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Spielernamen bei der EM:Gegen Hitz hilft Drinkwater

Switzerland Training - Euro 2016

Beschwören den Schweizer Temperaturanstieg: Die Torhüter Yann Sommer (l.) und Marwin Hitz.

(Foto: REUTERS)

Keine Namenswitze - diese Regel darf auch bei dieser Europameisterschaft mal wieder außer Kraft gesetzt werden.

Die Vorgabe "No jokes with names" darf auch bei dieser Euro kurz außer Kraft gesetzt werden, zu viele schöne Namen sind dabei, man muss diesen Schatz heben. Nur bei Olympischen Spielen ist die Suche noch ergiebiger, erinnert sei an jenen Gewichtheber aus Iran, der 2012 in London wie kein anderer die gepressten Lautmalereien eines Menschen beim Gewichtheben in seinem Namen verdichtete. Alles Stöhnen, Raunen, Schnaufen: Saeid Mohammadpourkarkaragh. Wo immer er jetzt sein mag - es möge ihm gut gehen. Und erst recht dem Trampolinspringer aus China, der damals Gold geholt hat, sein Name: Dong Dong.

Bei dieser Euro haben jetzt alle wenigstens einmal vorgespielt und ihre, wie Floskelfreunde gern hervorheben, Visitenkarte abgegeben. Die Männer sehen gut aus, sie haben schöne Namen. Die Franzosen heißen Mandanda und Mangala. Oder sie heißen Gignac, wie ein Mischgetränk verschiedener Alkoholherrlichkeiten. Der Klang ist das eine, aber der wahre Zauber eines Namens ergibt sich nicht aus dem Sound, sondern aus dem Sinn, und hier ist der französische Abwehrchef der frühen Achtziger noch immer stilprägend, der Sicherheitsbeamte hinten drin, in vielen Spielen war er nicht zu knacken. Der Mann hieß Marius Trésor.

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Des Weiteren im aktuellen Jahrgang die Schweizer, im Tor mit den Kollegen Hitz und Sommer einen Temperaturanstieg heraufbeschwörend; oder der Rumäne Mihai Pintilii mit seiner bemerkenswerten i-Sammlung. Der Engländer Danny Drinkwater steht leider nur im Kicker-Sonderheft, würde aber dringend benötigt, sofern Hitz und Sommer mit ihren Beschwörungen Erfolg hätten. Die Italiener spielen zwar nicht mit Marco Polo, sondern mit Marco Parolo - in Zeiten der Großsprecher, der Trumps und Fensterredner ein sehr angemessener Name. Schließlich der Ire James McClean, dessen Signatur man schön geschwungen auf einer handgemalten Werbetafel vor sich sieht, eine Art Meister Proper der Gegenwart.

Das alles aber ist nichts gegen die herrlichen Isländer, die sich gerade den Portugiesen entgegengestellt haben. Im Internet machen die User Witze und erfinden Namen, Gelhaarsson und so weiter. Dabei sind die echten Namen die besten. Einer Mannschaft, die mit dem Keeper Halldorsson und dem Stürmer Sigthorsson antreten darf - dieser Mannschaft ist alles zuzutrauen.

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