Sieben Kurven zur Formel 1Nur noch Wunder und Wetter können Vettel helfen

Der Deutsche wird Dritter, doch Ferrari entwickelt sich immer weiter zurück. Lewis Hamilton schämt sich fast für seinen Sieg. Die Höhepunkte des Formel-1-Wochenendes.

Valtteri Bottas

Lewis Hamilton legt ihm von oben auf dem Siegerpodest eine Hand auf die Schulter, der Finne hat dabei einen Gesichtsausdruck, fast so verkniffen wie der von Wladimir Putin, dem Großmeister der Stallregie. Mit dem ersten Saisonsieg an der Stelle seines ersten Formel-1-Siegs überhaupt wurde es trotz Pole-Position und gewonnenem Start nichts mehr für den Flügelmann bei den Silberpfeilen. In Runde 25 kam die Order, Hamilton durchzulassen, und das Flehen kurz vor Schluss, das Ergebnis doch wieder umzudrehen, wurde nicht erhört. Der Zweite als erster Verlierer, das ist Gesetz der Formel 1, und es trifft jetzt auch bei Mercedes intern zu. Bottas weiß um seine Rolle, vermutlich sitzt er vor allem deshalb in diesem Cockpit. Auch weil er charakterstark ist, da braucht es wenig Trost. Lediglich eine bessere Kommunikation hätte er sich gewünscht: "Erst hieß es, ich solle Gas geben und Verstappen überholen, dann kommt die Anweisung, Lewis vorbeizulassen. Das ist für mich als Sportler und Mensch nicht optimal, aber es ist ein Fakt." Die gute Lösung, die Teamchef Toto Wolff für alle Beteiligten finden wollte, ist damit klar: Alle für einen. Bottas, der andere, sagt: "Es ist, wie es ist."

Bild: Getty Images 1. Oktober 2018, 09:342018-10-01 09:34:00 © SZ.de/jbe/rus