Bundesliga-Sonntagsspiel:Auch ohne Tore sind beide im Plan

Bundesliga-Sonntagsspiel: Bochums Torwart Manuel Riemann klärt den Ball vor der Linie nach dem Schuss von Heidenheims Nikola Dovedan (am Bildrand).

Bochums Torwart Manuel Riemann klärt den Ball vor der Linie nach dem Schuss von Heidenheims Nikola Dovedan (am Bildrand).

(Foto: Harry Langer/dpa)

Der 1. FC Heidenheim und der VfL Bochum trennen sich 0:0. Langweilig war das Spiel deshalb aber nicht - und beiden Abstiegskandidaten verschafft es den nächsten Punkt.

Die Fans feierten die Spieler des 1. FC Heidenheim. Aber bei den Profis selbst wollte nach der Nullnummer gegen den VfL Bochum die Freude nicht so recht aufkommen. "Zufrieden sind wir nur, wenn wir gewinnen", sagte der Kapitän des Aufsteigers, Patrick Mainka, am Sonntagabend. Dabei hatte die Mannschaft den Auftrag von Trainer Frank Schmidt erfüllt, gegen die direkten Konkurrenten etwas mitzunehmen. Auch deswegen konnte der 49-Jährige mit dem Ergebnis ganz gut leben. "Jeder hat gesehen, dass das von Anfang bis Ende ein Abnutzungskampf war", sagte Schmidt. "Wichtig war, dass wir kein Tor bekommen, wenn wir selbst keins erzielen. Wir können nicht jedes Heimspiel gewinnen."

Tim Kleindienst war in der Schlussphase aber ganz nah dran, den heimstarken Neuling doch noch jubeln zu lassen. Nach einem Fehler von Erhan Masovic hob er den Ball, der leicht versprang, aber nicht nur über VfL-Schlussmann Manuel Riemann, sondern auch über das Bochumer Tor. "Ich dachte, der Chip ist eine gute Option. Aber leider Gottes geht der Ball durch diesen Hoppler dann über das Tor", sagte der Angreifer. Mitspieler Benedikt Gimber stellte sich hinter Kleindienst. "Er hat uns in dieser Saison schon so viele Punkte gerettet, deswegen kein Vorwurf. Ihn selbst wird es am meisten ärgern", sagte der Innenverteidiger.

Gimber und seine Nebenleute hatten aber auch selbst ordentlich zu tun. Besonders Patrick Osterhage und der quirlige Takuma Asano strahlten beim seit vier Spielen ungeschlagenen VfL Gefahr aus. Da aber beide Abwehrreihen konzentriert und über weite Strecken fehlerfrei agierten, blieben die Tore aus. "Ich glaube, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Sehr gut wäre es gewesen, wenn wir gewonnen hätten", sagte Kevin Stöger. In der Tabelle behauptet der Neuling mit elf Punkten - zehn davon holte er daheim - den 13. Platz. "Dort, wo wir jetzt sind, da wären wir auch gerne am Ende der Saison", sagte Heidenheims Schmidt.

Für den VfL, der weiter dahinter liegt, war es bereits das siebte Unentschieden in dieser Saison. "Bei mir ist das Glas immer halb voll. Als VfL Bochum sind wir in der Tabellenregion, wo uns jeder erwartet. Aber ich trauere dem Spiel heute keine drei Punkte nach. Sum­ma sum­ma­rum war es leistungsgerecht", sagte Coach Thomas Letsch, der auf den zuletzt erkrankten Kapitän Anthony Losilla wieder zurückgreifen konnte.

In der Schlussphase geriet Cristian Gamboa mit Schiedsrichter Felix Zwayer aneinander

Die Heidenheimer trafen besonders vor der Pause in der Vorwärtsbewegung oft die falsche Entscheidung: Mal wurde nicht der gefährliche Ball in die Tiefe, sondern auf den Flügel gespielt. Mal wagten die Offensivakteure lieber den Weg ins Zentrum, anstatt zum besser postierten Nebenmann zu spielen. Umkämpft blieb es über die gesamte Spielzeit. Acht Minuten nach Wiederbeginn wurde es vor dem FCH-Tor zum ersten Mal gefährlich. Mit einer Flugeinlage verhinderte Kevin Müller gegen Osterhage den Rückstand (53.), und auf der Gegenseite rettete Riemann gegen Kleindienst, der gemeinsam mit Eren Dinkci und Jan-Niklas Beste 15 der bisher 17 Saisontore erzielt hatte.

Es wurde dann in der Schlussphase hitziger. Cristian Gamboa geriet mit Schiedsrichter Felix Zwayer aneinander und sah die gelbe Karte. Aber auch die Torhüter hatten weiter etwas zu tun: Müller ließ Asano abblitzen, und Riemann machte es besonders spannend. Weil er einen Schuss des eingewechselten Nikola Dovedan nicht festhalten konnte, musste der Schlussmann noch einmal nachfassen. Gerade noch rechtzeitig verhinderte er den späten Gegentreffer. Kurz vor Schluss vergab dann Kleindienst die größte Möglichkeit.

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