensi wird von den Anhängern vor allem für den schlechten Saisonstart mit zwei Niederlagen verantwortlich gemacht. Sie wurde dazu aufgerufen, die Roma zu verkaufen. Die Tifosi sind enttäuscht, dass es trotz des Verkaufs von Nationalspieler Alberto Aquilani nach Liverpool keine prominenten Neuzugänge gab. Ausdrücklich stellten sich die Fans aber hinter den zurückgetretenen Coach Luciano Spalletti, der in der vergangenen Woche durch Claudio Ranieri ersetzt wurde.

Die deutschen Volleyballer haben ihre Medaillenträume bei der Europameisterschaft in der Türkei frühzeitig abgehakt. "Mit einer Medaille in diesem Jahr wird es wohl nichts", räumte Routinier Björn Andrae nach der schwachen Vorrunde der mit großen Hoffnungen ins EM-Turnier gestarteten Männer des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) ein. Nach nur einem Sieg gegen EM-Gastgeber Türkei und Niederlagen gegen Polen und Frankreich drohte sogar das schlechteste Abschneiden einer gesamtdeutschen Mannschaft bei einer EM-Endrunde. "Ich bin enttäuscht", gestand Bundestrainer Raúl Lozano am Wochenende frustriert. Nach der schwachen Auftritten von Izmir hatten die deutschen Männer selbst den Sprung in die Zwischenrunde der zwölf besten Teams nicht mehr in der eigenen Hand - und mussten auf Schützenhilfe in der letzten Vorrundenpartie ihrer Gruppe zwischen Frankreich und der Türkei am frühen Abend hoffen. Nach dem 3:2-Zittersieg zum Auftakt gegen die Gastgeber hatten die Deutschen bei ihren Niederlagen gegen Polen und Frankreich nicht den Hauch einer Chance und ließen vor allem mental die nötige Klasse vermissen. "Wir sind im Kopf immer fester geworden", räumte Italien-Profi Robert Kromm ein.

Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann und der zurückgetretene Fußball-Star Bernd Schneider werden Botschafter für die Frauen-Weltmeisterschaft 2011. Das Duo wurde vor dem Länderspiel zwischen der DFB-Auswahl und Südafrika (2:0) am Samstag in Leverkusen als Botschafter-Pärchen vorgestellt. "Ich bin sehr stolz darüber, dass wir in Leverkusen zwei so tolle Repräsentanten gefunden haben, die ab sofort die Gesichter für die Frauen-WM 2011 in Leverkusen sein werden. Britta Heidemann und Bernd Schneider sind in der gesamten Region absolute Sympathieträger und Identifikationspersonen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

WM-Qualifikation

Ronaldo vor dem Aus