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Hildebrand-Rückkehr in die Bundesliga:Magische Torwarthandschuhe

Eintracht Frankfurt v 1. FC Koeln - Bundesliga

Zurück im Bundesligator: Der Frankfurter Timo Hildebrand

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Er hat ein Kinderbuch geschrieben, stand kurz vor dem Wechsel in die USA. Nun erlebt Eintracht-Torhüter Timo Hildebrand nach langer Pause doch noch sein 299. Bundesligaspiel. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein Hoffenheim.

Magische Torwarthandschuhe könnte Timo Hildebrand jetzt gut gebrauchen. Wie der sechsjährige Noja. Wie die meisten kickenden Heranwachsenden träumt auch Noja davon, ein berühmter Stürmer zu werden und viele Tore zu schießen, bis er eines Tages von seinem Papa zum Geburtstag magische Torwarthandschuhe geschenkt bekommt. Von da an wollte er keine Tore mehr schießen, sondern nur noch Bälle halten.

Geschrieben hat diese Erzählung: Timo Hildebrand. Mit dem Kinderbuch habe er sich einen kleinen Traum erfüllt, teilt der frühere deutsche Nationaltorwart, der inzwischen bei Eintracht Frankfurt angestellt ist, auf seiner Internetseite mit. "Denn das ist die Geschichte, die ich meinem Sohn Neo immer wieder erzähle."

Vielleicht blättert Hildebrand vor dem Auswärtsspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) bei der TSG 1899 Hoffenheim ein wenig darin. Denn was er im Vorwort den Kindern mit auf den Weg gibt, kann er nun auch wieder auf sich übertragen. "Das Wichtigste ist, dass ihr immer an euch glaubt."

Nach mehr als einem Jahr unfreiwilliger Pause kehrt mit 35 Jahren in die Bundesliga zurück. Trainer Thomas Schaaf war wohl zunächst nicht vollends überzeugt davon gewesen, ihn gegen Hoffenheim ins Tor zu stellen. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass Schaaf nach der Erkrankung von Felix Wiedwald (Pfeiffersches Drüsenfieber) Kevin Trapp im Abschlusstraining einen Leistungstest unterzog. Der wieder genesene Stammtorhüter hatte erst am Mittwoch nach seinem im September erlittenen Syndesmosebandriss uneingeschränkt mit der Mannschaft trainieren können. Nach der Einheit entschied sich Schaaf dann - für Hildebrand. "Wir wissen, was er leisten kann und haben überhaupt keine Zweifel. Wir können uns auf ihn verlassen", sagte der Eintracht-Trainer.

So kommt Hildebrand unverhofft zu seinem 299. Spiel in der Bundesliga. Im Sommer, als er beim FC Schalke keinen Anschlussvertrag mehr erhielt, war er noch davon ausgegangen, dass seine berufliche Zukunft in den USA liegt. Beim MLS-Klub Seattle Sounders hatte er sich mehrere Wochen aufgehalten, geübt und sich für ein Engagement im Januar empfohlen. Einer der Trainer dort ist Siggi Schmid, ein gebürtiger Schwabe.

Zu einer nahe liegenden Verpflichtung kam es aber nicht, weil im September plötzlich Frankfurts Manager Bruno Hübner anrief. Hildebrand sagte zu, die Aussicht noch einmal Bundesliga spielen zu können, war zu verlockend. Der Ex-Nationaltorhüter war in Deutschland vom Radar gefallen, niemand wollte ihn noch haben, dabei hatte er für Stuttgart, Valencia, Hoffenheim und Schalke gespielt. In einem Interview mit transfermarkt.de erzählte er, dass er Angebote vom französischen Klub SC Bastia oder von Vereinen aus der Türkei hatte. "Aber ich wollte nicht mehr alles machen".

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