Olympia Ex-Schwimmer Deibler kritisiert Sportförderung

Schwimmerin Chen Xinyi: Positiv getestet

(Foto: Getty Images)

20.000 Euro für Olympiasieger, 150.000 Euro für den Dschungelkönig - da kann etwas nicht stimmen, findet der frühere Kurzbahn-Weltmeister Markus Deibler.

Sportförderung: Mit deutlichen Worten hat der ehemalige Kurzbahn-Weltmeister Markus Deibler generelle Kritik an der Förderung im deutschen Spitzensportsystem und speziell im Schwimmen geübt. "In einem Land, in dem ein Olympiasieger 20.000 Euro Prämie bekommt und ein Dschungelkönig 150.000 Euro, sollte sich niemand über fehlende Medaillen wundern", teilte der Bruder von Olympia-Starter Steffen Deibler bei Facebook mit.

"Deutschland hat eine schlechte Förderung und sehr gute Dopingkontrollen. Damit können wir nicht mit Ländern konkurrieren, die sehr viel fördern und beim Thema Doping nicht so genau hinsehen oder es sogar betreiben", ergänzte Markus Deibler. Er betonte: "Ich sage nicht, dass hier die Kontrollen eingestellt werden sollen." Der Kurzbahn-Weltmeister von 2014 über 100 Meter Lagen fügte hinzu: "Wenn ich ein Comeback starten würde, müsste ich neun Monate vor meinem ersten Auftritt bei der Nada angemeldet sein und für Dopingkontrollen zur Verfügung stehen." Der jetzt 26-jährige Markus Deibler hatte im Dezember 2014, zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend, seinen Rücktritt vom Hochleistungssport erklärt.

Das Wichtigste zu Olympia 2016 in Rio

Doping: Die chinesische Schwimmerin Chen Xinyi ist positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden, das berichtet Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf den nationalen Schwimmverband CSA. Demnach wurde bei Chen am vergangenen Sonntag das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen, das als maskierendes Mittel für Dopingsubstanzen benutzt wird. An diesem Tag belegte die 18-Jährige den vierten Platz im Finale über 100 Meter Schmetterling und verpasste dabei das Podest nur um 0,09 Sekunden. Am Freitag hätte Chen an den Vorläufen über 50 Meter Freistil teilnehmen sollen.

Nur wenig später bestätigte zudem die bulgarische Hindernisläuferin Silwia Danekowa eine positive Probe in Rio. "Mein vierter Test war positiv", dies sei "ein unglaublicher Schock", sagte die 33-Jährige dem bulgarischen TV-Sender BNT. Demnach soll es sich bei der verbotenen Substanz um das Blutdopingmittel EPO handeln. Wenig später bestätigte das Bulgarische Olympische Komitee (BOK), dass beide Dopingproben der Leichtathletin Silwija Danekowa positiv seien. Wie das BOK weiter mitteilte, wurde die bulgarische 3000-Meter-Hindernisläuferin am 30. Juli unmittelbar nach ihrer Ankunft im Athletendorf in Rio de Janeiro getestet. In der ersten Probe sei ein verbotener Wirkstoff festgestellt worden. Die B-Probe habe das Ergebnis der A-Probe bestätigt. Die ersten Läufe in Danekowas Disziplin sollen am Samstag stattfinden. Die Athletin ist bereits suspendiert.

Chen hat beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Öffnung der B-Probe und eine Anhörung beantragt. Der nationale Verband nehme die Angelegenheit "sehr ernst und verlangt von Chen volle Kooperation bei den Untersuchungen", zitierte Xinhua aus einer Mitteilung: "Wir werden mit dem Internationalen Sportgerichtshof CAS zusammenarbeiten und werden das Urteil akzeptieren." In den vergangenen Tagen hatten die früheren Dopingvergehen im chinesischen Schwimmsport bereits für heftige Auseinandersetzungen auch zwischen den Athleten gesorgt.

Beachvolleyball: Die deutschen Medaillenhoffnungen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst haben als Gruppenerste das Achtelfinale des olympischen Beachvolleyball-Wettbewerbs erreicht. Die Europameisterinnen und Weltranglistenersten gewannen trotz einiger Probleme gegen Marta Menegatti/Laura Giombini aus Italien 2:1 (21:18, 18:21, 15:9) und feierten damit den dritten Sieg im dritten Spiel. "Ich denke, es war nicht unser bestes Spiel, aber wir freuen uns über den Gruppensieg", sagte Walkenhorst. Menegattis ursprüngliche Partnerin Viktoria Orsi Toth war bei einem Turnier am 19. Juli in Rom positiv getestet und anschließend vorläufig suspendiert worden. Für sie rückte Giombini nach.

Das zweite deutsche Frauen-Duo Karla Borger/Britta Büthe verlor gegen die Kanadierinnen Sarah Pavan/Heather Bansley 0:2 (19:21, 15:21) und verpasste damit die Chance, sich direkt für die Runde der letzten 16 zu qualifizieren. Die beiden Deutschen gewannen aber in einem Playoff-Spiel gegen Olaya Perez Pazo und Norisbeth Agudo Gonzalez aus Venezuela mit 2:0 (21:13/21:8) und zogen ebenfalls ins Achtelfinale ein.

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Tischtennis: Der Chinese Ma Long ist erstmals Olympiasieger im Einzel. Der Weltmeister setzte sich im Finale am Donnerstag gegen seinen Landsmann Zhang Jike 4:0 durch und machte damit den prestigeträchtigen Karriere-Hattrick aus WM-Titel, World-Cup-Erfolg und Olympiasieg komplett. Bronze ging an den Japaner Jun Mizutani, der im Spiel um Platz drei Altmeister Wladimir Samsonow (Weißrussland) 4:1 bezwang. Die deutschen Medaillenhoffnungen waren vorzeitig ausgeschieden. Europameister Dimtrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) scheiterte im Viertelfinale an Samsonow, für Fahnenträger Timo Boll (Düsseldorf) war bereits eine Runde zuvor gegen den Nigerianer Quadri Aruna Schluss.

Rugby: Die Mannschaft des kleinen Inselstaats Fidschi hat sich nicht nur die erste Olympia-Medaille für ihr Land gesichert, sondern sogar gleich Gold gewonnen. Im Siebener-Rugby fertigte das Team des südpazifischen Landes am Donnerstag (Ortszeit) im Finale von Rio de Janeiro Großbritannien mit 43:7 ab. Im Halbfinale hatte sich Fidschi gegen Japan durchgesetzt. Die Asiaten unterlagen im Spiel um Platz drei den Südafrikanern mit 14:54. Rugby ist nach einer langen Pause von 92 Jahren wieder olympisch - ganz neu ist dabei allerdings die besondere Variante des Spiels: Im Gegensatz zum klassischen Format bilden nicht 15, sondern nur sieben Spieler eine Mannschaft. Die Spielzeit ist erheblich verkürzt. Das deutsche Team hatte die Rio-Qualifikation verpasst.

Handball: Die deutschen Handballer haben bei den Olympischen Spielen den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale verpasst. Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson kassierte beim 30:33 (16:17) gegen Gastgeber Brasilien ihre erste Turnier-Niederlage, hat nach den beiden Siegen zum Auftakt aber weiterhin gute Chancen auf den Einzug in die Runde der letzten Acht. Beste Werfer des Europameisters in der Future Arena waren Kai Häfner und Tobias Reichmann mit jeweils sechs Toren. Kapitän Uwe Gensheimer sah die Rote Karte, nachdem er dem brasilianischen Torhüter bei einem Siebenmeter ins Gesicht geworfen hatte (49.). Deutschland hatte seine ersten beiden Spiele gegen Rekord-Europameister Schweden und den WM-Dritten Polen jeweils mit 32:29 gewonnen. Aus den verbleibenden Vorrundenspielen gegen Slowenien am Samstag (9.30 Uhr OZ/14.30 Uhr MESZ) und Ägypten am Montag (11.30 Uhr OZ/16.30 Uhr MESZ) benötigt das deutsche Team noch zwei Punkte, um sicher im Viertelfinale dabei zu sein.