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WM-Qualifikation:Ein Spiel, das kein Spiel ist

Wenn Nordkorea trifft, müssen im Kim-Il-sung-Stadion alle Besucher klatschen. Trifft der Gegner: eisige Stille.

(Foto: Kim Won-Jin/AFP)

"Bitte keine Fragen stellen. Das wäre nicht gut": Am Dienstag spielt Nordkorea gegen Südkorea in Pjöngjang. Ein Fußball-Derby? Nein, ein Wahnsinn.

Es gab genügend Möglichkeiten, Glück zu haben, deshalb war Kim Se-in nicht nervös, als im Juli bei der Auslosung zur WM-Qualifikation die entscheidende Runde begann. Kim Se-in ist die Medienchefin des südkoreanischen Fußballverbandes, außerdem eine erfahrene Funktionärin im Asien-Verband AFC. Sie kennt das Spiel. Sie wusste, dass Südkorea als gesetztes Team nur in eine Gruppe mit beherrschbaren Gegnern kommen konnte. Tadschikistan, Vietnam, egal. Das einzige schlimme Los würde schon nicht passieren bei der Ziehung. Aber dann fingerte der australische Ex-Nationalspieler Tim Cahill im Theater der vornehmen AFC-Zentrale von Kuala Lumpur eine Nation nach der anderen aus der Schüssel. Mit jedem Zug wuchs die Wahrscheinlichkeit, dass Südkorea in der letzten der acht Fünfergruppen landen würde. In Gruppe H. Mit Nordkorea. Und so kam es dann auch.

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