Sportpolitik:Ermutigt nach den Ermittlungen

Lesezeit: 1 min

Sportpolitik: Jörg Ammon.

Jörg Ammon.

(Foto: Claus Schunk)

BLSV-Präsident Jörg Ammon plant nun eine Kandidatur für einen Präsidiumsposten im DOSB.

Von Christoph Leischwitz

Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV), plant eine Kandidatur für einen Präsidiumsposten im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). "Ich kann mir gut vorstellen, dass ich zur Verfügung stehe", erklärte der 52-jährige Funktionär am Freitag im Gespräch mit der SZ. Bestärkt habe ihn dabei eine Probewahl, die vor knapp drei Wochen im Rahmen einer Konferenz der Landessportbünde abgehalten wurde und die Ammon gute Aussichten bescheinigte.

Eigentlich wollte Ammon schon Ende vergangenen Jahres für das DOSB-Amt kandidieren, allerdings wurden im November 2021 seine Pläne durchkreuzt: Bei der Münchner Staatsanwaltschaft war eine Strafanzeige eingegangen. Ammon, so lautete der Vorwurf, habe in seiner Zeit als BLSV-Vizepräsident millionenschwere Beraterhonorare für eine ihm nahe stehende Person ausgehandelt; zwischen 2014 und 2018 hatte der BLSV knapp neun Millionen Euro für IT-Projekte ausgegeben. Im Sommer wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hat, weil "keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten des Beschuldigten" vorgelegen hätten, wie es hieß.

Auf SZ-Anfrage erklärte Ammon jetzt, dass ein Großteil des Geldes ohnehin nicht in Beratertätigkeiten geflossen sei, sondern unter anderem in den Ausbau des Glasfasernetzes im Haus des Sports in München oder in den Kauf neuer Hardware. Nach der Einstellung des Verfahrens seien verschiedene Sportbünde auf ihn zugekommen, erklärte Ammon, sodass er sich ermutigt gefühlt habe, nun doch wieder als DOSB-Funktionär tätig zu werden. Die Kandidatur muss bis Ende Oktober eingereicht werden, die Wahl um den vakanten Posten im Präsidium, neben den möglichen Wiederwahlen der aktuellen Mitglieder, findet am 3. Dezember in Baden-Baden statt.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema