Sportpolitik:Bachs Forderung

Sportpolitik: Kapitel mit vielen Fragezeichen: Der Deutsche Olympische Sportbund bemüht sich mal wieder um eine Olympiabewerbung.

Kapitel mit vielen Fragezeichen: Der Deutsche Olympische Sportbund bemüht sich mal wieder um eine Olympiabewerbung.

(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Der IOC-Präsident kritisiert die deutschen Einreisebeschränkungen als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg.

Olympia in Deutschland? Thomas Bach würde sich darüber "riesig freuen". Doch aufgrund der Einreisebeschränkungen als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine käme - zumindest derzeit - das Heimatland des IOC-Präsidenten als Gastgeber nicht infrage. "Das IOC kann Spiele nur dorthin vergeben, wo seine Regeln respektiert werden. Dazu gehört, dass jeder vom IOC akkreditierte Teilnehmer einreisen darf", erklärte Bach bei einem Auftritt am Montagabend in Stuttgart. Allerdings hat das IOC zuletzt immer betont, dass noch gar nicht entschieden sei, ob Athleten aus Russland und Belarus bei den kommenden Sommerspielen in Paris überhaupt antreten dürfen. Derzeit hat das IOC bloß den Weltverbänden "empfohlen", die betroffenen Athleten unter Auflagen wieder für Wettkämpfe zuzulassen.

Als Interessenten für die Sommerspiele 2036, mit denen auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) liebäugelt, stehen laut Bach "eine gesunde zweistellige Anzahl an Interessenten" bereit. Als großer Favorit darf Indien gelten, das bei der IOC-Vollversammlung im Oktober in Mumbai seine Bewerbung eingereicht hatte. Laut Bach stünden auch für 2040 schon "einige" Interessenten bereit.

Fünf Metropolen haben in Deutschland bislang Interesse bekundet

Der DOSB lotet derzeit die gesellschaftliche Unterstützung für eine mögliche Bewerbung aus, Kandidaturen wären dabei für die Sommerspiele 2036 oder 2040 sowie für die Winterspiele 2038 oder 2042 vorstellbar. Interesse an einer Ausrichtung haben fünf Städte beziehungsweise Regionen bekundet: Berlin, Hamburg, München (mit Bayern), Leipzig (mit Sachsen) und Nordrhein-Westfalen. Mit mindestens zwei und maximal vier Orten würde der Deutsche Olympische Sportbund ins Rennen gehen. Am 2. Dezember will die DOSB-Mitgliederversammlung die "Frankfurter Erklärung" verabschieden, in der Richtlinien für eine Bewerbung definiert werden sollen.

Die nächsten drei Sommerspiele sind bereits an Paris (2024), Los Angeles (2028) und Brisbane (2032) vergeben, das nächste Winter-Olympia findet 2026 in Mailand/Cortina d'Ampezzo statt. Die Gastgeber der Winterspiele 2030 und 2034 sollen im kommenden Jahr in einer Doppelvergabe ernannt werden.

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