bedeckt München

Schalke 04:Die nächste Enttäuschung für Badstuber

Wird Schalke 04 im Sommer verlassen: Innenverteidiger Holger Badstuber (l.), hier im Duell mit Bayerns Robert Lewandowski.

(Foto: AFP)
  • Der ausgeliehene Innenverteidiger Holger Badstuber, 28, muss den FC Schalke 04 im Sommer verlassen.
  • Der Klub begründet das damit, dass Badstuber sonst zu wenig Spielpraxis bekomme.
  • Dass er zum FC Bayern zurückkehrt, gilt als unwahrscheinlich.

Von Christopher Gerards

Dieser Satz ist jetzt schon mehr als zwei Monate alt, aber nach den jüngsten Meldungen muss man ihn noch mal rausholen. Es war Anfang März, Schalke 04 trat im DFB-Pokal beim FC Bayern an, und das hieß auch: Holger Badstuber spielte gegen den Verein, der ihn gerade nach Schalke ausgeliehen hatte. Ob Badstuber auch in der nächsten Saison für Schalke spielen werde, war sein Manager Christian Heidel vor dem Spiel gefragt worden, und er sagte: "Die Möglichkeit gibt es - wenn beide Seiten das wollen. Wenn wir eine gute Lösung finden, dann bleibt er." Wie gesagt: Das ist mehr als zwei Monate her. Und eine gute Lösung haben beide Seiten offenbar nicht gefunden.

Schalke verpflichtet Badstuber nicht weiter

An diesem Donnerstag, zwei Spieltage vor Saisonschluss, verkündete Schalke 04, dass der 28 Jahre alte Innenverteidiger keine Zukunft in Gelsenkirchen hat. "Der Trainer hat das gestern mit ihm besprochen. Holger wird am Samstag verabschiedet", sagte Heidel nun. Und Coach Markus Weinzierl erklärte, Badstuber habe "sehr verständnisvoll reagiert. Wir haben in Matija Nastasic einen guten Linksfuß in der Innenverteidigung. Aber Holger muss immer spielen, er hat durch viele Verletzungen schon viel Zeit verloren."

Viele Verletzungen - wenn es eine Formulierung gibt, die die jüngere Karrieregeschichte des Fußballers Holger Badstuber beschreibt, dann diese. Es ist gerade mal fünf Jahre her, da galt Badstuber als so etwas wie der beliebteste Innenverteidiger der Nation, der Bundestrainer vertraute ihm, die Bayern, vor allem seine Spieleröffnung galt als überragend. Aber dann kamen ihm fast sämtliche Verletzungen dazwischen, die man in seiner Sportart erleiden kann, Kreuzband- und Muskelrisse, ein Knöchelbruch, muskuläre Probleme. Und Badstuber stand kaum noch auf dem Platz.

Ab dem Sommer bekommt der FC Bayern noch einen Innenverteidiger

Zwar blieb er in dieser Saison ohne größere Beschwerden. Doch unter dem neuen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti spielte er in der Hinrunde nur zwei Mal. Auf eigenen Wunsch ging er im Januar nach Schalke. Die Gelsenkirchener hatten die Idee einer Leihe im Winter eigentlich schon verworfen, mit Naldo, Höwedes und Nastasic hatten sie schon drei starke Innenverteidiger. Wie würde es da aussehen, wenn Badstuber auf der Bank säße? Doch nach der Absage an Badstubers Berater rief der Spieler selbst bei Weinzierl an und erklärte, auch für dieses Szenario bereit zu sein. Seine Bilanz bislang: elf Einsätze in der Bundesliga, einer im Pokal, einer in der Europa League. Zuletzt hatte er vier Mal in Folge durchgespielt.

Dennoch sind sie in Gelsenkirchen offenbar nicht so von Badstuber überzeugt, dass sie ihn langfristig halten wollen. Wie es nun weitergeht? Sein Vertrag mit den Bayern, der eigentlich im Sommer ausgelaufen wäre, wurde zwar als verlängert erklärt. Anders hätte die Leihe nicht den DFL-Statuten entsprochen. Dabei scheint es sich aber nach Informationen der SZ um eine tendenziell offene Verabredung zu handeln, nicht ganz so unverbindlich wie: "Wir telefonieren später ..." Aber doch so ähnlich.

Fest steht jedenfalls, dass den Münchnern ab dem Sommer nicht nur die gestandenen Innenverteidiger Mats Hummels, Jérôme Boateng und Javi Martínez weiterhin zur Verfügung stehen. Mit Niklas Süle kommt aus Hoffenheim ein vierter starker Abwehrspieler. Das Fachmagazin Kicker berichtete im April jedenfalls schon, dass der FC Bayern keine Einwände erheben würde, sollte Badstuber weiter in Gelsenkirchen beschäftigt werden oder zu einem anderen Verein wechseln.

© SZ.de/chge/dd
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema