100 Mal Tour de France – Der Thriller von 1989

Der Thriller von 1989: "Es müsste schon ganz dumm kommen", bemerkt der Gesamtführende Laurent Fignon vor dem abschließenden Zeitfahren der Tour de France 1989. Auf nur 24,5 Kilometern ganze 50 Sekunden Vorsprung auf Greg LeMond zu verspielen, das wäre schon sehr erstaunlich. LeMond, Toursieger von 1986, ist nach einem beinahe tödlichen Jagdunfall und zweijähriger Pause zum ersten Mal wieder in Frankreich am Start und hat mit Platz zwei in der Gesamtwertung ein bisher außerordentliches Comeback abgeliefert. Die Herzen der Franzosen gehören trotzdem ihrem Landsmann Fignon, der die Frankreich-Rundfahrt 1983 und 1984 gewinnen konnte. Alles sieht nach dem dritten Sieg für den sympathischen Brillenträger aus.

Doch wie so oft kommt es zur Überraschung: LeMond fährt zum ersten Mal bei der Grande Boucle mit einem Aerolenker, den sonst nur Triathleten benutzen, und liegt drei Kilometer vor dem Ziel nur noch fünf Sekunden hinter Fignon. Auf den letzten Metern holt der Amerikaner alles aus sich heraus und hat am Ende acht Sekunden Vorsprung auf den Franzosen. Nach über 3.200 Kilometern sind das umgerechnet 82 Meter. Fast nichts, aber das ist egal.

Bild: AFP 28. Juni 2013, 16:172013-06-28 16:17:14 © SZ.de/ckr/jbe/rus