Heiko Vogel im SZ-Interview "Das Bayern-Gen gibt es nicht!"

Basel-Trainer Heiko Vogel gibt sich vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Bayern selbstbewusst: Der David könne im Fußball stets den Goliath schlagen. Im SZ-Interview spricht Vogel auch über seinen ungewöhnlichen Werdegang, über Jürgen Klopp und über Parallelen zwischen Fußball und Tierwelt.

Von Moritz Kielbassa

Nein, Angst hat er nicht. Heiko Vogel, 36, der Trainer des FC Basel, blickt dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Bayern selbstbewusst entgegen: "Wir erwarten, dass die Bayern mit voller Vehemenz auftreten. Aber wir müssen Mut haben und dieser Druckwelle etwas entgegnen. Wir spielen mit Basel schon lange auf einem hohen Niveau - und wir haben genug Lucky Puncher im Team, die zu jeder Zeit ein entscheidendes Tor erzielen können, auch bei Standardsituationen", sagte Vogel vor dem Spiel am Dienstagabend im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Selbstbewusst vor dem Spiel beim FC Bayern: Basels Trainer Heiko Vogel.

(Foto: AFP)

Fußball sei ja eben so faszinierend, weil "immer auch der David den Goliath besiegen" könne - und seine Mannschaft sei ein "sehr selbstbewusster David". Der FC Basel trete jedenfalls in der Champions League nicht an, um nur "die tolle Atmosphäre" in Stadien wie Old Trafford (Manchester United) oder der Arena in München zu genießen, betonte Vogel: "Dabei sein ist alles? Das ist nicht unser Motto!"

Das Spiel des FC Basel bei den Bayern ist für Heiko Vogel auch eine Rückkehr. Knapp zehn Jahre lang (1998 bis 2008) war er nach seinem Sportstudium als Jugendtrainer bei den Münchnern tätig, seit Oktober 2011 ist er nun Chefcoach des Schweizer Meisters und Tabellenführers.

Den Kontakt zu den Bayern knüpfte einst für ihn ein Uni-Dozent, sein erstes Training erlebte Vogel mit der U-15, damals der Jahrgang mit Philipp Lahm: "Schon an diesem Tag wusste ich: Junge, gib Gas hier! Das hier ist dein Ding! Das ist das, was du gut kannst. Fußball ist mein Lebenselixier", erinnert sich Vogel an seine Anfänge.

Das mythenumrankte "Bayern-Gen" hat Vogel trotz seiner jahrelangen Tätigkeit beim FCB aber nicht ausfindig machen können: "Das gibt es nicht", behauptet Vogel, der im SZ-Gespräch weitere interessante Gedanken preisgibt: über Parallelen zwischen Fußball und Tierwelt, über Vergleiche zwischen den Bayern und Jürgen Klopps Dortmundern, über seine Vorliebe für südamerikanische Fußball-Literatur und seine ersten Begegnungen mit Bayern-Trainer Jupp Heynckes ("Gentleman") und Nationalspieler Toni Kroos ("Ich bin nicht sein Entdecker - dass der alles überstrahlte, hätte auch meine Oma gesehen") .

Als Fußballer hatte es Heiko Vogel nicht über den SV Edenkoben (heute in der Bezirksliga Vorderpfalz) hinaus gebracht, ein Umstand, den er für seine Trainer-Laufbahn aber nicht als Nachteil empfindet. Er habe dafür "zehn Jahre mehr Erfahrung" im Jugendbereich, wo man präzise lerne, Fußballern neue Dinge und Verhaltensänderungen beizubringen.

"Ich kann nicht auf 100 Länderspiele als Spieler oder meinen Trophäenschrank verweisen, ich muss mich mit meinen Waffen und Mitteln etablieren", sagt Vogel. Die ganz großen Spiele erlebt er jetzt als Trainer. Und er sagt, er würde "lügen", wenn er leugnen würde, dass sogar das Champions-League-Endspiel in München "ein Traum" für ihn ist. Auch wenn Vogel weiß, wie schwer die Aufgabe bereits am Dienstagabend sein wird.

Das komplette Interview lesen Sie in der Süddeutschen Zeitung vom Dienstag oder auf dem iPad.

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