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Fußball-Bundesliga:Montagsspiele in der Bundesliga sind zumutbar

Bundesliga-Medienrechte

Die Bundesliga läuft nun an vier Tagen in der Woche.

(Foto: Jan Woitas/dpa)

Aber die DFL sollte stets sensibel bleiben für Einwände der passionierten Fußball-Anhänger.

Früher war Montag Kinotag - "der Tag, an dem es Prozente gibt". Aber inzwischen gibt es auch am Donnerstag oder Samstag Preisnachlass, je nach Ort und Theater, das Leben im 21. Jahrhundert ist ja ein ganzes Stück unübersichtlicher als im vorigen Millennium. Mancher wird aber vermutlich darüber staunen, dass der Montag bereits vor 20 Jahren ein Fußballtag war, so lang ist es tatsächlich schon her, dass das Fernsehen Spiele aus der zweiten Liga ausstrahlt.

Der zuständige Sender, Sport 1, ist sehr zufrieden mit dieser Institution, die Einschaltquoten im ganzen Land sind auf stabil hohem Niveau, auch wenn immer noch in den Zweitliga- Fankurven Transparente hängen, die das Montagsspiel als Kommerzphänomen und Traditionsbruch verdammen und zu dessen Abschaffung aufrufen.

Es murrt nur eine Minderheit - aber sie bildet einen tragenden Kern des Stadionpublikums

Nun hat die Deutsche Fußball Liga bekannt gemacht, dass ab der übernächsten Saison auch die erste Liga Montagsspiele veranstaltet. Man will damit Terminproblemen begegnen, aber auch Vermarktungspotenzial nutzen. Mit Protesten aus der Anhängerschaft ist zu rechnen, umso eindringlicher betont die DFL, dass nur fünf Spiele pro Saison aus dem Kalender fallen.

Der Schaden an den in 53 Jahren Bundesliga eingeübten Gewohnheiten hält sich also in Grenzen. Hin und wieder muss man halt bis Montagabend auf die Begradigung der Tabelle warten. Das erscheint zumutbar. Und ein Fußballspiel ist ja nicht die schlechteste Unterhaltung am meist überschaubar amüsanten ersten Werktag der Woche. Siehe: "I Don't Like Mondays."

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Allerdings liegt die DFL ganz richtig, wenn sie sensibel bleibt für Empfindungen und Einwände der passionierten Anhänger. Mag sein, dass nur eine Minderheit von Fußballzuschauern den Montag als Spieltag ablehnt, aber diese Minderheit bildet einen tragenden Kern des Stadionpublikums. Und den tendenziell konservativen Fans in den Kurven wurden zuletzt genügend Denkanstöße vorgesetzt, die sie sehr, sehr kritisch darüber nachdenken ließen, was die Vereine mit dem Fußball vorhaben, um ihm noch mehr Umsatz abzugewinnen.

Als FC-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge neulich Fantasien einer europäischen Superliga ausbreitete, hat er keine Neugier geweckt, sondern Schrecken verbreitet und Ablehnung provoziert. Und als er dann, verärgert über die Anstrengungen, die Juventus Turin seinen Bayern bereits im Achtelfinale der Champions League abverlangt hatte, die Idee einer Setzliste zugunsten der Spitzenvereine vortrug, hat er auch im eigenen Fanblock keinen Beifall erhalten. Aufhören mit dem "Schmarrn", befahl die eigene Stammkundschaft. Wenn der Montag hin und wieder zum (Erstliga-)Fußballtag wird, können die meisten damit sicher leben. Aber es ist nicht verkehrt zu fragen, was dann bei der übernächsten Vergabe der Fernsehrechte passieren wird.