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Deutsches Hockey-Team gewinnt Olympisches Finale:Markus Weise mit dem Olympia-Hattrick

Der Deutsche hält sich ja nicht nur für einen tollen Reiter, Radfahrer und Ruderer; er glaubt, auch prima mit runden Sportgeräten umgehen zu können - umso überraschter erschien es, dass sich kaum eine Ballsport-Mannschaft für die Olympischen Spiele hatte qualifizieren können. Bei den Handballern blieben beide Teams daheim, bei den Basketballern und Fußballern ebenso, bei den Volleyballern waren die Frauen gescheitert. Die Hockeymänner kamen ins Finale.

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Französisch zu Gold geworfen

Was den Deutschen bisweilen auch nachgesagt wird neben der Fähigkeit zum Rudern, Radfahren und Reiten ist die Eigenschaft, unbedingt Erfolg haben zu wollen. Das wirkt bisweilen verbissen, an diesem Abend jedoch wirkte es herausragend, weil der Wille der deutschen Elf mit Lockerheit und Spielfreude verbunden war.

Die Deutschen kassierten nach der Pause den Ausgleich in diesem Finale, Mink van der Weerden hatte den Ball nach einer Strafecke ins Tor geprügelt. Es sah so aus, als würde die Partie in die Verlängerung gehen, doch da dachte sich Jan Philipp Rabente, dass er doch noch einmal hechten könnte.

Nach seiner ersten Chance vier Minuten vor Schluss hatte er schon gejubelt, doch die Niederländer brachten den Ball aus dem Strafraum, Rabente lief hinter dem Tor herum und wieder ins Spielfeld, ein deutscher Spieler wuchtete ihn zurück - und Rabente ließ sich in das harte Zuspiel fallen und positionierte seine Kelle so, dass der Ball davon ins Tor sprang. "Beide Mannschaften haben versucht, diesen einen Treffer zu erzielen", sagte Philipp Zeller danach, "wir wollten ihn vielleicht ein bisschen mehr."

Den knappen Vorsprung brachten sie über die Zeit und wurden nach Peking 2008 erneut Olympiasieger. Sie haben sich diesen Erfolg erspielt und erkämpft - und der Deutsche an sich darf am Ende der Olympischen Spiele feststellen, dass er wirklich nicht nur Rudern, Reiten und Radfahren kann, sondern auch ganz prima mit den runden Spielgeräten umgehen kann.

Als die Mannschaft lange nach der Nationalhymne die Riverbank Arena verließen, erkannte ein Spieler: "Wir haben kein Bier mehr!" Doch als sie später im Studio des ZDF ihren Siegerauftritt hatten kam der Verdacht auf, dass sie auch dieses Problem gelöst hatten. Bestimmt mit ganz viel Willenskraft.