Sponsorendeal von FSV Frankfurt:Rennwagen mit den "BIN-LADEN"-Logos

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All diese Vorwürfe waren vielleicht nicht breit bekannt, zumindest aber leicht zugänglich. Womit der Fall ein weiteres Beispiel dafür liefert, wie im Sport gerne nicht so genau hingesehen wird, wenn richtig viel Geld lockt. Ende der siebziger Jahre gewann das britische Formel-1-Team Williams die Unternehmen des aus Saudi-Arabien stammenden Mohammed bin Laden als Hauptsponsor. Auf das Interesse von dessen Sohn Osama am internationalen Terrorismus gab es damals zwar noch keinen Hinweis - aus heutiger Sicht muten die Rennwagen mit den "BIN-LADEN"-Logos aber doch mindestens so kurios an wie die Aufnahmen, die es vom Eishockey-Spiel zwischen dem ECD Iserlohn und den Starbulls Rosenheim vom 4. Dezember 1987 gibt.

Damals liefen die finanziell klammen Iserlohner mit Werbung für das "Grüne Buch" auf, das Werk des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi. Was nicht nur dem damaligen Innenminister Friedrich Zimmermann (CSU) überhaupt nicht gefiel. Nach einer Partie war der Spuk wieder vorbei.

Inzwischen reagieren die Anhänger in vielen Bereichen zwar sensibel. Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg geriet nach der Nuklearkatastrophe im März 2011 in Fukushima unter Druck, weil er schon seit Jahren Reklame lief für den französischen Atomkonzern Areva. Beim SV Werder Bremen war der Geflügelzüchter Wiesenhof wegen angeblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz nicht gerne gesehen. Doch bei Investitionen, die offenbar sportpolitische Ambitionen flankieren, hielt sich die Aufregung bisher in Grenzen.

Weder das Engagement des Unternehmens Gazprom, das aus Russland stammt, wo 2018 die Fußball-WM gespielt werden soll, weckte massenhaften Argwohn, noch das von Qatar Airways - der Fluglinie des WM-Gastgebers 2022 - beim FC Barcelona. Dabei hatte der Kult-Klub aus Katalonien die Brüste seiner Spieler vorher nie, später nur für karitative Zwecke zur Verfügung gestellt.

Bei einem Pakt mit Firmen oder Organisationen, die Israel benachteiligen, wird allerdings eine Rote Linie überschritten. Dies hatte, vor seiner Wahl zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), auch Thomas Bach erfahren. Unter anderem Charlotte Knobloch, die langjährige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, hatte den Sportfunktionär mit Blick auf seine neue Verantwortung aufgefordert, endlich seine Rolle als Präsident der deutsch-arabischen Handels-kammer Ghorfa zu klären (das Amt legte er kurz nach seiner IOC-Kür nieder).

Die Organisation vergibt sogenannte Vorlegalisierungen für die Einfuhr von Waren in arabische Länder. In einigen ist der Import israelischer Waren verboten, was de facto einem Boykott gleichkommt. Derlei ist - offiziell - auch beim IOC geächtet. In dessen Charta heißt es: "Jede Form von Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Gründen ist mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung unvereinbar."

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