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Premierensieg in der Bundesliga:Ingolstädter Jagdhunde tanzen in Mainz

Lukas Hinterseer Ingolstadt bekommt den Ball zieht ab zum 0 1 und jubelt mit seinen Teamkollegen

Höhenflug hält an: Lukas Hinterseer (Nr. 16) erzielt das erste Bundesligator für den FC Ingolstadt. Die Schanzer gewinnen das Spiel in Mainz mit 1:0.

(Foto: imago)
  • Der FC Ingolstadt gewinnt beim 1. FSV Mainz 05 gleich sein erstes Bundesligaspiel.
  • FCI-Trainer Hasenhüttl lässt sein Team dabei radikales Pressing spielen - nach dem Sieg singt er ein Lied für 1:0-Torschütze Hinterseer.
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Es war laut im Stadion um 15:30 Uhr, mehr als 27 000 Menschen waren gekommen, die Fernsehkameras zur besten Sendezeit auf den Anstoßpunkt gerichtet. Die Indizienlage war klar: Es war ein Bundesligaspiel, das die Mannschaften vom FSV Mainz 05 und dem FC Ingolstadt am Samstagnachmittag bestritten. Doch den Ingolstädtern waren die Indizien egal, sie taten einfach so, als wäre das hier immer noch die zweite Liga und Mainz nicht Mainz, sondern Sandhausen oder Heidenheim.

Trainer Ralph Hasenhüttl stellte elf Spieler auf, die in der vergangenen Saison Zweitligameister geworden waren, und er gab ihnen dieselbe Taktik mit auf den Weg, die am Ende zum Aufstieg geführt hatte: Pressing bis zum Umfallen. Dem Gegner zwar den Ball geben, ihn aber so selten wie möglich über die Mittellinie kommen lassen. Ein fahrlässiger Plan, oder tollkühn? Nach dem Spiel schallte eine Hymne durchs Stadion, "Fußballdeutschland, wir sind soweit", lautet der Text, es ist die Hymne des FSV Mainz. Doch auf dem Rasen, da tanzten die Ingolstädter zur Mainzer Musik. Sie hatten die ersten drei Punkte in der Bundesliga der Vereinsgeschichte geholt, und 1:0 (0:0) gewonnen. "Das ist Wahnsinn, sensationell. Wir haben mit dieser geilen Truppe Geschichte geschrieben", rief Hasenhüttl.

Ingolstadt spielt radikaler als Mainz

Und weiter: "Ich weiß nicht wie viele daran geglaubt haben. Aber dass wir dran geglaubt haben, hat man von Beginn an gesehen." Das traf durchaus zu. Das Spiel hatte mit Vorschusslorbeeren für die Mainzer begonnen, die im Gegensatz zum FCI siegreich aus der ersten DFB-Pokalrunde hervorgegangen waren, mit 3:0 hatten sie den Drittligisten Energie Cottbus geschlagen. Ingolstadt hatte dagegen 1:2 in Unterhaching verloren, bei einem Viertligisten.

Von einer gut eingestellten und organisierten Mannschaft war danach die Rede gewesen. Und von einem synchronen Pressingverhalten, das einem Schwarm von Fischen gleiche, hatte Trainer Martin Schmidt gesprochen. Es war ein recht passendes Bild für das, was dann am Samstag geschah. Ingolstadt hat einen ähnlichen Plan wie Mainz, Hasenhüttl eine ähnliche Idee vom Fußball wie Schmidt, nur radikaler. Wenn die Mainzer sich wie Fische verhielten, dann waren die Ingolstädter Jagdhunde.

Während die Mainzer einander fremd wirkten und mit der Aufgabe, das Spiel bestimmen zu müssen, überfordert schienen, habe bei den Gästen jeder Schachzug wie geplant funktioniert, referierte Hasenhüttl. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft die Automatismen verinnerlicht hat. Wir haben in fast allen Phasen des Spiels aufmerksam gegen den Ball gespielt." Das sah dann so aus: Von Euphorie getragen und ihrem an der Seitenlinie turnenden Trainer angetrieben, sprinteten die Ingolstädter den Mainzern oft schon an deren eigenem Strafraum entgegen, gewannen den Ball dann spätestens an der Mittellinie.

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Das ist zwar nicht die hohe Fußballkunst, aber jener Fußballkampf, den der FCI seinen Gegner ab sofort regelmäßig bieten möchte. "Keinen Ball verloren geben, jeden Zweikampf suchen, so sind wir konkurrenzfähig", sagte Kapitän Marvin Matip Minuten nach dem Abpfiff noch keuchend.