Özils Rücktritt Polizei Koblenz pöbelt Özil auf Twitter an

Mesut Özil beim Spiel gegen Südkorea.

(Foto: Getty Images)
  • Ein Tweet der Polizei Koblenz kritisiert den zurückgetretenen Nationalspieler Özil scharf.
  • Man könne sich "in einem #Shitstorm nicht verstecken". Das unterstellt Özil, er schiebe die Rassimus-Vorwürfe gegen den DFB nur vor.
  • Die Polizei hat den Tweet inzwischen gelöscht, sich entschuldigt und erklärt, ein Mitarbeiter habe den dienstlichen Account mit seinem privaten verwechselt.

Die Polizei Koblenz schreibt auf Twitter, der zurückgetretene Nationalspieler Mesut Özil wolle sich "in einem #Shitstorm" verstecken - und gerät in einen ebensolchen.

Mit dem Tweet antwortete der offizielle Account der Polizei Koblenz auf die Tagesschau-Eilmeldung von Özils Rücktritt. In dem inzwischen gelöschten Tweet heißt es: "Lieber @MesutOzil1088, wer auch immer für Ihr #Krisenmanagement verantwortlich ist, gehört gefeuert. Jeder, der etwas davon versteht weiß, dass man sich in einem #Shitstorm nicht verstecken kann."

Özil hatte sich am Sonntag nach wochenlangem Schweigen zu seinem umstrittenen Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan im Mai geäußert. Mit Rassismus-Vorwürfen gegen Verbandschef Reinhard Grindel und andere DFB-Funktionäre zog sich Özil aus der deutschen Nationalmannschaft zurück. In seiner mehrteiligen Stellungnahme schrieb der gebürtige Gelsenkirchener mit türkischen Wurzeln unter anderem: "In den Augen von Grindel und seinen Helfern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, aber ein Immigrant, wenn wir verlieren."

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Der Polizei-Tweet insinuiert, dass Özil sich hinter den Rassimus-Vorwürfen versteckt. Nach empörten Reaktionen hat die Polizei ihn gelöscht. Ebenfalls gelöscht wurde offenbar ein Post, in dem es hieß: "Kennen Sie es? Die örtliche Sperrmüllsammlung lockt regelmäßig ausländische Sammler an."

Bei Özil entschuldigt sich die Polizei in mehreren Tweets. Sie distanziere sich von dem Kommentar, der keine öffentliche Stellungnahme der Polizei sei. Stattdessen sei er durch eine Verwechslung zustandegekommen: "Wie manche vermutet haben: Ein Mitarbeiter (nein, nicht der Praktikant) verwechselte seinen privaten mit dem dienstlichen Twitter-Account."

Es handle sich um die "persönliche Meinung dieses Mitarbeiters". Das Versehen sei "unprofessionell".

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