Nur Remis für BVB Verkrampft und freudlos

Tief durchpusten: Jürgen Klopp beim 2:2 gegen Augsburg

Für Borussia Dortmund beginnt das neue Jahr, wie das alte endete: mit schlechten Nachrichten aus der Krankenstation und dürftigen Leistungen auf dem Rasen. Nach dem 2:2 gegen den FC Augsburg wirkt Jürgen Klopp ratlos - die Diagnose von Jakub Błaszczykowski verschlechtert die Laune des Trainers zusätzlich.

Von Felix Meininghaus, Dortmund

Als das Spiel angepfiffen war, hatte der Sekundenzeiger nicht einmal drei Runden gemacht, da ereilte Borussia Dortmund die nächste Hiobsbotschaft: Jakub Błaszczykowski verdrehte sich an der Außenlinie das rechte Knie, kurz darauf humpelte der Pole von zwei Helfern gestützt in den Kabinentrakt. Der erste Verdacht lautete Kreuzbandriss. Nach dem Spiel sprach sein Trainer Jürgen Klopp bereits von einer "Katastrophe - vor allem für Kuba". Die These wurde am Sonntagmittag bestätigt, Błaszczykowski wird die komplette Rückrunde verpassen - auch wenn der Patient gute Miene zur bösen Diagnose machte:

Das Jahr geht für Borussia Dortmund genau so los, wie das alte geendet hat: Es wird viel über das verletzte Stammpersonal gesprochen und wenig über sportliche Glanztaten. Klopp stufte das Geschehen als "dramatisch" ein, "das passt in diese Saison, aber das muss es jetzt auch mal gewesen sein". Zu den schlechten Nachrichten aus der Krankenstation kommen beim Revierklub die weiterhin dürftigen Auftritte auf dem Rasen.

Dabei - so der feste Vorsatz - sollte doch im neuen Jahr alles besser werden, nach drei Heimniederlagen in Folge zum Ende der Hinrunde. Die hehren Wünsche wurden beim Trainingslager in Spanien zuhauf formuliert, doch die guten Taten lassen auf sich warten. Der BVB kam vor 80.645 erwartungsvollen Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion gegen den FC Augsburg über ein Unentschieden nicht hinaus, weil der tapfere Gegner aus Bayern die zweimalige Führung durch Sven Bender und Nuri Sahins herrlichen Freistoßtreffer jedes Mal egalisierte. Zunächst grätschte Aushilfs-Manndecker Bender eine scharfe Hereingabe des starken André Hahn ins eigene Tor, später traf der wenige Momente zuvor eingewechselte Koreaner Dong Won Ji per Kopf zum Endstand von 2:2.

Borussia Dortmund sucht also weiter nach der Form, die diese Mannschaft bis zum Gewinn des Doubles und in das Finale der Champions League getragen hat. Was die Mannschaft braucht, hatte Bender in der Winterpause so formuliert: "Wir müssen uns wieder auf das konzentrieren, was uns so stark gemacht hat: das effektive Umschaltspiel, das aggressive Draufgehen, das Gegenpressing. Wir müssen zu hundert Prozent gallig sein und richtig Lust haben, etwa aus einem 2:0 ein 3:0 zu machen."

Die Analyse des Nationalspielers trifft die Dinge im Kern, doch bei der Umsetzung haperte es gegen Augsburg an allen Ecken. "Das war nicht das, was wir uns vorgenommen haben", monierte Torhüter Roman Weidenfeller: "Wir haben sowohl vorne als auch hinten fahrlässig agiert. Uns fehlt derzeit der klare Durchblick."