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Nachfolge von Peter Neururer:Bochum grübelt wegen Effenberg

Borussia M'Gladbach - Annual General Meeting

Bald neuer Trainer in Bochum? Stefan Effenberg ist laut VfL-Manager Christian Hochstätter "sicher interessant". (Archiv)

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der ehemalige Nationalspieler ist ein ernsthafter Kandidat auf den Trainerposten beim VfL. Katars Botschafter schickt Wolfgang Niersbach einen Beschwerdebrief. Die deutschen Handballfrauen ziehen durch einen Sieg gegen Kroatien in die Hauptrunde der EM ein.

Fußball, VfL Bochum: Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg ist möglicherweise ein ernsthafter Kandidat auf den Trainerposten beim Fußball-Zweitligisten VfL Bochum. "Stefan Effenberg hat absolut seine Qualitäten, hat viel Ahnung vom Fußball und ist sicher interessant", sagte VfL-Manager Christian Hochstätter zu Sport1, schränkte aber ein: "Ob er auch für den VfL Bochum interessant wird, kann ich augenblicklich nicht sagen." Dementieren wollte Hochstätter die Gerüchte über den früheren Kapitän von Bayern München und heutigen Sky-Experten jedenfalls nicht.

"Natürlich wird Stefans Name jetzt überall genannt, weil jeder weiß, dass wir zusammen Fußball gespielt haben und befreundet sind", erklärte er: "Noch vor ein paar Tagen hatten wir Kontakt, als er auf dem Weg zum Spiel des BVB gegen Hoffenheim war." Effenberg und Hochstätter hatten 1995 mit Borussia Mönchengladbach den DFB-Pokal geholt. Bochum hatte sich am Mittwoch wegen angeblich "vereinsschädigenden Verhaltens" von Trainer Peter Neururer getrennt.

Fußball, WM in Katar: Katars Botschafter hat sich in einem Brief bei DFB-Präsident Wolfgang Niersbach über ein angebliches Ultimatum in Bezug auf die Fußball-WM 2022 beschwert. Wie "Bild" am Mittwoch berichtete, habe Abdulrahman M.S. Al-Khulaifi dem deutschen Fußball-Funktionär geschrieben: "Ihr Statement scheint unglücklicherweise den Eindruck zu erwecken, Katar mache kaum Fortschritte bei der Arbeitsschutz-Reform. Das ist nicht wahr." Ein DFB-Sprecher bestätigte am Abend den Eingang des Schreibens und die Antwort des DFB-Chefs. Niersbach hatte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zum WM-Gastgeber gesagt: "Aus Sicht des DFB wäre es auch im Interesse Katars zielführend, einen Zeitraum zu definieren, an dessen Ende eine unabhängige Institution wie beispielsweise Amnesty International oder der Internationale Gewerkschaftsbund die Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen prüft und abschließend bewertet." Er habe "nie von einem Ultimatum gesprochen", versicherte Niersbach. "Aber ich stehe dazu: Es wäre auch im Interesse von Katar, wenn die Fortschritte überprüft würden, um die Debatte zu beenden."

Handball-EM, Frauen: Die deutschen Handball-Frauen stehen in der Hauptrunde der Europameisterschaft in Ungarn und Kroatien. Das Team von Trainer Heine Jensen bezwang am Mittwochabend in Varazdin Co-Gastgeber Kroatien mit 26:24 (13:14) und ist am letzten Spieltag der Vorrundengruppe C vom dritten Platz, der zum Weiterkommen reicht, nicht mehr zu verdrängen. Wie Deutschland sind auch die Niederlande und Schweden, die sich am Mittwochabend im zweiten Spiel der Vorrundengruppe C 30:30 (14:14) trennten und jeweils drei Punkte haben, eine Runde weiter. Zum Vorrundenabschluss trifft Deutschland am Freitag auf Schweden.

Fußball, Christoph Kramer: Weltmeister Christoph Kramer hat seine Abwehrhaltung abgelegt und kehrt zum Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen zurück. "Ich werde dort - Stand jetzt - ab Sommer spielen. Und zwar nicht, weil ich muss, sondern weil mich das Konzept total überzeugt hat", sagte der 23-Jährige der Sport Bild. Der an Borussia Mönchengladbach ausgeliehene Kramer hatte nach der WM wiederholt erklärt, trotz seines bis 2017 laufenden Vertrages in Leverkusen selbst entscheiden zu wollen, wo er spielt.

"Wenn ich irgendwo nicht spielen möchte, spiele ich da nicht. Da kann ein Vertrag aussehen, wie er will", hatte der Mittelfeldspieler im August erklärt. Im Fußballgeschäft fühle er sich "ganz generell manchmal wie in einem modernen Menschenhandel" und niemand könne ihn zum Wechsel zwingen. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hatte immer wieder betont, dass Kramer nach dem Ende seiner Ausleihe zu Bayer zurückkehren werde. "Die Situation ist doch klar. Da gibt es keinen neuen Stand", sagte der frühere DFB-Teamchef erst in der vergangenen Woche. Der Werksklub hatte Kramer von 2011 bis 2013 an den VfL Bochum und danach an Mönchengladbach verliehen.

Fußball, Benedikt Höwedes: Weltmeister Benedikt Höwedes plant in seiner Karriere fest einen Wechsel in eine andere Liga. "Das Ausland reizt mich", sagte der Kapitän von Schalke 04 der Sport Bild: "Wann der Punkt dafür gekommen ist, weiß ich nicht. Ich habe mir hier sehr viel aufgebaut, vielleicht ist es irgendwann Zeit für etwas Neues." Deshalb wolle er bei Vereinsführung und Fans keine falschen Hoffnungen schüren. "Ich spiele da lieber von Anfang an mit offenen Karten und will hier nicht erzählen, dass ich für immer bleibe - und dann doch gehe", äußerte der 26-Jährige: "Das heißt aber nicht, dass ich jetzt im Winter oder im Sommer gehe."

Basketball, NBA: Mit einem schwachen Dirk Nowitzki haben die Dallas Mavericks die siebte Saisonniederlage kassiert. Beim 105:114 bei den Memphis Grizzlies traf der 36 Jahre alte Würzburger vier von 17 Würfen aus dem Feld, setzte alle sechs Dreierversuche daneben und kam auf nur elf Punkte. Für die Gäste war es die erste Auswärtsniederlage nach vier aufeinanderfolgenden Siegen in fremden Hallen. "Wir haben einfach zu viele Punkte zugelassen", sagte Nowitzki. "In der Offense war es okay, auch wenn ich nichts getroffen habe." Bester Werfer beim Meister von 2011 war Chandler Parsons mit 30 Punkten. Monta Ellis, zuletzt bester Mann bei den Mavericks, plagte sich mit Ellbogenproblemen und kam nur auf zwei Zähler. Beim Gegner war Topscorer Marc Gasol (30) nicht zu stoppen. Mit 16 Siegen und sieben Niederlagen ist Dallas im Westen nur Siebter. Die überraschend starken Grizzlies (17:4) liegen auf Platz zwei. Im Osten gewann Chris Kaman (14) mit den Portland Trail Blazers 98:86 bei den Detroit Pistons. Derweil feierte LeBron James (35 Punkte) mit den Cleveland Cavaliers einen 105:101-Sieg über die Toronto Raptors, Spitzenreiter der Eastern Conference. Für die viertplatzierten Cavs war es bereits der achte Erfolg in Serie. Die New York Knicks mussten dagegen beim 93:104 gegen die New Orleans Pelicans die neunte Pleite nacheinander hinnehmen.

Baseball, Wechsel: Die Chicago Cubs aus der nordamerikanischen Baseball-Profiliga MLB greifen für ihren Traum vom ersten World-Series-Gewinn seit mehr als 100 Jahren tief in die Tasche. Pitcher Jon Lester wird beim zweimaligen Champion (1907, 1908) einen mit 155 Millionen Dollar (knapp 125 Millionen Euro) dotierten Sechsjahresvertrag bis 2020 unterschreiben. Dies bestätigte der Berater des 30 Jahre alten Werfers dem TV-Sender ESPN. Lester war während der abgelaufenen Saison nach knapp achteinhalb Jahren und einem Titelgewinn (2007) von den Boston Red Sox zu den Oakland Athletics gewechselt. In seiner Rookie-Saison war bei Lester Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert worden. Der Linkshänder wurde mit einer Chemotherapie behandelt, kehrte schnell aufs Feld zurück und gewann wenige Monate später den Titel.

Fußball, FC Bayern: Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern bereitet sich wieder in Katar auf die Rückrunde vor. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister am Dienstag mitteilte, wird das Team von Trainer Pep Guardiola am 9. Januar nach Doha aufbrechen und dort bis zum 17. Januar bleiben. Trotz der Menschenrechtsverletzungen in dem Land und der laufenden sportpolitischen Debatten um den umstrittenen Gastgeber der WM 2022. Der Rückflug erfolgt am 17. Januar über Riad in Saudi Arabien nach München. In Riad steht das zweite Testspiel der Münchner auf dieser Etappe der Wintervorbereitung an. Zuvor laufen die Münchner am 13. Januar in Katar gegen eine heimische Mannschaft auf. Zum fünften Mal absolvieren die Bayern damit ihr Wintertrainingslager in Doha.

Fußball, Pelé: Brasiliens Fußball-Idol Pelé ist nach zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er fühle sich so gesund, dass er am olympischen Turnier 2016 in Rio de Janeiro teilnehmen könne, erklärte der 74-Jährige am Dienstag vor Journalisten im Albert Einstein Hospital in São Paulo bestens gelaunt. Bei dem dreifachen Weltmeister war am 24. November eine schwere Harnwegsinfektion festgestellt worden. Er hatte mehrere Tage auf der Intensivstation der Klinik verbringen müssen. Der behandelnde Arzt Fabio Nasri erklärte, es seien keine weiteren Infektionsanzeichen entdeckt worden. Pelé bedürfe jetzt nur wie jeder Patient in seinem Alter einer Ruhepause, um sich vollkommen erholen zu können. Pelé bestätigte Presseberichte, dass er seit 1977 nur mit einer Niere lebe. Bei einem Spiel für den FC Santos habe er einen Stoß erhalten, der zu einer Nierenverletzung führte. Diese sei erst nach seinem Transfer zu Cosmos New York entdeckt worden. Die Niere war ihm in den USA entfernt worden.

© SZ.de/dpa/sid/mvl
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