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Ruderin Nadja Drygalla geht an die Öffentlichkeit:Abreise, um Druck von der Mannschaft zu nehmen

Drygalla hatte schon zuvor Sportfunktionären erklärt, dass sie nie zur rechten Szene gehört habe. Rätselhaft erscheint nun, warum die Affäre diesen Lauf nahm. Nach ihrer Darstellung hat sie London nur verlassen, um Druck von den anderen Sportlern zu nehmen. "Mir geht es nicht gut, die letzten Tage waren ziemlich anstrengend und ziemlich überraschend."

So wie Drygalla es schildert, hat sie lange versucht, beide Welten zu trennen - den Sport und Fischers düsteren Freundeskreis, mit dem sie nichts zu tun gehabt habe. Irritierend erscheint aber, wie es zu ihrem Abschied aus dem Dienst bei der Polizei im Jahr 2011 kam. "Ich habe Gespräche mit meinen Vorgesetzten bei der Polizei gehabt, in denen auch die Beziehung thematisiert und an meiner Loyalität gegenüber dem Polizeidienst gezweifelt wurde", erklärt sie zu ihrem Rückzug. "Ich bin selber zu der Erkenntnis gelangt, dass es dort Konflikte gibt und dass ich freiwillig austrete."

Es sei sehr schwer gewesen aufzuhören, weil sie ein Stück ihrer sicheren Zukunft aufgegeben habe. Drygalla würde, das klingt im Interview an, gern weiter für Deutschland rudern.

© SZ vom 06.08.2012

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