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Nach Pleite in Stuttgart:Schalke trennt sich von Gross, Schneider und Riether

Christian Gross trainierte S04 nur für kurze Zeit.

(Foto: THOMAS KIENZLE/AFP)

Bei S04 bricht endgültig das Chaos aus: Der gebeutelte Klub wirft nach dem 1:5 beim VfB die gesamte sportliche Leitung raus. Die Frage nach einem neuen Chef-Trainer ist noch offen.

Fußball-Bundesligist Schalke 04 hat sich am Sonntag von Sportvorstand Jochen Schneider (50), Trainer Christian Gross (66), Co-Trainer Rainer Widmayer (53), Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riether (37) und Athletik-Coach Werner Leuthard (59) getrennt. Dies gaben die Königsblauen offiziell bekannt. Am Samstag hatte Schalke mit 1:5 beim VfB Stuttgart verloren. Die für Montag angesetzte Trainingseinheit wird von den Athletik-Trainern geleitet, die Suche nach einem neuen Coach dauert an.

Peter Knäbel (54), Leiter der "Knappenschmiede", beerbt zunächst Schneider. Zudem wird Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah (42) als Riether-Nachfolger die Koordination der Lizenzspielerabteilung übernehmen. Mit Blick auf die Planungen für die neue Saison wird nach Klubangaben Knäbel, der Direktor Nachwuchs und Entwicklung, wie bisher von U19-Chef-Trainer Norbert Elgert und Mike Büskens unterstützt. Der Tabellenletzte taumelt dem vierten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen.

Gross war kurz nach Weihnachten als vierter Schalke-Coach in dieser Saison vorgestellt worden. Schon nach dem zweiten Spieltag hatten sich die Königsblauen von David Wagner getrennt. Manuel Baum konnte den Absturz der Schalker ebenfalls nicht stoppen und wurde im Dezember von Interimslösung Huub Stevens ersetzt, ehe Gross übernahm.

Vor dem Auftritt beim VfB hatte es Medienberichte über eine Spielerrevolte gegen Gross gegeben, die der Verein dementiert. Am Freitag trifft S04 im Abstiegsduell auf den FSV Mainz 05 mit Sportvorstand Christian Heidel, der auch auf Schalke tätig gewesen war. Sky zeigte am Sonntagmorgen Bilder von Gross, der mit gepackten Taschen das Hotel in der Nähe der Schalker Arena verließ.

"Wir brauchen nicht Drumherum zu reden: Die sportliche Situation ist eindeutig, deshalb müssen wir bei jeder noch zu treffenden Personalentscheidung auch über die Saison hinausdenken. Gleichzeitig steht nun die Mannschaft in der Pflicht, das letzte Drittel der laufenden Spielzeit so erfolgreich wie möglich zu bestreiten. Das sind die Spieler Klub und Fans schuldig", wird Jens Buchta, Vorsitzender des S04-Aufsichtsrates auf der Klub-Homepage zitiert.

© SZ/sid/dpa/bek
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