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Ski alpin:Auf Raketen-Skiern ins Glück

Ski alpin Weltcup

Viktoria Rebensburg: Konterte der Kritik

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
  • Die alpinen Weltcups in Garmisch-Partenkirchen verlaufen in diesem Winter fast schon zu kitschig: Erst gewinnt Thomas Dreßen die Abfahrt, nun auch Viktoria Rebensburg.
  • Wolfgang Maier, der Sportdirektor der Alpinen im Deutschen Skiverband, hatte vor gut zwei Wochen noch kritisiert, Rebensburg müsse mehr Trainingseifer an den Tag legen.

Von Johannes Knuth, Garmisch-Partenkirchen

Der Jubel. Das Winken ins Publikum. Die Verbeugung vor den Zuschauern, die Sonne, die mit frühlingshaftem Verve auf die Tribünen schien, die Freude über eine Fahrt, die kaum noch zu überbieten sein würde. Das alles hatte sich am vergangenen Wochenende abgespielt, als Thomas Dreßen in Garmisch-Partenkirchen die schnellste Abfahrt gelungen war.

Und nun, eine Woche später: Da hatte es den Anschein, als spulte die Stadionregie an selber Stelle eine Wiederholung ab. Nur dass es diesmal nicht Thomas Dreßen vom SC Mittenwald war, sondern Viktoria Rebensburg vom SC Kreuth, die jubelte, ins Publikum winkte, sich verneigte, beide Hände zu Fäusten ballte. Sie malte sogar eine Art Aufwärtshaken in die Luft, derartige Gefühlseruptionen erlebt man bei ihr wahrlich nicht oft.

Am Ende musste man wohl oder übel das Leitmotto des vergangenen Wochenendes aufwärmen: Die alpinen Weltcups in Garmisch-Partenkirchen verlaufen in diesem Winter fast schon zu kitschig, zumindest aus Sicht der Gastgeber. Vor einer Woche lag Dreßen noch Markus Wasmeier in den Armen, dem Doppel-Olympiasieger, der vor 28 Jahren als bislang einziger Deutscher auf der Kandahar-Abfahrt triumphiert hatte. Am Samstag nahm nun Rebensburg Blumen und Gratulationen von Maria Höfl-Riesch entgegen, der dreimaligen Olympiasiegerin, die 2010 als letzte Deutsche beim Heimspiel gewonnen hatte. Für Rebensburg war es schon ihr 19. Erfolg im Weltcup, sie hatte bis zum Samstag allerdings noch nie in der schnellsten alpinen Disziplin gewonnen, die nicht wenige für die Königsübung halten.

"Warum eigentlich nicht hier?" Beim Weltcup dahoam?

"Unglaublich, ich war letztes Jahr in Andorra schon knapp dran", sagte Rebensburg - damals, beim Weltcup-Finale im März, hatte sich die Österreicherin Mirjam Puchner um drei Hundertstelsekunden vor die Deutsche geschoben. "Da war ich schon ein bisschen traurig", sagte Rebensburg nun, aber bei der Anreise in den vergangenen Tagen habe sie sich gedacht: "Warum eigentlich nicht hier?" Beim Weltcup dahoam? Dass sich die zarte Hoffnung dann in die Realität verwandelte, das sei natürlich "a Wahnsinn". Und das alles nach Wochen, die von einigen Störgeräuschen unterlegt waren.

Wolfgang Maier, der Sportdirektor der Alpinen im Deutschen Skiverband, hatte Rebensburg vor gut zwei Wochen noch öffentlich ausgerichtet, dass sie bitteschön etwas mehr Trainingseifer an den Tag legen müsse, um in ihrer Lieblingsdisziplin Riesenslalom nicht den Anschluss an die Elite zu verlieren. Rebensburg fand das "inhaltlich und in der Art und Weise absolut unverständlich"; sie wolle das aber, anders als Maier, intern besprechen. Der Trubel, der fortan durch die Öffentlichkeit schwappte, machte ihr freilich zu schaffen, wie sie zugab, Rebensburg wurde 22., 16. und 12. in zwei Abfahrten und einem Super-G in Bansko, vor einer Woche belegte sie in Sotschi Platz acht im Super-G, in dem sie zu Saisonbeginn in Lake Louise noch gewonnen hatte.

Die Tage nach der Rückkehr aus Russland habe sie dann genutzt, sagte Rebensburg, um "skitechnisch wieder auf das Niveau zu kommen, bei dem ich mich wohlfühle. Da haben wir mit dem Trainerteam glaube ich gut gearbeitet." Und wenn Rebensburg sich wohlfühlt, lassen die guten Erträge meist nicht lange auf sich warten. Am Freitag wurde sie im einzigen Trainingslauf schon Zweite, obwohl sie, wie sie das oft handhabt, eine Fahrt "mit Luft nach oben" aufführte. Am Samstag hatte sie nach dem Gleitstück zu Beginn dann schon fast eine Sekunde Vorsprung auf Federica Brignone, die bis dahin führende Italienerin. Sie habe da bereits gemerkt, dass die Skier, die ihr Servicemann bereitgestellt hatte, "a Rakete" waren, sagte Rebensburg später. Dann habe sie einfach nur noch versucht, "nichts zu gut machen zu wollen, einfach gut Skizufahren".

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