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Sieg des FC Bayern in Moskau:Butler aus München

ZSKA Moskau - FC Bayern München

Mario Götze (r.) freut sich über sein Tor.

(Foto: dpa)

Obwohl der FC Bayern schon fürs Achtelfinale qualifiziert ist, lässt Pep Guardiola gegen ZSKA Moskau seine beste Elf auflaufen. Mit dem 3:1 im Schneetreiben übertrifft der FC Bayern einen Champions-League-Rekord vom FC Barcelona. Sorgen bereitet allerdings der ausgewechselte Philipp Lahm.

Butler tragen weiße Handschuhe, manchmal auch Zauberer oder der Nikolaus. Im Fußball waren weiße Handschuhe bislang eher unüblich, es gab nur weiße Schuhe, die heutzutage aber jeder Kreisklassenkicker hat, weshalb der immer sehr trendige Mario Götze nun als Vorreiter gelten darf. Mit ebenjenem, farblich zum Trikot passenden Handüberzug lief Götze am frostigen Mittwochabend in Moskau auf, beim vorletzten Gruppenspiel des FC Bayern in dieser Champions-League-Saison gegen ZSKA. Die weißen Handschuhe wärmten ihn offenbar ausreichend: Er leistete einen durchaus bemerkenswerten Beitrag zum 3:1 (1:0)-Sieg der Münchner.

Dem Gruppensieg sind die Bayern damit nun ganz nahe, für das Achtelfinale waren sie schon vorher qualifiziert, weshalb sich die Frage stellte, wie viele seiner begnadeten Profis Trainer Pep Guardiola wohl vor diesem Abend bewahren würde. Der Boden gefroren, eine Art holprige Steinplatte mit rutschiger Grasschicht, dazu Minustemperaturen und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit: "Die Kälte war Wahnsinn", stellte Torwart Manuel Neuer hinterher fest, "gut, dass ich noch Sachen untendrunter anhatte."

Es war so ein Abend, der das Potenzial hatte, die Arbeitsbelastung der medizinischen Abteilung zu erhöhen, die sich auch so derzeit kaum über fehlende Arbeit beschweren kann: sieben Profis blieben zu Hause, verletzt oder angeschlagen. Auf der Kaderliste waren mehrere Positionen frei, Guardiola füllte sie auf mit Pierre-Emile Höjbjerg, Mitchell Weiser und Julian Green. Höjbjerg, Weiser und Green aber schafften es nicht in die Startelf, Guardiola nominierte: Robben, Müller, Kroos, dazu Götze, als Sturmspitze.

Die Begleitumstände dieser Russland-Reise waren für die Bayern einigermaßen schwierig gewesen, unter anderem wurde das Abschlusstraining abgesagt, weil der Zeugwart im Verkehr feststeckte. Das Spiel fand im Chimki-Stadion statt, rund 15 000 Zuschauer kamen, ungewöhnlich wenige für einen Auftritt der Guardiola-Bayern; auch sonst waren die Bedingungen ungewohnt für die Münchner. Man muss ihnen also nachsehen, dass sie anders auftraten als üblich: durchaus souverän zwar, aber mit mehreren Fehlern und Unsicherheiten vorne wie hinten, dazu weniger elegant. Dass allerdings der FC Bayern auch in Moskau der FC Bayern bleibt, war dann schon nach 17 Minuten zu sehen.

Bis dahin hatten die Moskauer nach den ihnen gegebenen Möglichkeiten versucht, Druck zu erzeugen, immerhin vier Ecken waren so in den ersten zehn Minuten herausgesprungen, aber Effizienz ist nicht die Stärke Moskaus. Die Stärke Münchens schon: Der auch sonst gute Kroos gewann einen Zweikampf, passte den Ball in den freien Raum, Müller legte den Ball zurück auf Robben, und der traf aus vollem Lauf zum 1:0. Zwei Pässe, ein Schuss, alles direkt, es war ein typisches FC-Bayern-Tor.

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