Skispringen:Geiger gewinnt und beendet Krafts Siegesserie

Skispringen: Siegerfaust: DSV-Adler Karl Geiger springt in Klingenthal weiter als der Rest der Konkurrenz.

Siegerfaust: DSV-Adler Karl Geiger springt in Klingenthal weiter als der Rest der Konkurrenz.

(Foto: Jens Schlueter/AFP)

Bisher gingen alle Weltcups in diesem Winter an den Österreicher Stefan Kraft - in Klingenthal steht DSV-Adler Karl Geiger ganz oben. Auch die weiteren deutschen Springer überzeugen.

Karl Geiger riss im Nebel von Klingenthal mit einen Freudenschrei die Arme nach oben, mehr als 10 000 Fans feierten den historischen Heimsieg in der sächsischen Skisprung-Hochburg: In einem wahren Schanzenkrimi hat der Ex-Weltmeister als erster DSV-Adler einen Einzel-Weltcup im Vogtland gewonnen und mit dem ersten Saisonsieg für das deutsche Team 20 Tage vor Beginn der Vierschanzentournee ein dickes Ausrufezeichen gesetzt.

"Das ist der Wahnsinn, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das hätte ich nicht erwartet. Es waren die besten Sprünge in dieser Saison", sagte Geiger am ARD-Mikrofon. Und Bundestrainer Stefan Horngacher meinte anerkennend: "Das ist eben der Karl, der zieht das durch. Er ist in einem schwierigen Wettkampf außergewöhnlich gut gesprungen - man musste hier extrem weit fliegen."

Geiger springt an den Schanzenrekord von Michael Uhrmann heran

Auf dem Weg zu seinem 14. Karrieresieg, dem ersten seit Januar 2022, hatte Geiger zwar schon nach dem ersten Durchgang geführt. Österreichs Topspringer Stefan Kraft, in den bisherigen vier Saisonspringen zuvor unbesiegt, legte aber im Finale mächtig vor. Und so musste Geiger seine ganze Klasse und seine ganze Nervenstärke beweisen.

Skispringen: "Das ist eben der Karl": Geiger kann den Angriff von Kraft im zweiten Durchgang abwehren.

"Das ist eben der Karl": Geiger kann den Angriff von Kraft im zweiten Durchgang abwehren.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Mit der Tagesbestweite von 146 Metern flog er bis auf einen halben Meter an den zwölf Jahre alten Schanzenrekord von Michael Uhrmann heran, anderthalb Meter weiter als zuvor Kraft bei etwas schlechteren Bedingungen. Nach bangem Warten war schließlich klar: Das reichte dem 30 Jahre alten Oberstdorfer, um mit 274,7 Punkten knapp vor Kraft (273,5) zu triumphieren - umgerechnet 66 Zentimeter lag Geiger vor dem alten Rivalen aus dem Nachbarland. Dritter in einem hochklassigen Wettkampf wurde der Japaner Ryoyu Kobayashi (270,7).

Ein Podestplatz nach dem anderen: DSV-Adler auf Rekordjagd

Während Kraft die Bestmarke seines Landsmanns Thomas Morgenstern verpasste, der 2007/08 sogar die ersten sechs Springen gewonnen hatte, sind die DSV-Adler weiter auf Rekordjagd: Einen deutschen Podestplatz in jedem der ersten fünf Wettkämpfe hatte es bislang nur 1998/99 gegeben - als Martin Schmitt, Sven Hannawald und Ronny Hornschuh sogar in den ersten sieben Springen auf das Treppchen flogen.

Kurz vor Tournee-Beginn bereitete auch der Rest des Teams dem Bundestrainer große Freude. Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding), der 2013 als Zweiter für das zuvor beste deutsche Einzel-Resultat in Klingenthal gesorgt hatte, bestätigte als Vierter (263,9) seine Topform. Pius Paschke (Kiefersfelden), nach dem ersten Durchgang noch Dritter, überzeugte knapp dahinter (263,8) als Fünfter ebenfalls. "Super Team, super Stimmung", sagte Horngacher. Die Stimmung soll auch am Sonntag oben bleiben, dann steht in Klingenthal ab 16.00 Uhr (ARD und Eurosport) ein weiteres Einzelspringen an.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusRückbildung im Spitzensport
:"Ich konnte mich nicht mal mehr zehn Minuten auf einen Stuhl setzen"

Rodel-Weltmeisterin Dajana Eitberger spricht über ihren Wechsel vom Einer in den Doppelsitzer, die schwierige Zeit nach der Geburt ihres Kindes, die richtige Rückbildung, fehlende Unterstützung - und ihr Leben als Mutter im Spitzensport.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: