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Revierderby BVB vs Schalke:Pennäler vorm ersten Date

Borussia Dortmund v FC Schalke 04 - Bundesliga

Chancen hatte der BVB - aber rein wollte keiner.

(Foto: Stuart Franklin/Getty)
  • Im ewig jungen Ruhrpott-Duell kommt Borussia Dortmund nicht über eine Nullnummer gegen gefestigte Schalker hinaus.
  • Auch weil die Gäste die Talente des BVB erfolgreich einschüchtern.

Wer ermessen wollte, wie fundamental unterschiedlich ein torloses Remis aufgenommen werden kann, der tat gut daran, die beiden Lager aus Dortmund und Schalke nach dem Schlusspfiff unter die Lupe zu nehmen. Auf der einen Seite die müden Artisten in schwarz-gelb, die reichlich verzagt zur Südtribüne trotteten, um sich bei ihren Fans zu bedanken. Und dann gegenüber im Norden des mächtigen Dortmunder Stadions die Anhänger in blau und weiß, die ihre Mannschaft frenetisch feierten.

Eine Nullnummer, die für solche Ausschläge sorgt: Das ist eigentlich nur möglich, wenn die sich in inniger Abneigung zugetanen Rivalen aus dem Revier die Klingen kreuzen. Schalke durfte sich bei der 171. Auflage des ewig jungen Schlagabtauschs als Punktsieger fühlen, weil es seinen Kontrahenten in der ersten Halbzeit mit großem Geschick den Schneid abgekauft hatte und sich nach dem Wechsel, als die vorher so harmlosen Borussen mit Nachdruck auf den Sieg drängten, mit Leidenschaft und ein wenig Glück gegen die Niederlage stemmte.

Der BVB ist nun vier Spiele ohne Sieg

Entsprechend zufrieden reagierte Schalkes Trainer Markus Weinzierl, nachdem er sein erstes Revierderby hinter sich gebracht hatte: "Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt und uns den Punkt redlich verdient, auch wenn wir am Schluss mächtig unter Druck geraten sind." Kapitän Benedikt Höwedes ergänzte: "Wir sind absolut auf einem guten Weg, nachdem wir den Saisonstart in den Sand gesetzt haben." Dagegen treten die Dortmunder auf der Stelle. Vier sieglose Spiele in Serie, das gab es noch nie, seit Thomas Tuchel das Zepter übernommen hat. "Wir haben viel zu wenig gepunktet in den letzten Wochen, das müssen wir definitiv verbessern", sagt Mario Götze: "Das fühlt sich nicht gut an, wenn wir einen so hohen Aufwand betreiben und uns dafür nicht belohnen."

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Erst ist Schalke die bessere Elf, dann hat der BVB reihenweise Chancen: Das 0:0 im Derby bietet reichlich Spektakel - die Dortmunder müssen sich ärgern.

Auch wenn der Vergleich vor allem in der zweiten Halbzeit mit hoher Intensität geführt wurde, war es kein Ruhrpott-Vergleich, der in Erinnerung bleiben wird. In einem von außen so sehr gepushten Spiel gehe es auch um ein gewisses "Derby-Know-How", so hat es der ehemalige Dortmunder Patrick Owomoyela umschrieben.

Gemeint ist die Fähigkeit, die Wucht, die enorme Intensität und die besonderen Emotionen, die bei diesem Kräftemessen freigesetzt werden, so zu kanalisieren, dass positive Energien freigesetzt werden. Das brodelnde Ambiente kann nämlich durchaus das Gegenteil bewirken und die Protagonisten erstarren lassen.