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Premier League:Die Chance auf die Meisterschaft ist klein - aber noch da

Angeschoben vom Enthusiasmus auf den Rängen entwickelte Tottenham einen jugendlichen Esprit, dem das haltlose Arsenal nichts entgegenzusetzen hatte. Auf der Bank resignierte Wenger und hielt sich die Hände vor die Augen. Nach den desaströsen Pleiten bei West Bromwich und Crystal Palace (1:3, 0:3) stellte er kürzlich - erstmals in diesem Jahrtausend - entgegen seines Naturells auf eine Dreierkette um, um sein Team vor gegnerischen Kontern besser zu schützen.

Beim Gegentreffer durch Alli sah das nun so aus, dass sich Nacho Monreal entschied, auf Abseits zu spielen und damit seinen Nebenmann Laurent Koscielny überraschte. Der halbrechte Innenverteidiger Gabriel Paulista bekam gleich gar nicht mit, was vor sich ging - und foulte beim 0:2 auch noch 146 Sekunden später im Strafraum Harry Kane, der den Strafstoß selbst verwandelte. Ohne die Hilfe von Petr Čech im Tor wäre das Ergebnis für Arsenal weitaus erniedrigender ausgefallen. Obwohl den Gunners nicht abzusprechen war, dass sie sich bemühten. Das Problem ist schlicht, dass die Qualität des Kaders nicht mehr hergibt.

Nach Abpfiff richtete Pochettino ein paar tröstende Worte an Wenger, der bei der kurzen Umarmung nach seinem 50. Spiel gegen Tottenham wie paralysiert in die Ferne blickte. Auf dem Weg zum Ausgang kam es für Wenger zu einem weiteren Zwischenfall, als ein Fernseher mit der Tabelle auf dem Monitor partout nicht Platz machen wollte. Angesprochen auf die Lücke zu Tottenham, sagte Wenger: "Die Punkte kommen nicht vom Himmel. Man muss sie sich auf dem Platz verdienen."

Bevor jedoch von einer Verschiebung der balance of power zwischen beiden Vereinen die Rede ist, benötigt Tottenham erstmal Nachhaltigkeit in den eigenen Leistungen - und Trophäen. Schrittweise hat Pochettino den Verein nach oben geführt mit dem Einbau von eigenen Talenten und einer klugen Transferstrategie. Das Team besitzt eine bemerkenswerte Ausgewogenheit, die sich in der Jeder-für-jeden-Mentalität wiederfindet.

Neun Siege hat Tottenham in der Liga hintereinander gereiht und trotzdem beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Chelsea in der Meisterschaft vier Punkte. Weil die Mannschaft keine titelerprobten Spieler in ihrem Kader hat, muss sie jede Erfahrung erst selbst machen. Diese Niederlagen kosten Zeit und sorgen dafür, dass es auch in dieser Saison mit einem Pokal wohl nicht klappen wird.

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