Kimmich zum FC Bayern Schwieriger Abschied aus Stuttgart

Seitdem hat Kimmich einiges gelernt und sich im Profifußball besser zurecht gefunden. In Leipzig gilt er als bodenständiger Typ, ist keiner für die lauten Töne. Doch vor der Kamera fühlt er sich inwischen wohler als noch zu Beginn, er plaudert auch mal aus seinem WG-Leben mit Yussuf Poulsen, Leipzigs dänischem Nationalstürmer. Dass zum Beispiel zusammen gekocht wird, hin und wieder.

Stuttgart zu verlassen war für Kimmich damals keine reibungslose Sache: Seit seinem zwölften Lebensjahr war er dort durch sämtliche Jugendmannschaften gewandert und hatte schließlich den Sprung nach oben im Blick. Doch unter dem damaligen Sportvorstand Fredi Bobic war für ihn kein Platz in der zweiten Mannschaft. Noch ein Jahr A-Jugend? Kimmich entschied sich für Leipzig und die Dritte Liga.

Münchner Investition in die Zukunft

Viel Zeit zum Zurechtfinden brauchte er nicht, was wohl auch an Frieder Schrof und Thomas Albeck lag. Beide hatten 13 Jahre lang in Stuttgart den Kopf der Jugendabteilung gebildet und waren mittlerweile in der Nachwuchsakademie der Leipziger angestellt. Schnell wurde Kimmich zu einem wichtigen Baustein im System von Trainer Alexander Zorniger, meist im defensiven Mittelfeld. Das stärkte sein Selbstbewusstsein wieder. Als das Team im vergangenen Sommer den Aufstieg in die Zweite Liga schaffte, trug Kimmich seinen Trainer mit den anderen Kollegen durchs Stadion.

Körperlich gehört er nicht gerade zu den robustesten Typen, Guardiola muss vor allem seine Spielgestaltung und Kreativität überzeugt haben. Dass Schweinsteiger, Alonso und Lahm nicht jünger werden, ist an der Säbener Straße längst angekommen. Kimmich ist eine Investition für die Zukunft.