Nachwuchs bei den US Open:Verhaltener Angriff auf die Favoriten

Lesezeit: 3 min

Grigor Dimitrov

Er gilt als Nachwuchstalent, das Achtelfinale verlor er aber gegen Gael Monfils: Grigor Dimitrov aus Bulgarien.

(Foto: AP)

Jungen Spielern wie Grigor Dimitrov, Milos Raonic und Dominic Thiem wird zugetraut, die Dominanz von Federer, Nadal und Co. im Tennis zu brechen. Bei den US Open sind sie jedoch gescheitert. Dafür stehen zwei andere Hoffnungen im Viertelfinale.

Von Jürgen Schmieder, New York

Die Menschen in Manhattan Beach sind bestens darüber informiert, wann Gregor Dimitrov zu Hause ist. Die Bewohner des Strandstädtchens im Süden von Los Angeles benutzen als Fortbewegungsmittel gerne ein Skateboard oder ein Fahrrad, der bulgarische Tennisspieler dagegen bevorzugt einen silbernen Sportwagen, auf dem Beifahrersitz ist bisweilen seine Freundin Maria Scharapowa zu sehen. Er testet dabei gerne die Lautstärke des Motors, die sich auffällig nahe an jener von Scharapowa während ihrer Partien bewegt.

Dimitrov, 23, gehört zu jenen Akteuren, denen durchaus zugetraut wird, in nicht allzu ferner Zukunft die Grand-Slam-Dominanz der so genannten "großen Vier" (Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray) regelmäßig zu brechen. Bei diesen US Open, so schien es, könnte das Fenster für junge Spieler aufgrund der Absenz von Nadal und den gesundheitlichen Problemen von Murray derart weit geöffnet sein, dass mal einer hindurch schlüpfen könnte wie Stanslaw Wawrinka bei den Australian Open.

Dimitrov verliert seine Achtelfinal-Partie gegen Gael Monfils

Dimitrov wird es jedoch nicht sein, er verlor seine Achtelfinal-Partie gegen Gael Monfils mit 5:7, 6:7, 5:7. "Ich habe einfach schlecht gespielt, nicht einmal annähernd so, wie ich es gerne getan hätte", sagte Dimitrov nach der Partie: "Ich habe so viele unbedrängte Fehler gemacht, die mich letztlich das Match gekostet haben: 6:3 im Tiebreak des zweiten Satzes, alles lief für mich - und ich habe die falschen Schläge gewählt und konnte in den wichtigen Momenten nicht liefern." Dimitrov konnte nur einen von sieben Breakbällen nutzen, Monfils dagegen drei von vier.

"Ich glaube, dass es insgesamt ein gutes Turnier für mich war, ich habe aufregende Matches auf den großen Plätzen gespielt", sagte Dimitrov: "Aber ich will nicht dauernd daran denken, dass ich jung bin - ich will die großen Turniere gewinnen, das ist mein Ziel. Deshalb bin ich noch lange nicht zufrieden." Dimitrov gilt als der talentierteste der jungen Akteure, er ist ein Allround-Spieler ohne wirkliche Schwäche, er kann auf allen Belägen bestehen und hat in diesem Jahr bereits jeweils ein Turnier auf Sand, Gras und Hartplatz gewonnen. Er gilt als jener, dessen ohnehin große Fähigkeiten noch am entwicklungsfähigsten sein.

"Für mich sind viele Sachen noch neu, ich stand zum Beispiel zum ersten Mal in der zweiten Woche der US Open auf dem Platz und habe zum ersten Mal in den großen Stadien gespielt", sagte Dimitrov: "Ich war heute bei einigen Punkten aufgeregt und habe sie nicht so gespielt, wie ich sie hätte spielen sollen. Vielleicht muss ich künftig Partien wie diese ein wenig anders angehen. Ich werde das alles analysieren und das Jahr mit fünf noch verbleibenden Turnieren stark beenden."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema