Homosexuelle Olympioniken:Arbeitskreis zur Einbindung von Minderheiten

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Von Mark Tewksbury, einem kanadischen Schwimm-Olympiasieger, der nach seinem Outing einen sechsstellig dotierten Sponsorenvertrag verlor. Karen Hultzer und ihre Partnerin haben alle Ausstellungstafeln gelesen. Die Artikel über ihr Outing haben auch viele Schmähungen nach sich gezogen.

Der erste homosexuelle Sportverbund war Anfang der Siebziger eine amerikanische Bowling-Liga, benannt nach der Schauspielerin Judy Garland. Der erste schwullesbische Sportverein Europas war der SC Janus in Köln, gegründet 1980 von Volleyballern. Der US-amerikanische Zehnkämpfer und Mediziner Tom Waddell rief 1982 die Gay Games ins Leben. Ursprünglich sollten sie Gay Olympics heißen, doch das Olympische Komitee der USA ließ die Nutzung des Namens verbieten. Die Gay Games wuchsen zu einem Fanal der Menschenrechte, 2010 fanden sie mit 10 000 Athleten in Köln statt, 2014 sind sie in Cleveland geplant.

Die Spiele von London markieren den vorläufigen Höhepunkt der Liberalisierung im Sport, schreibt der Historiker Tony Scupham-Bilton in seiner Studie "Olympischer Stolz". Erstmals hatte ein Organisationskomitee eine Verpflichtungserklärung zur Vielfalt in seine Bewerbung aufgenommen. Das Komitee gründete einen Arbeitskreis zur Einbindung von Minderheiten. Das prominenteste Mitglied der Gruppe ist John Amaechi.

Der Brite hatte in der nordamerikanischen Profiliga NBA gespielt, nach seiner Karriere 2007 outete er sich, inzwischen arbeitet er als Psychologe. "Schwule Leistungssportler führen meist ein einsames Leben", sagt Amaechi. "Meine Mitspieler haben in der Kabine mit ihren Sexabenteuern geprahlt und ich konnte nicht mal erwähnen, dass ich mit einem Mann im Kino war. Hätte ich mich als Aktiver erklärt, hätte ich meinen Job verloren."

Die Organisatoren verteilten in London Stecknadeln, auf der Regenbogenflagge und Olympia-Logo vereint sind. Während der Suche nach Helfern sollten tausende Kandidaten auch zu folgenden Fragen Stellung nehmen: Wie würden Sie reagieren, wenn Zuschauer sich über Männer beschweren, die Händchen halten? Wohin schicken Sie jemanden, der eine Toilette sucht, aber keinem Geschlecht zuzuordnen ist?

Das Komitee ließ in seinen Ratgeber für Athleten auch touristische Hinweise für Homosexuelle einfließen. Das Pride House veranstaltet nun Turniere, Konzerte und Workshops mit Jugendlichen. In zwei Jahren finden die Winterspiele in Sotschi statt. Russische Aktivisten planen ein Pride House, doch Behörden verweigern die Unterstützung - sie hätten Angst um ihre Kinder.

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